You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Abenteuer Hawaii | Belka Berlin

Abenteuer Hawaii | Belka Berlin

Hawaii Adventures

Als der Flieger den Boden vom Flughafen Honolulu streift, hat sich die Dunkelheit bereits über die Insel gelegt. Es ist spät abends, die Luft ist sommerlich schwül, vor der Ankunftshalle zwitschern tropische Vögel, irgendwo spielt leise Hula-Musik und nach wenigen Minuten ziert eine bunte Lei-Kette meinen Hals. Das ist Hawaii – so vertraut, wie man es aus Filmen und von Bildern kennt und doch so komplett anders, vielfältiger und überraschender als man es sich vor der Reise vorstellte.


Oahu - die Dschungelinsel

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Der erste Halt unserer einwöchigen Reise führt nach Oahu. Oahu ist eine Insel, auf der die traditionelle und die westliche Kulturen verschmelzen, wo Großstadtlichter von Honolulu sich mit dem Surferleben in Haleiwa abwechseln und wo man sich tagsüber salz- und sandverschmiert an den Stränden und abends in erstklassigen Jazz-Clubs treffen kann. Oahu ist die Schöne mit den Tausend Gesichtern, eine Art Chamäleon-Insel. Hier ist man nie am falschen Ort – hier findet jeder, was er sucht. 

Nach dem wir unseren Tag mit Strandyoga am Waikiki Beach begonnen haben, geht es anschließend zum Dschungelabenteuer auf der Kualoa RanchKualoa ist ein privates Naturgebiet, welches als Farmland für Rinder genutzt wird. Der inoffizielle Name des Gebiets ist jedoch "Jurassic Valley", weil die Ranch als Kulisse für unzählige Filme diente. Das Wort "Kualoa" bedeutet "langer Rücken" und beschreibt zutreffend die majestätische Landschaft am östlichen Ende von Oahu. Eine lange Kette dicht bewachsener Hügel zieht sich quer über das Tal hinab zum Meer. Über die Wiesen des heiligen Tals stampfte einst Godzilla und die Lost-Crew fristete hier ihr Robinson-Crusoe-Dasein. Heute hängen bedrohliche Wolken über den sattgrünen Hügeln. Als wir in Quads über die Feldwege fahren, fallen dicke Regentropfen in die Fußabdrücke von Sauriern und bilden Pfützen. King Kongs Knochen liegen verstreut vor einem Berghang. In der Stille zwischen den Bergen bekommt man ein wenig das Gefühl, wie friedlich und ursprünglich Hawaii im vergangenen Jahrtausend gewesen sein mag.

Auf der nördlichen Seite der Insel sieht Oahu ganz anders aus. In der Surfer-Stadt Haleiwa drehen sich die Tage um Kunst und Sport. Man surft, kreiert und verkauft, macht Mittagspause an einem der berühmten Food Trucks entlang der Strecke von Kahaku nach Haleiwa und gibt sich zwischen Schrimps, veganen Wraps und hausgemachter Kombucha dem hawaiianischen Lebensstil hin. Das Leben hier hat eine Prise Unbeschwertheit, die man nur an Orten mit Sandböden wahrnehmen kann. So als würden die Sandkörner die raue Oberfläche und all die Kanten, die man als Stadtbewohner über Jahre bekommt, abschleifen. Am Sunset Beach in der Waimea Valley lassen wir die erste Reiseetappe ausklingen. Und auch wenn ein Sturm aufzieht und den Sonnenuntergang verdunkelt, bleibt eins sicher – die Sonnenseite des Lebens ist hier.

Tipps für Oahu

 


Big Island - die Vulkaninsel

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Die Ankunft auf Big Island kündigt ein Kontrastprogramm an. Diejenigen von uns, die sich auf Bikini- und Flipflopwetter einstellten, schauen mit leichter Skepsis auf die Landebahn. Hilo ist in einen Schleier aus Regen gehüllt, es ist deutlich frischer als auf Oahu und der Landeanflug erinnert an die Ankunft auf isländischem Boden. Schwarze Felder soweit das Auge reicht, düstere Landschaften und eine Weite, die auf Oahu nicht so wahrnehmbar war. Auch die Uhren scheinen hier ganz anders zu ticken – auf unserem Weg vom Flughafen fehlen die üblichen Spuren des urbanen Lebens, von großen Shopping Malls oder Beach Bars sehen wir nicht viel. Stattdessen strömt der Duft vom warmen Sommerregen durch unsere Autofenster. Die Straßen Hilos glänzen von trocknenden Regentropfen. In der Ferne zeichnet sich ein Regenbogen ab.

Den größten Teil unseres Aufenthalts werden wir von Richie, unserem Guide, begleitet. Einen ganzen Tag lang fährt er uns quer über die Insel, erzählt von Göttern und Königen, von Bräuchen der Urahnen und Veränderungen durch die Moderne. Früher arbeitete er für die Uni, heute ist der über 50-Jährige ein Fremdenführer, der die Besucher mit seiner unermüdlichen Begeisterung und seinem schier übermenschlichen Wissen in den Bann der Insel zieht. Es gibt kaum eine Frage, die Richie nicht beantworten kann. Einer der Lieblingscharaktere seiner Geschichten ist Pele, die Feuer- und Vulkangöttin, die ihren ständigen Wohnsitz im Krater des Vulkans Kilauea haben soll. Verschiedene vulkanologische Phänomene wurden nach ihr benannt, wie die Haare von Pele (dünne Fäden vulkanischen Glases) und Tränen von Pele (erstarrte Lavatropfen). Auf Hawaii gibt es das Gerücht, dass Pele jeden verflucht, der Lavagestein von der Insel nach Hause mitnimmt. Und tatsächlich häufen sich im Visitor-Center der Nationalparkverwaltung von Hawaii Rücksendungen von Lavasteinen, die vom Pech verfolgte Touristen zurückschickten. 

Mit Richie gehen wir auf Wanderschaft durch die Lavafelder, die sich wie eine schwarze Samtdecke um die Küste legen. Kilometer um Kilometer legen wir im Hawaii Volcanoes National Park zurück und nähern wir uns der Rauchwolke – der Stelle, wo der heiße Lavastrom in den kalten Pazifik mündet. Der Hauptkrater Halemaumau ist seit 2008 wieder aktiv und beherbergt einen brodelnden Lavasee. Am darauffolgenden Tag bekommen wir das ganze Spektakel in voller Schönheit zu sehen – während wir in einem Hubschrauber unsere Runden drehen, brodelt unter uns rotes Lava im Krater und füllt die Luft mit Rauchwolken und Schwefelgeruch. Das ist Big Island. Die Insel strahlt nicht tropisch verführerisch – sie ruht in sich. Sie hat eine tiefe dunkle Seele, ist karg, roh und irgendwie grundehrlich.

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Tipps für Big Island

 

Übernachten: Grand Naniloa Hotel Hilo

Vulkanabenteuer: KapohoKine Adventures  (Tagestour inkl. Ziplining über Wasserfällen und Wandern im Lavafeld)

Panorama: Kīlauea Visitor Center

Wein & BBQ: Volcano Winery


Maui - die Tropeninsel

Maui, unsere letzte Station, ist die Insel, die ich sofort "begreife". Als jemand, der einen großen Teil des letzten Winters barfuß am Äquator verbracht hat, weiß ich die tropische Hitze und die blendende Sonne zu schätzen. Sie betäuben ein bisschen den Kopf und lassen die körperliche Anstrengung der letzten Wandertage verschwinden. Auf Maui klingelt mein Wecker bereits um 4 Uhr früh, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Nach all den Tagen in Wanderschuhen, fühlt sich der nasse, grobe Sand unter meinen Füßen vertraut an. Irgendwo in der Ferne warten unzählige Besucher auf dem Gipfel des Haleakala Nationalparks auf den Beginn des neuen Tages. Die Sonne steigt langsam am Horizont auf und hüllt die Nachbarinseln Lanai und Molokai in ein sattes Violett. Segelyachten schaukeln noch im Tiefschlaf, immer mehr Surfer und Stand Up Paddler tauchen am Kaanapali Beach auf, stürzen sich in die Fluten und lassen sich von den Wellen forttragen. Für die Menschen hier gehört das Meer zu ihrem täglichen Leben.

Von den drei Inseln, die wir besuchen, ist Maui die mit dem größten Urlaubsgefühl. Die Nachbarstadt Lahaina strahlt in den hellsten Blautönen. Kleine Läden, Gallerien und Künstlercafés grenzen an die kalifornisch anmutende Promenade. Lahaina bedeutet übersetzt "unerbittliche Sonne" und war einst die Hauptstadt von Maui. Im neuzehnten Jahrhundert wurde das Städtchen zu einem wichtigen Ort auf der Route der Walfang-Schiffe, die hier anlegten. Unter den Tausenden von Matrosen, die in Lahaina an Land gingen, soll auch Herman Melville gewesen sein, der später mit seinem Roman "Moby Dick" dieser Ära ein Denkmal setzte. Auch heute, zwei Jahrhunderte später, kann man während der Hochsaison noch direkt vom Strand Wale beobachten – so berichten uns die Einheimischen. 

Wenn man Urlaub auf Maui macht, kommt um die legendäre Road to Hana nicht herum. Die Strecke von Kahului nach Hana ist lediglich 52 Meilen lang, aber die malerische Fahrt hat es in sich – über sechshundert enge Kurven und an die sechzig Brücken muss man überqueren, um in die Stadt Hana zu gelangen. Wer die Strecke einmal mit leerem Magen gefahren ist, hegt insgeheim die Vermutung, dass die Road to Hana deshalb so legendär ist, weil man am Ende eine Art "Überlebender" ist und sich mit dem Meistern dieser Herausforderung rühmen kann. Und für diese Leistung wird man mit tiefgrünen Regenwäldern, erfrischenden Wasserfällen und dramatischen Ausblicken belohnt, die überall entlang der Straße warten.

Unseren letzten Abend auf Hawaii verbringen wir ungeplant an einem Strand ohne Namen. Auf dem Weg zu unserem letzten Dinner, merken wir, dass wir uns heillos verspäten und es nicht bis zum Sonnenuntergang ins Restaurant schaffen. Und so biegen wir einfach ab, auf den nächstbesten Strand, wo Palmen in den Himmel ragen und Menschen den Tag in Hängematten ausklingen lassen. Die Sonne verwandelt sich in einen Feuerball und der Himmel in ein purpurrotes Wolkenmeer. Wieder zwitschern tropische Vögel, jemand spielt Ukulele, die Surfer gleiten über die letzen Wellen des Tages.  

Ein ganz normaler Tag auf Hawaii geht zu Ende.

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Tipps für Maui


Die Reise wurde auf Einladung von Hawaii Tourism Europe durchgeführt.

www.gohawaii.com


 
 

BELKA BERLIN

Mit 5 Jahren wurde Belka als blinder Passagier an Bord einer sowjetischen Il-86 geschleust und leidet seitdem an Fernweh. In der Zwischenzeit hat sie die Welt bereist und die Aussicht auf eine Jura-Karriere gegen ein Leben mit ihrer Kamera "on the road" eingetauscht. Heute ist sie Mit-Herausgeberin und Redakteurin des Print-Magazins „The Fernweh Collective“. Sie lebt in Berlin und träumt von einer Hütte auf Sansibar.

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