You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Alpen | Katinka Stone

Alpen | Katinka Stone

Heute nehmen wir euch mit auf eine Tour durch Mitteleuropa, durch vier Länder und drei Jahreszeiten. Eines haben alle drei Ziele gemeinsam: sie liegen in den wunderschönen Alpen. Die Sehnsucht nach den Bergen treibt mich nun fast jede Woche weg vom Schreibtisch Richtung Süden. Deswegen startet auch diese Tour am Starnberger See, südlich von München, in Richtung Allgäu.

Unser erstes Ziel: der Hahnensee in der Schweiz, genauer gesagt im Engadin. Wir sind mit dem Auto unterwegs und da ich lieber länger unterwegs bin, dafür aber mehr sehe, machen wir diese Tour komplett ohne eine Autobahn zu nutzen. Das Allgäu lassen wir nach anderthalb Stunden hinter uns, übrigens auch ein Traum und immer einen Ausflug wert, und kommen auf dem Weg nach Silvaplana durch Österreich und Liechtenstein, ganz knapp am Bodensee vorbei. Unsere erste Nacht möchten wir hoch oben in den Bergen in Arosa verbringen. Es ist bereits Nachmittag. Es ist Spätherbst, Ende Oktober.

Rings um uns herum die Berge. Sie schimmern in den schillerndsten Farben. Der Herbst zeigt sich heute von seiner allerschönsten Seite und noch dazu haben wir unendlich Glück mit dem Wetter – die Sonne scheint. Der Weg nach Arosa ist kurvenreich und absolut atemberaubend. Wir passieren rustikale Dörfer und staunen nach jeder Kurve über die majestätischen Gipfel, die vor uns, hinter uns und neben uns liegen. Auf dem Weg nach oben halten wir in einem kleinen Dorf an – die Häuser sind einfach zu hübsch, um sie nicht genauer zu betrachten. Die Wolken hängen inzwischen tief zwischen den Bergen. Es ist schon dunkel als wir in Arosa ankommen. Das Hotel liegt an einem kleinen See, das Zimmer ist komplett holzvertäfelt. Offen hat fast nichts, es ist Zwischensaison, aber das stört uns überhaupt nicht. Touristenmassen sind nicht unser Ding.

Am nächsten Morgen treibt uns die Neugier schon früh aus den Betten. Es ist frostig. Wir haben unter null Grad. Ich bin trotzdem nur mit meiner Softshelljacke und -hose unterwegs und hoffe, dass die Wanderung, die später hoch zum Hahnensee geplant ist, mich ausreichend aufwärmen wird. Kurz nach acht sitzen wir schon wieder im Auto. Arosa war ein kleiner Umweg auf unserem Weg zum eigentlichen Ziel. Erst jetzt sehen wir alles bei Tageslicht, ein typischer Skiort.

Zurück auf unserer eigentlichen Route halten wir kurz am Marmorera Stausee, anschließend überqueren wir einen der spektakulärsten Pässe – den Julierpass. Ich kriege mich gar nicht mehr ein – was wir alles zu Gesicht bekommen! Es ist rau, es ist wild. Mit das Atemberaubendste, was ich nach Norwegen in Europa in den Bergen sehen durfte. Es ist ein bisschen, als wären wir gar nicht in Europa, sondern irgendwo in Amerika unterwegs. Es ist wie ein Rausch. Ein ganz schön großer Glücksrausch.

Hier und da sehen wir kleine Hütten aus Holz, Ansammlungen von Steinhäusern, einsame Viehherden und kaum Bäume. Alles ist wild und von langen, kalten Wintern gezeichnet. Hier oben kann ich den Winter förmlich riechen. Wir halten alle paar Meter an. Ich möchte gerne hierbleiben. Wo wollten wir noch mal hin? Das hier scheint das eigentliche Ziel unserer kleinen Reise zu sein. Hier fühle ich mich zuhause. Hier ist der Alltag meilenweit entfernt. Besonders faszinierend ist hier die Vielfalt der Natur. Jetzt sind wir fast da. Die Fahrt führt immer weiter bergab. Noch ein kleiner Zwischenstop am Lej da Güglia. Und da ist es: das traumhafte Engadin liegt nun vor uns – ein Hochtal im Kanton Graubünden, eines der höchstgelegenen, bewohnten Täler Europas. Ich füge noch schönsten hinzu. Es ist atemberaubend.  Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Zu unserer linken der Champfèrersee und zu unserer rechten der Silvaplanersee.

Auf dem Weg nach unten sollte man unbedingt kurz vor der Haarnadelkurve auf der linken Seite auf dem kleinen Parkplatz anhalten und sich dort auf die Bank setzen – einen schönere Aussicht wird es an diesem Tag fast nicht mehr geben. Wir fahren runter an die beiden Seen, hier weht ein Wind fast wie am Meer, parken das Auto kurz vor Surlej auf einem derzeit kostenlosen Parkplatz. Hier fahren übrigens auch die Bergbahnen auf den berühmten Corvatsch, einer der höchsten Berge im Engadin.

Doch das ist immer noch nicht unser Ziel. Ich freue mich jetzt wie ein kleines Kind auf die Wanderung hoch zum Hahnensee, angeschlagen mit anderthalb Stunden. Ich bin nicht trainiert und aus Bayern gewöhnt, dass die Zeiten oft viel zu lang angeschlagen sind, doch das hier ist die Zeit für die sehr trainierten Wanderer unter uns. Wir brauchen viel länger hoch zum See. Die Wanderung ist ebenfalls eine der Schönsten, welche ich je unternommen habe. Der Weg führt durch den allerschönsten Wald über Steine und Geröll. Zwischendurch halten wir an und drehen uns um, um die schöne Aussicht auf die Seen zu genießen. Wir treffen fast keine Wanderer. Oben am See angekommen finden wir ein paar Bänke, eine geschlossene Hütte und ein paar Touristen, die gerade ihr Pausenbrot genießen. Wir setzen uns an den kleinen See, machen ebenfalls Pause, genießen die warmen Sonnenstrahlen, die ersten Anzeichen von Muskelkater und die herrliche Aussicht.

Wieder unten angekommen könnte man nun wieder zurück Richtung Deutschland nach München fahren, Sankt Moritz auf dem Weg dorthin bestaunen und noch in einem der kleinen Bergdörfer anhalten. Für uns geht es allerdings weiter zum nächsten, etwas weiter entfernten Ziel: den Pragser Wildsee in Italien. Genauer gesagt in Südtirol. Der Lago di Braies, wie er in Italien genannt wird, ist ein bei Touristen extrem beliebtes Ausflugsziel. Deswegen empfehle ich weder in den Ferien noch am Wochenende dahin zu fahren und unter der Woche am besten so früh wie möglich.

Direkt am See liegt ein Hotel, welches man gut für eine Übernachtung nutzen kann. Die Wanderung um den See ist vom Schwierigkeitsgrad her sehr einfach und in gut ein bis zwei Stunden zu schaffen. Wanderschuhe sollte man trotzdem dabei haben. Besonders beliebt sind die kleinen Holzboote, die man sich ausleihen kann. Auch hier kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus – der See liegt zwischen Bergen in einem atemberaubenden türkis vor uns. Definitiv eine Reise wert, ob auf dem Weg nach Venedig oder als Tagestrip von Innsbruck oder München.

Diesen Trip haben wir übrigens im Sommer gemacht. Solltet ihr auf dem Weg nach Norden sein, also nach München oder noch weiter nördlich, könnt ihr auf dem Rückweg einen kleinen Zwischenstopp in "Little Canada“ einlegen, unser letzten Ziel auf unserer Alpentour ist der Eibsee. Definitiv einer meiner liebsten Seen hier in Bayern. Ich bekomme dort bestimmt bald meinen eigenen Parkplatz so oft war ich inzwischen da. Er liegt in der Nähe von Garmisch und dem kleinen Ort Grainau. Und weil wir immer noch in den Alpen sind, genauer gesagt in den Ostalpen, ist hier eine weitere Attraktion zu finden.

Der See liegt am Fuße der Zugspitze. Der höchste Berg in Deutschland. Wenn ihr am Eibsee angekommen seid, könnt ihr mit der Bahn hoch oben auf den Berg fahren und die Aussicht bei einem Weizen oder Kakao genießen oder ihr macht eine Wanderung um den Eibsee, der mit seinen kleinen, idyllischen, mitten im See gelegenen Inseln wirklich ein Traum ist. Für mich ist die Gegend hier sowas wie "Little Canada“, weil mich die Landschaft und die ganze Szenerie so gar nicht an Deutschland, sondern an Kanada, erinnert. Es ist wild und sehr, sehr besonders.

Geht man rechts um den See herum, erwartet einen das Highlight direkt am Anfang der Tour. Vielleicht entdeckt man ja die kleine Halbinsel mit den zwei großen Bäumen, unter denen man prima seine Hängematte aufhängen kann. Entspannung ist hier vorprogrammiert und auch ein toller Ort für Kinder. Mit diesem letzten Ort endet unsere kleine Alpen Tour. Never stop exploring!


 
 

KATRIN STEIN

Köln, Deutschland

Katrin kommt ursprünglich aus Erfurt und lebt seit einigen Jahren, zusammen mit ihren beiden Katern, in Köln am Rhein. Mit mindestens drei Urlauben im Jahr, mit denen sie schon als Kind von ihren Eltern verwöhnt wurde, geht das Reisen heute fröhlich weiter. War es damals meistens Norwegen, Dänemark, die heißgeliebte Ost- oder Nordsee, geht es heute am liebsten in den Süden in die Sonne oder über den Atlantik nach New York oder Miami. Als Fotografin kann sie Ihre Leidenschaft glücklicherweise mit ihrem Beruf verbinden.

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Azoren | Jasmin Marek

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