You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

"I married adventure" - Ein Jahr in Instagrams

"I married adventure" - Ein Jahr in Instagrams

Fernwehosophy Elisaveta Schadrin-Esse Südafrika

Ein Jahr kann eine sehr lange Zeit sein. Und es kann wie ein einziger Augenblick vorbeirauschen. Manchmal kannst Du die Jahre kaum auseinanderhalten. Und dann gibt es welche, da erinnerst Du dich an viele der 365 Tage. Weil jeder einzelne Tag Dich einem Traum näher bringt, dessen Umrisse sich schon seit Langem abgezeichnet haben... Ein solches Jahr teilt Dein Leben in ein "Davor" und ein "Danach" auf.

Für mich war das letzte Jahr so eins. Und ich dachte, es ist an der Zeit eine Bilanz zu ziehen. 

Die Bilanz des ersten Jahres in Unabhängigkeit.


Der schwierige Start

Als ich im vergangenen Juli meine Referendarsstelle am Kammergericht kündigte, hatte ich seit Jahren nebenbei fotografiert und plante eigentlich, Volltzeitfotografin zu werden. Doch dann kam das Leben dazwischen. Wie so oft.

Ich fotografierte Hochzeiten und stellte fest, dass ich darin miserabel bin. Ich fotografierte auf der Fashion Week und für ein großes Online-Modehaus und stellte fest, dass die Menschen um mich herum miserabel sind. Ich arbeitete für ein Fotografie-Start Up und stellte fest, dass das Gehabe in der männlich dominierten Berliner Start-Up-Szene das Miserabelste überhaupt ist. Es müsste eigentlich ein neues Wort erfunden werden, so miserabel war es. Ehrlich.

Kurzum: Fotografie machte es mir schwer. Aber ich schrieb und ich reiste. Und auf Reisen war das Fotografieren leicht. Seit Jahren tat ich nichts anderes. Reisen. Schreiben. Fotografieren. Und seit Neustem auch Bloggen. Fernwehosophy war zu diesem Zeitpunkt keine zwei Monate alt und hatte die Funktion einer Cloud.

Mir ist der Speicherplatz für all die Reisefotos ausgegangen. Und ich teilte sie nun einfach mit der Welt.

Instagram: @schadrinesse

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Herbst in Burma / Myanmar 

Im Herbst folgte die erste Reise. Nach Burma. Oder Myanmar. Das letzte große Land in Südostasien, das einen weißen Fleck auf meiner Karte darstellte. Burma zerrte an mir, wühlte mich auf, erdete mich und erinnerte mich daran, dass mein liebster Ort auf der Welt, das Mitten-Im-Nirgendwo ist und der Zustand, in dem ich mich am wohlsten fühle, der des Unterwegs-Seins-und-Nicht-Ankommen-Wollens ist. 

Vor der Reise hatte ich zwei erste Gastfotografen-Beiträge veröffentlicht und ein Dutzend für die Zeit meiner Abwesenheit vorbereitet. Als ich zurückkam, war Fernwehosophy nicht mehr mein Blog. Sondern unserer.

Ein gemeinsames Projekt. Und es fühlte sich richtig und einfach an.

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Adventszeit in New York City

Zur Adventszeit besuchte ich eine gute Freundin in New York. Es war nicht mein erstes Mal, aber diesmal lebte ich eine Woche lang dort. Wir wachten morgens mit dem Blick auf die Manhattan Bridge auf, tranken Kaffee, manchmal brachte ich Anna ins Büro, dann ging ich in den Central Park oder wenn es zu kalt war, in ein Museum. Und kaufte später für das Dinner ein, wie zu Hause. Abends saßen wir in irgendeinem Laden und tranken Wein und redeten über das, worüber Frauen reden, wenn sie in New York an der Bar sitzen und Wein trinken.

Es war eine einmalige Zeit. Ganz anders als Weihnachten zwei Jahre zuvor. Echter. Erwachsener. Zuversichtlicher. Nicht mehr so schwankend.

Nicht andauernd nur fragend, sondern manchmal und immer öfter auch Antworten findend.

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Silvester in Schweden

Den Jahreswechsel feierten wir in der Wildnis Schwedens. In einem Haus am See, das nach Holz und schwedischem Gebäck duftete. Mit besten Freunden und jeder Menge Zeit zum Angeln. Es war eine besinnliche Woche, die ich meist lesend verbrachte. In dieser Woche reifte in mir die Erkenntnis, dass eine Festanstellung keine Option mehr ist, auch wenn der Wunsch, Vollzeitfotografin zu werden, immer leiser wurde. Neue spannende Projekte haben bereits einen großen Teil meiner Zeit eingenommen. Immer häufiger verbrachte ich meine Tage am Laptop und nicht mit der Kamera.

Am Silvesternachmittag fieberte ich dem Ende von 2013 entgegen und konnte kaum abwarten, dass das neue Jahr beginnt. Den Antworten und der Zuversicht aus New York folgte die Überzeugung. 

Ich wusste, dass 2014 großartig werden wird. Hart, arbeitsreich, aber großartig. 

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Winter in Südafrika

Über Südafrika habe ich schon vieles geschrieben. Für mich war es eine Schicksalsreise. Der Wende-punkt. Eine Zeit, aus der ich viel Glauben an die Kraft der eigenen Ideen geschöpft habe. Wir haben die Reise in weniger als vier Wochen geplant und saßen bereits Anfang Februar an Bord eines Zuges, der uns quer durch Südafrika brachte. Anschließend fuhren wir entlang der Küste in den Osten des Landes und schliefen zwei Wochen lang im Dachzelt über unserem Van. Bis wir es am Ende gegen eine Lodge im Kruger Park eintauschten.

Von dieser Reise könnte man ein Leben lang zehren. Es war mit Sicherheit eine meiner schönsten. 

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Frühling auf Zypern

Im Mai, als das FernwehO Mag immer deutlicher am Horizont erschien und ich parallel dazu drei Website-Aufträge jonglierte, unternahm ich einen kurzen Trip nach Zypern, um mit meiner Mama meinen Geburtstag und den offiziellen Beginn der Selbstständigkeit als Webkonzepterin zu feiern. Das Wetter spielte nur halbherzig mit, die Sonne schien jeden zweiten Tag. Aber Glück ist nicht, jeden Tag Sonnenschein zu haben. 

Glück ist manchmal auch, einfach im Regen tanzen zu können. 

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Pfingstferien auf Rügen

Inmitten der Produktion des ersten FernwehO Mags verbrachte ich mit meinem Mann ein Wochenende auf Rügen. Ich kann nicht behaupten, dass ich wirklich entspannen konnte. Es ist nicht glamourös, ein Mag herauszubringen oder irgendein anderes neues Webkonzept aus dem Boden zu stampfen.

Man trägt sie ewig mit sich rum, all die Ideen, die wachsen. Man bereitet sich monatelang darauf vor, sammelt, recherchiert, kontaktiert, probiert aus, löscht, entwirft, löscht wieder. Verwirft alles komplett. Errichtet alles neu. Und dann, am entscheidenden Tag, schaut man auf das, was man kreiert hat und wenn man Glück hat, dann fühlt man Zufriedenheit und Erleichterung.

Und weiß, dass die schlaflosen Nächte es Wert waren. Dass man nun ein Stückchen näher ist ... an diesem Etwas, wonach man sucht.

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Wochenendtrip nach Ahrenshoop, Fischland-Darß

Am Wochenende nach der Veröffentlichung war es unmöglich abzuschalten. Meine Listen wurden nicht kürzer, mein Kopf hörte nicht auf, über Neues nachzudenken, ich schrieb weiterhin seitenlange Notizen für neue Projekte und erstellte Tabellen. So ist es, wenn man einen Job hat, der sich nicht wie Arbeit anfühlt. Man kann nicht aufhören zu arbeiten. Und jedes neue Projekt nimmt zu viel Raum ein. Das ist die Schattenseite der Selbstständigkeit.

Erst eine Woche später in Ahrenshoop kam ich zur Ruhe, blickte kurz zurück und dachte an den Blumenstrauß, den mein Mann mir zwei Wochen zuvor überreichte. 

"Herzlichen Glückwunsch, zu 1 Jahr Nicht-Mehr-Juristin-Sein!", sagte er.

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Persönliche Bilanz Juli 2013 - Juli 2014

Es ist viel passiert in den letzten zwölf Monaten. Vieles war anders vorgesehen.

Fernwehosophy wurde vom persönlichen Blog zum einem Projekt mit über 50 anderen Fotografen. FernwehO Mag erblickte das Licht der Welt - einen Monat später als geplant. Ich bereiste fünf anstatt der sechs gewünschten Länder. Und machte mich als Webkonzepterin und nicht als Fotografin selbstständig. 

Meistens läuft es im Leben nicht nach Plan. Aber es ist beruhigend zu wissen, dass es am Ende besser ist als auf der Wunschliste, die man sich vor einem Jahr geschrieben hat.

Instagram: @schadrinesse

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Vorschau

Auch im zweiten Jahr, das für mich bereits begonnen hat, wird es viel Neues geben - auf Fernwehosophy und auch beruflich. Ich werde mehr Zeit investieren müssen, um einen Rhythmus zwischen Reisen und der Arbeit und all den neuen eigenen Projekten zu finden.

Der erste Schritt dazu war die Einstellung meiner neuen Assistentin Ve, die sich ab August verstärkt um redaktionelle Arbeit und Social Media Kanäle kümmern wird. Ein weiteres Ziel ist, all die Menschen, die mit mir gemeinsam diesen Blog und das Mag mit Leben füllen, live zu treffen - denn ich kenne nicht alle persönlich. Es wird auch ein neues Format neben dem Blog und dem Mag geben, aber da plaudere ich schon zu viel aus dem Nähkästchen.

Ich mache einfach mal weiter. Und erzähle euch demnächst davon. 

Frohes Fernweh, Freunde!

- Elisa


Belka Berlin 

Herausgeberin von The Fernweh Collective

Mit 5 Jahren wurde Belka als blinder Passagier an Bord einer sowjetischen Il-86 geschleust und leidet seitdem an Fernweh. In der Zwischenzeit hat sie die Welt bereist und die Aussicht auf eine Jura-Karriere gegen ein Leben mit ihrer Kamera "on the road" eingetauscht. In ihrer Freizeit träumt sie davon, mit einer Umweltaktivisten-Truppe in die Arktis durchzubrennen. Oder friedlich in einer einsamen Hütte auf Sansibar zu leben.  Je nach Tageslaune.

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Normandie, Frankreich / Simon Mikolasch Photography

Normandie, Frankreich / Simon Mikolasch Photography

Maremma, Italien / Katja Scherle Festtagsfotografien

Maremma, Italien / Katja Scherle Festtagsfotografien