You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Adventszeit in Innsbruck, Österreich | Belka Berlin

Adventszeit in Innsbruck, Österreich | Belka Berlin

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Ich stehe oben auf dem Gipfel vor der Bergbahnstation. 2269 Meter über dem Meeresspiegel. Der Aufstieg war nicht lang. Drei Zwischenstationen. Alpenzoo. Hungerburg. Seegrube. Dann schließlich Hafelekar. Endstation.

Ich klettere bis nach ganz oben, passiere die Forschungsstation und die Amateurfunkerhütte. "Bergsöhne - Innsbruck" steht auf dem Gipfelkreuz. Links entfaltet sich die Nordkette vor meinen Füßen. Weit am Horizont glitzert ein Alpensee zwischen den Bergmassiven. Rechts von mir im Tal ruht Innsbruck im Spätherbstschlaf. 

Oben auf den Gipfeln der Nordkette ist es eisig kalt. Der Pfad zur Hafelekar-Spitze ist schon stellenweise vereist. Dicke Nebelwolken ziehen plötzlich auf. Sie legen eine Dämmschicht auf die Berge und verschleiern die Sicht ins Tal. Es herrscht absolute Stille. Die letzten Touristen, die mit mir hochgekommen sind, sind wieder zur Bergbahnstation zurückgekehrt. Ich ziehe meine Mütze tiefer ins Gesicht und reibe die Hände in den Taschen. Meine Finger sind taub vom Kamerahalten, ich spüre sie kaum mehr. Aber ich muss den Film noch zu Ende schießen und bleibe noch eine Viertelstunde länger oben. 

Doch nach dem Abstieg ins Tal finden wir Innsbruck in sanftes Nachmittagslicht gehüllt. Die Sonne steht noch weit oben über dem Horizont. Die berühmten Hausfassaden an der Flusspromenade strahlen fast frühlingshaft. Vom Stadtturm aus schauen wir auf die Dächer von Innsbruck und ich glaube, Vogelgezwitscher zu hören. 

Es ist Anfang Dezember, aber der Winter hat nur die Berggipfel erreicht. 

Der eigentliche Grund für unseren viertägigen Kurztrip nach Tirol ist aber die Adventszeit. Innsbruck liegt im Tal zwischen Nordkette und Patscherkofel. Vom alpinen Panorama eingerahmt, wirkt die Stadt fast wie eine Kulisse für einen Weihnachtsfilm und die Christkindl-Märkte setzen der Weihnachtsvorfreude den roten Hut auf.

Hier in Innsbruck verstehe ich plötzlich, warum Ausländer von überall auf der Welt nach Mitteleuropa strömen, um die Weihnachtszeit zu erleben. Das habe ich früher nie, für mich ist Weihnachten immer mit New York verbunden. Mit Großstadttrubel und Christmas Songs aus allen Lautsprechern. Aber hier gibt es keine roten Candy Canes und Eislaufbahnen zwischen den Wolkenkratzern. Die Weihnachtsstimmung ist nicht auf Hochglanz poliert und mit Zuckerguss bestäubt. Hier gibt es etwas ganz besonderes: Das Gefühl, in eine andere Zeit zu reisen. An einen Ort, der sich heimisch und gemütlich anfühlt. Wo enge Gassen mit Kronleuchtern geschmückt sind. Wo es nach Zimt und Glühwein duftet. Wo es Kaspressknödel und Sauerkraut, Erdbeeren in Schokolade und Mandeln gibt.

Wo Weihnachtsvorfreude so urig und echt ist, dass sie hier erfunden zu sein scheint. 

In Zusammenarbeit mit Tirol Werbung.


Belka Berlin 

Herausgeberin von The Fernweh Collective

Mit 5 Jahren wurde Belka als blinder Passagier an Bord einer sowjetischen Il-86 geschleust und leidet seitdem an Fernweh. In der Zwischenzeit hat sie die Welt bereist und die Aussicht auf eine Jura-Karriere gegen ein Leben mit ihrer Kamera "on the road" eingetauscht. In ihrer Freizeit träumt sie davon, mit einer Umweltaktivisten-Truppe in die Arktis durchzubrennen. Oder friedlich in einer einsamen Hütte auf Sansibar zu leben.  Je nach Tageslaune.

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Istanbul und Kappadokien, Türkei / Florian Schmitt

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New York, USA / Vanessa Utsch

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