You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Alaska | Maximilian Widder

Alaska | Maximilian Widder

Durch meine Begeisterung für nordische Länder war Alaska schon länger ein geplantes Reiseziel. Nicht, wie ursprünglich geplant, alleine, sondern in einer kleinen Gruppe ging es dann im August 2015 los. Mit einem Direktflug flogen wir von Frankfurt über Island, über die Nord-Ost Küste Grönlands mit ihren beeindruckenden Gletschern und nicht endenden Eiswüsten, über den Beaufortsee im Norden nach Alaska. Glücklicherweise hatten wir gutes Wetter und konnten so den Mount McKinley aus der Wolkendecke herausragen sehen.

Die ersten zwei Nächte verbrachten wir in Anchorage. Diese Zeit nutzten wir um erst mal unser Jetlag abzubauen, neun Stunden Flug mit zehn Stunden Zeitverschiebung lassen einen nicht unberührt. In Anchorage empfiehlt es sich bei einem der vielen verschiedenen Anbieter geführte Touren in die Nationalparks zu reservieren. Eingeschlossen vom Cook Inlet und den Chugach Mountains bietet die Stadt neben den zahlreichen, innerstädtischen Attraktionen eine extrem vielfältige Landschaft. Beim Sonnenuntergang bietet sich ein herrlicher Blick über Anchorage vom Flattop Mountain mit seinen 1.300 Metern an.

Auf der Strecke von Anchorage nach Talkeetna machten wir einen Abstecher zum Eagle Creek Valley, einem naturbelassenen Seitental mit zahlreichen Wasserfällen. Anschließend ging es dann ins Outback. Auf der Hatcher Pass Road kam unser vier mal vier Van inklusive Anhänger das erste Mal so richtig ins Schwitzen. Leider lässt die Straßenqualität in Alaska manchmal zu wünschen übrig – in diesem Fall handelte es sich um eine Schotterpiste. Gegen Abend erreichten wir dann Talkeetna und trafen uns mit dem österreichischen Reisefotografen Pascal Violo. Für den nächsten Morgen hatten wir einen Rundflug zum Mount McKinley mit ihm gebucht.

Das bedeutete leider auch früh aufzustehen nur, um dann festzustellen, dass es am Berg bewölkt ist und der Flug frühestens um elf Uhr starten kann. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir endlich los. Die nächsten zwei Stunden überflogen wir die Alaska Ranch und das Denali Massiv – ich glaube die Fotos sprechen für sich. Nach dem atemberaubenden Rundflug brachen wir auf in Richtung Healy am östlichen Rand des Denali National Park.

Erwartungsvoll starteten wir in den nächsten Tag, geplant war eine 270 Kilometer lange Rundtour mit dem Denali Shuttle Bus zum Wonderlake. Bereits auf den ersten Meilen konnten wir Bären, Moose und Caribous sichten – leider aus sehr großer Entfernung. So bleibt die zwölfstündige Fahrt als anstrengendes aber dennoch sehenswertes Ereignis in Erinnerung – gegen Ende hielt uns lediglich der rasante Fahrstil der todesmutigen Busfahrerin wach.

In Fairbanks angekommen machte sich nach einigen Tagen das erste Mal wieder eine wirkliche Zivilisation bemerkbar. Mit seinen fast hunderttausend Einwohner wirkt die Stadt trotzdem recht klein und ländlich. Landschaftlich stand nichts auf dem Programm jedoch besichtigten wir das Fairbanks Museum of the North, welches die gesamte Geschichte des Staates Alaska darstellt. Weiter ging es dann auf die knapp sechshundert Kilometer lange Strecke in Richtung Valdez quer durch zwei Gebirgsketten, durch unendlich große Wälder und schließlich dann an den Rand des Prince William Sound. Auf diesem wirklich fast unbewohnten Routenabschnitt wurden wir wieder von einigen Tieren überrascht und sahen zum ersten Mal ein männliches Moose mit seinem stolzen Geweih.

Von Valdez aus unternahmen wir eine Tour tief in den Prince William Sound entlang der zahlreichen Fjorde mit ihren teils noch sichtbaren Gletschern. Unser Ziel war der Meares Gletscher, einer der wenigen wachsenden Gletscher im Sound. Nach fünf Stunden Fahrt machten sich dann die ersten Eisschollen bemerkbar, in dem sie mit dem Rumpf des Schiffes kollidierten. Eine weitere Stunde fuhren wir tiefer in den Fjord bevor wir den ersten Blick auf die achthundert Meter breite und vierzig Meter hohe Gletscherfront bekamen. Überraschenderweise waren wir nicht alleine, vor dem Gletscher tummelten sich hunderte Robben auf kleinen Eisschollen. In unregelmäßigen Abständen brachen unter ohrenbetäubendem Lärm hausgroße Stücke ab und verursachen meterhohe Wellen.

Wie bereits auf der Hinfahrt konnten wir auch auf der Rückfahrt weitere Weißkopfseeadler beobachten. Als Marketingstrategie für Bootstouren wird mit Walsichtungen geworben. Uns wurde gesagt, dass man diese sehr selten sieht. Wir hatten Glück! Auf der Rückfahrt wurden wir über längere Zeit von Schweinswalen begleitet, welche größte Freude hatten, um unser Schiff zu springen. Kurz vor Valdez gesellten sich Buckelwale, und sogar eine Walkuh mit Kalb, hinzu.

Mit der Autofähre durchquerten wir den Prince William Sound nach Whittier und nach einem kurzen Stop am Exitglacier ging es über die Kenai Halbinsel weiter nach Homer. Kenai ist für seine vielfältige Landschaft bekannt. Es finden sich, abgesehen von der arktischen Eiswüste, alle Regionen mit ihren charakteristischen Lebewesen wieder. Homer ist ein kleines Städtchen mit circa viertausend Einwohner, welches sich vom Rand eines kleinen Hügels über eine Landzunge von acht Kilometer Länge und zweihundert Meter Breite erstreckt.

Am darauffolgenden Tag erkundeten wir die Wattlandschaft – der Tidenhub in Alaska erstreckt sich über mehrere Meter. Anschließend buchten wir spontan einen Flug mit einer Cessna ins nahegelegene Seldovia. Dort gelandet wurden wir bei laufendem Motor abgesetzt und nur schnell gefragt wann wir abgeholt werden wollen ehe er schon wieder weg war. Seldovia wirkte wie ein kleiner verschlafener Ort, der irgendwann im letzten Jahrhundert stehengeblieben ist. Es gab zwei Straßen, einen kleiner Hafen, eine Poststation und ein Restaurant. Beim Rückflug konnten aus der Luft nochmals Wale sehen. Zurück in Homer war die Begeisterung so groß, dass wir für den nächsten Tag eine fünfstündige Tour zur Bärenbeobachtung buchten.

Nach einem typisch amerikanischen Frühstück, bestehend aus Hash Browns, Bacon und Eiern ging es los. Zunächst stiegen wir auf circa viertausend Fuß auf und überquerten den Cook Inlet. Nach einer Stunde erreichten wir die Vulkane Iliamna und Redoupt, aus welchen seit ihrem letzten Ausbruch vor einigen Jahren immer noch heißer Rauch emporsteigt. Nach einem kurzen Rundumblick und der Frage "Ready?" – Klar, für was denn? – drückte der Pilot die Nase des Flugzeugs nach unten und wir schossen dem Boden entgegen. Meine Organe drehten sich gefühlt einmal im Kreis, ehe wir kurz danach mit einem traumhaften Ausblick auf die Chinitna Bucht belohnt wurden in welcher wir am Strand zur Landung ansetzten. Eingekleidet in Wathosen machten wir uns auf den Weg zu dem vom Flieger aus gesichteten Bären.

Nach der Rückkehr von der Bärenbeobachtung ging es in die kleine Küstenstadt Seward. Nachts um drei wurden wir von wunderschönen Polarlichtern überrascht. Es ist wohl sehr ungewöhnlich diese im Sommer und dann auch noch recht weit südlich zu sehen – wir hatten verdammt viel Glück. Die letzte Etappe führte uns, mit einem kurzen Zwischenstop im Alaska Wildlife Conservation Center, zurück in Richtung Anchorage. Im Wildlife Center werden verletzte Tiere wieder fit gemacht und teilweise auch vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie der Wood Bison, aufgezogen und in Herden ausgewildert.

Hier unsere Karte zur Rundreise.


 
 

MAXIMILIAN WIDDER

Bayern, Deutschland

Maximilian hatte bis vor einigen Jahren überhaupt kein Interesse an der Fotografie. Ein längerer Auslandsaufenthalt im Rahmen seines Bauingenieursstudiums öffnete ihm dann die Augen und er entwickelte eine Leidenschaft fürs Knipsen. Neben dem Fotografieren auf Reisen liegt sein Fokus auf der Hochzeitsfotografie.

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