You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Färöer Inseln | Franziska Hain

Färöer Inseln | Franziska Hain

Die Färöer-Inseln. Ein entlegener Inselstaat fernab der Touristenpfade. Wilde Natur, raue Küsten und unbeständiges Wetter.

Seitdem ich die kleine, auf den ersten Blick ziemlich verloren gelegene Inselgruppe zwischen Schottland und Island vor vielen Jahren noch als Kind in meinem Atlas entdeckt habe, stand sie auf meiner Reise-Wunschliste. Ich weiß nicht sicher, was mich am meisten fasziniert hat, aber die einsame und trotzige Lage im Nordatlantik, das Fußballspiel der Färinger und die Tatsache, dass alle Inseln zusammen kaum mehr Einwohner haben als hier die nächste Kleinstadt, hat sicher das Seinige dazu getan. Und tatsächlich hat jeder Ort, völlig egal, ob er nach Einwohnerzahl überhaupt eine Mannschaft zusammen bekommt und ob Wind und Wetter es erlauben, einen Fußballplatz. 

Im März sind wir relativ spontan über Kopenhagen nach Vagar geflogen.

Um ehrlich zu sein, sage ich noch immer gerne, „wenn ich groß bin, wohne ich am Meer“. Auf den Färöer-Inseln ist das ganz einfach. Es gibt kaum Häuser, die weiter als eine paar hundert Meter vom Meer entfernt stehen. Wir hatten ein Sommerhaus in Hellur (man sollte besser nicht versuchen, das irgendwie deutsch-englisch-pseudo-isländisch auszusprechen, man liegt sowieso daneben) auf Eysturoy gemietet. Direkt am Meer.

Ohne Fährüberfahrt sind Vagar, Streymoy, Esturoy und von Nordoyggjar die Inseln Kalsoy, Kunoy, Vidoy und Bordoy erreichbar. Vagar und die Nordinseln sind mit langen Tunneln an die mittig gelegenen Inseln Streymoy und Esturoy angebunden, die zum Teil nur einspurig befahren werden können. Unser kleines Sommerhaus hat sich ziemlich mittendrin als ideale Ausgangsbasis erwiesen, zum Einen zum Wandern und zum Anderen zum Erkunden der anderen Inseln. 

Auf allen Inseln gibt es kaum Tage ohne Regen. Mal dauert er wenige Sekunden, mal den ganzen Tag. Dazu kommt oft ein starker Wind. Binnen kürzester Zeit kann es dann wieder windstill werden und die Sonne schaut hervor. Es gab Tage, an denen wir von strahlend-blauem Himmel, über Regen, Hagel, Wind und Schnee alles erlebt haben - oft innerhalb weniger Stunden. Neblig ist es hier erst, wenn man wortwörtlich die Hand vor Augen nicht mehr sieht und stürmisch, wenn man die Haustür nicht mehr gegen den Wind aufdrücken kann.

Auf eine Wanderung zu gehen ohne Regenkleidung im Rucksack zu haben, passiert einem hier nur einmal. Doch genau dieses unberechenbare Wetter, die majestätisch wirkende Natur, umgeben von rauen Küsten und peitschenden Wellen machen diese Inseln zu etwas ganz besonderem. Licht und Schatten lassen die Landschaften immer wieder surreal wirken. 

Im Grunde reicht es schon sich die Regenhose und Regenjacke überzuwerfen und aus der Haustüre herauszustoplern und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Obwohl die Inseln karg und eher einsam sind, es keine Bäume gibt und man eher selten jemand anderem begegnet, strahlen sie und vor allem ihre Bewohner ein großes Maß an Herzenswärm und Behaglichkeit aus.

Es lohnt sich die sogenannten „Buttercup Routes“ abzufahren, die außergewöhnlich schöne Ausblicke haben und oft zu besonders schönen Orten führen. Gjógv mit seinem natürlichen Hafen, Elduvik oder Gásadalur und seinen Wasserfall sollte man sich gönnen. Aber vor allem sollte man wandern. Es gibt eine ganze Reihe gut bis mäßig ausgeschilderter Wanderwege. Am Flughafen kann

man dazu zahlreiche kostenlose Karten und Infobroschüren bekommen, die sehr viel besser als die doch eher sparsam vorhandenen deutschen oder englischen Reiseführer sind. Die schönsten Ausblicke wie beispielsweise auf den Bøsdalafossur oder vom Slættaratindur, dem höchsten Berg gibt es nur zu Fuß. Die Ausblicke, die einen erwarten, sind einige Anstrengungen wert. Menschen begegnet man hierbei eher selten, dafür umso mehr Schafen. Diese stören sich nicht an Wind und Wetter, auch nicht an den steilsten Klippen oder gar herannahenden Autos. Auch Menschen werden selten gemieden, zumindest sicher nicht, wenn sie gerade eine Pause einlegen und sich mit etwas Essen stärken wollen. 

Wer ein bisschen mehr Zeit hat, sollte nach Mykines fahren. Die Insel ist in der Wintersaison lediglich zwei Mal wöchentlich mit dem Helikopter, der hier ein völlig normales Verkehrsmittel darstellt, zu erreichen. Hier ist es - auf untouristischen Färöer - noch weniger touristisch. Die Wanderung zum Leuchtturm führt vorbei an den Brutplätzen verschiedener Vogelarten - unter anderem denen der Papageientaucher. Mykines ist ein Paradies für Vogelkundler. Leider waren wir zu früh, um Papageientaucher zu sehen. Sie kommen erst Ende April, dafür konnten wir verschiedenste Möwenarten und Basstölpel sehen und es gibt auch immer einen Austernfischer, der irgendwo um einen herum stolziert.

Aber das Größte an allem war, dass all das, was uns immer wieder umgetrieben hat, was wir mitgebracht haben auf die Inseln, um es uns vielleicht ein bisschen aus dem Herzen zu wandern oder um etwas Abstand dazu zu bekommen, so unendlich klein geworden ist, neben all den Landschaften, all den Ausblicken, all der Wildheit und Schönheit, die uns die Inseln gezeigt haben. Sie haben uns still werden lassen vor dem Anblick der Natur. Kein Tag ohne Regen. Kein Tag ohne Sonne. Kein Tag ohne Regenbogen. 


 
 

FRANZISKA HAIN

Frankfurt, Deutschland

Franziska ist leidenschaftliche Hochzeits- und Portraitfotografin. Sie liebt das Abenteuer und das Reisen, die Natur und gutes Essen, den Herbst, Mixed Tapes und Roadtrips, handgeschriebene Briefe und Gin und vor allem das Meer. Sie lebt mit ihrem Mann Sebastian, Kater Kalle und Hund Lieschen in der Nähe von Frankfurt. 

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