You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Bali | Julia und Sascha Schmidt

Bali | Julia und Sascha Schmidt

Header_Bali.jpg

Bali war für uns stets ein unerreichbares Ziel – ein immer wiederkehrender Traum. Ein weit entfernter exotischer Ort, den wir uns mit seiner Flora und Fauna wie das Paradies auf Erden vorgestellt hatten. 

Im April 2017 machten wir aus diesem Traum Realität und bereisten für zwei Wochen die Insel der Götter. Wir hätten locker zehn Wochen dort verbringen können, aber bedingt durch unseren Terminkalender waren zwei Wochen das Maximum. Unser Hotel lag in Sanur, an der Ostküste Balis. Von dort aus erkundeten wir nahezu jeden Tag ein anderes Fleckchen dieser magischen Insel, die mit beeindruckender Architektur und zauberhaften Details an jeder Ecke aufwartet. Die Temperaturen lagen konstant bei knapp über 30 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit betrug zwischen 80 und 90 Prozent. Definitiv eine körperliche Neuerfahrung und Herausforderung für uns.

Unser erster Halt war Ubud, vor allem bekannt durch seinen berühmten Affenpark. Wir entschlossen uns bewusst gegen den Besuch des Parks, da wir die unwürdige Tierhaltung und den Missbrauch der Affen zu Diebstahlzwecken nicht unterstützen wollten.

Ubud ist bekannt als die Stadt der Künstler: Handwerkskunst, Malereien und Schmuck an jeder Straßenecke. Wir besuchten eine Werkstatt, in der Statuen für Tempel hergestellt wurden. Reine Handarbeit, keine Ausbildung oder Ähnliches. Die Arbeiter des Familienbetriebs lernen autodidaktisch, indem sie ihren Kollegen über die Schulter blicken und selbst ausprobieren. Die Ergebnisse sind unfassbar detailliert und schlichtweg wunderschön.

Das Zentrum Ubuds wartete mit einem beindruckenden Tempel und einer Residenz der Königsfamilie auf uns. Auf dem Markt Ubuds herrschte indessen reges Treiben: Feilschen um jeden einzelnen Rupia und immer wieder Roller, die durch die schluchtartigen engen Gassen schossen. Allgemein ist der Roller Fortbewegungsmittel Nummer Eins in Bali. Laut Einheimischen können sich die meisten den Unterhalt für ein Auto nicht leisten und greifen deshalb auf die kostengünstigere Variante des Rollers zurück. Straßenregeln scheint es indes auf Bali keine zu geben. Wer lauter hupt, hat Vorfahrt. Wer bremst, verliert.

Unser Trip in den Norden führte uns zum Wassertempel Ulun Danu Bratan, einer der berühmtesten Tempelanlagen der Insel. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir einen riesigen verlassenen Hotelkomplex. Als wir unseren Fahrer fragten, was es damit auf sich hatte, erklärte er uns, dass es dort spukt. Beim Bau der Hotelanlage kamen viele Arbeiter ums Leben, der Bau wurde abgebrochen und das fast fertige Hotel steht dort seit Jahren leer. Unser Fahrer sagte uns, dass er nun aufhören muss, über das Hotel zu sprechen. Er bekomme eine Gänsehaut und der Schauer laufe ihm den Rücken hinunter, wenn er nur an das Hotel denke. Das Hotel trägt inzwischen im Volksmund den Namen „The Ghost Palace Hotel“. Definitiv ein treffender Name. 

In Bali ist der Hinduismus die vorherrschende Religion. Opfergaben für die Götter vor jedem Gebäude, Geschäft oder Wohnhaus prägen das Landschaftsbild Balis und vor allem auch die Gesellschaft. Wir hatten das große Glück, während des Kuningan Festes auf der Insel zu sein. Dies ist einer der wichtigsten Feiertage im Hinduismus und wird in Bali gebührend gefeiert. Räucherstäbchen, exotisch anmutende Musikklänge und Menschenmassen rund um die Tempel der Insel. An diesem Tag lag etwas Magisches in der Luft, eine Atmosphäre wie wir sie noch nie zuvor erlebt haben.

Im Allgemeinen hatten wir das Gefühl, Bali veränderte etwas in uns. Die unglaubliche Schönheit und Vielfalt der Insel mit Reisfeldern, Dschungel-Arealen, Kokospalmen und dem Duft nach Gewürzen, Salz und Frangipaniblüten hüllten uns in die Gelassenheit der Balinesen ein. Selbst die unzähligen Straßenhunde schienen einer ganz eigenen Mission nachzugehen und wir waren definitiv kein Teil davon. Es scheint nicht nur für die Balinesen, sondern auch für die Hunde zu gelten: „Wer laut wird, verliert sein Gesicht“. So wird auch einem Auffahrunfall im Straßenverkehr mit Freundlichkeit begegnet. In Deutschland ist dies unvorstellbar. Selbst bei dem Verkehr, der dem wilden Treiben in einem Ameisenbau ähnelt, wird niemals geflucht – obwohl wir Europäer gefühlte 100 Herzinfarkte erlebten.

Im Norden begaben wir uns auf einen Trip durch den Dschungel. Ziel unserer Wanderung war der GitGit Wasserfall. Auf dem engen, rutschigen Weg dorthin zahlreiche kleine Mädchen, die versuchten, uns für ein paar Cent selbstgemachten Schmuck zu verkaufen. Die Armut der Insel spürte man an jeder Ecke, im Norden gefühlt noch mehr als im Süden.

Die Wanderung war extrem anstrengend, die Luftfeuchtigkeit im Dschungel noch höher als auf den Freiflächen. Der GitGit Wasserfall selbst war so gut wie unbesucht, kaum Touristen weit und breit. Die versteckte Lage und die längere Wanderung schreckten anscheinend doch die meisten ab. Doch es hat sich gelohnt. Es war schlichtweg beeindruckend: Die Höhe, die Kraft des Wassers und der verursachte Wind. Der Anblick entschädigte für jeden einzelnen vergossenen Schweißtropfen. 

Die wundervollen Eindrücke, die wir in den zwei Wochen in Bali sammelten, sind unzählbar. Wir waren schlichtweg überwältigt von der Kultur, der Offenheit und Freundlichkeit. Vor allem aber von den magischen Details, die an jeder Ecke auf uns warteten und Bali so besonders machen. Und so hatten wir tatsächlich ein für uns neues Paradies auf Erden gefunden.


 
juliaundsascha_bw.png
 

JULIA UND SASCHA SCHMIDT

Stuttgart, Deutschland

Julia und Sascha sind ein abenteuerlustiges Fotografenehepaar aus der Nähe von Stuttgart. Neben dem Reisen lieben sie guten Kaffee, Sonnenaufgänge und sind absolute Serienjunkies.

BLOG | FACEBOOK | INSTAGRAM

Irland | Jasmin Marek

Irland | Jasmin Marek

Neuseeland | Melina Keil

Neuseeland | Melina Keil