You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Indien | Aline Lange

Indien | Aline Lange

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Am 19. Januar geht’s endlich los - meine Reise nach Indien. Nach meinen Reisen nach Nepal und Bali dachte ich, ich wäre vorbereitet, z.B. was Lärm und Schmutz angeht. Aber da hatte ich mich gewaltig geschnitten.  

Nach einer unplanmäßigen Zwischenlandung in Lucknow und dreistündiger Verspätung in Delhi, war ich dann endlich da. Pünktlich zur Rush-Hour. Anstatt der prophezeiten 45-60 Minuten sitze ich über 1,5 Stunden im Taxi. Der von mir wahrgenommene romantische Nebel, stellt sich ganz schnell als Smog heraus. Delhi gilt nicht umsonst als die schmutzigste Stadt auf der ganzen Welt. Ich kann es nicht nur sehen, sondern auch riechen. Ich atme das pure Diesel ein, denn neben uns warten mindestens 200 Autos an der roten Ampel.

Wir treffen uns um 4.55 Uhr, um den Expresszug nach Agra zu nehmen. Unser Ziel ist natürlich das Taj Mahal – mein persönliches Highlight der Reise. Vorher besuchen wir aber noch das Red Fort, eine riesige Palaststadt. Die goldgelbe Sonne strahlt auf den roten Sandstein und der diesmal echte Nebel hüllt alles in eine mystische Stimmung. Nicht zu toppen ist dann etwas später der Anblick des Taj Mahal – wow! Abgesehen von den Menschenmengen ist dies einer meiner Lieblingsmomente der Reise.

Früh morgens geht’s um 6.55 Uhr los. Wir fahren mit einem öffentlichen Bus in Richtung Jaipur. Wir sollen das wahre Indien kennenlernen, sitzen aber lustigerweise mit einer anderen Reisegruppe von 20 Mann im Bus. Später geht’s in unserem privaten Bus weiter zu unserem Heritage Stay, dem Fort Madhogarh bei Jaipur. Früher haben hier die Maharadschas gelebt, heute dürfen hier die Touristen übernachten. Nachmittags spazieren wir durch den Ort am Fuße des Forts. Wir werden fröhlich begrüßt und die Kinder möchten unbedingt Fotos haben. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir wieder in unserer Unterkunft mit einem Wahnsinnsausblick über das Land. Dazu ein kaltes Gin Tonic und den Geschichten des aktuellen Maharadschas lauschen. Um 5 Uhr ist die Nachtruhe vorbei, denn im Ort unter uns gehen die „Gebetssirenen“ an. Aus riesigen Lautsprechern wird in Festival-Lautstärke zum Gebet aufgerufen. Der leckerste Masala Chai auf der Dachterrasse des Forts stimmt mich aber wieder friedlich.

Um 7.55 Uhr geht’s mit dem Bus zum Amber Fort. Ein riesengroßes Fort auf einem Bergkamm. Der Anblick ist atemberaubend. Wir nehmen die Treppen und lassen uns dann von einem Guide führen. Ein weiteres Highlight ist wieder ein superleckerer Masala im Innenhof des Forts für 10 Rupie. 

Anschließend geht’s nach Jaipur in die Stadt. Wir dürfen beim Bedrucken von Schals zuschauen, bevor wir einen freien Mittag im Hotel haben. Einige Mädels und ich möchten uns die Edelsteine in Jaipur aber nicht entgehen lassen, so dass wir zusammen ein Taxi nehmen, um etwas shoppen zu gehen. Wir sind alle erfolgreich und haben am Abend einen wunderschönen Ring am Finger. Ein weiteres Highlight wartet aber auch noch, denn wir schauen uns am Abend einen Bollywoodmovie in einem der größten Kinopaläste Indiens an - dem Raj Mandir. Trotz der indischen Sprache, ohne englische Untertitel, ist der Film wirklich toll und bewegend! Ein absolutes Muss in Indien!

Heute dürfen wir endlich mal ausschlafen. Nach dem Frühstück laufen wir ein wenig durch die Stadt, so dass wir einen Überblick bekommen. Zwischendurch mal eine kurze Rikshafahrt, wir sehen den Palast der Winde und werden dann entlassen, so dass wir den Mittag zur freien Verfügung haben. Und was macht man dann in Indien? Shoppen gehen oder zumindest mal schauen, was es denn so gibt. Pashmina & Co. - Hallo! 

Um 7.55 Uhr los in Richtung Ranthambore National Park. Nachdem wir am Mittag ankommen, werden wir kurz darauf zu unserer Pirschfahrt abgeholt. Leider meint es der Wettergott nicht gut mit uns, denn während der Fahrt öffnen sich die Himmelsschleusen und wir werden patschnass. Tiger gibt es leider auch keine sehen – denen ist es wohl auch zu nass. Dafür zahlreiche Vögel, Rehe, Antilopen, Wildschweine und Eulen.

Unser heutiges Ziel ist Bundi, wo uns ein wunderschönes Heritage Stay erwartet. Die Zimmer sind einfach, aber sauber und vor allem haben wir warmes Wasser zum Duschen, was nicht immer der Fall ist. Nach einem leichten Mittagessen geht’s per Rikscha in die Stadt. Wir besichtigen zuerst eine „Springwell“, wo man das Wasser in den Monsunzeiten speichern kann. Anschließend geht’s zu einem Lookout, von wo wir einen schönen Ausblickt über die Stadt bekommen. Dann geht’s zum letzten Ziel des Tages - dem Stadtpalast von Bundi.  Der Palast verfällt leider, da einfach das Geld für die Instandsetzung fehlt. Trotzdem sieht der Palast wunderschön aus und die gefühlten 15 Stockwerke sind überwältigend!

Zufrieden geht’s zurück in die Stadt zum besten Masala Chai Indiens! Nach all der Anstrengung bummeln wir Damen noch ein bisschen über den Markt, bevor’s zum Lagerfeuer und Abendessen zurück  zur Unterkunft geht. 

Ein früher Morgen, denn wir werden um 6.30 Uhr abgeholt, um den 7 Uhr Zug nach Bijaipur zu bekommen. Diesmal sind wir mit dem „Regio“ unterwegs, wie alle anderen Inder auch. Nach dem ersten Schock, wir dachten die Abteile seien gerammelt voll, kommt die Erleichterung, dass wir die nächsten Stunden doch etwas Platz haben und auch sitzen können. Die Landschaft, die am Fenster vorbeizieht, ist wunderschön. Am Zielbahnhof werden wir mit Jeeps abgeholt, die uns zu unserer nächsten Unterkunft bringen - feststehende Zelte direkt am See, mitten in der Pampa. So wie ich’s am Liebsten mag - ruhig, Natur pur, kein Hupen, toll. Nach einer kleinen Pause geht’s in den nahegelegenen Ort, wo uns die Kinder bereits mit „Take a photo“ begrüßen. Am Abend gibt’s wieder ein Lagerfeuer mit genauso heißen Diskussionen über arrangierte Ehen.

Ich stehe freiwillig um 7 Uhr auf, um mir den Sonnenaufgang über dem See anzuschauen. Keine Enttäuschung und noch besser, als um 8 Uhr der Masala Chai kommt. Um 9 Uhr geht’s weiter mit den Jeeps. Wir schauen uns die Felder um Bijaipur an, unter anderem wird hier auch Opium für medizinische Zwecke angebaut. Unsere nächste Unterkunft ist wieder einmal ein Traum - ein Palast, im vorderen Bereich lebt der Maharadscha mit seiner Familie, die restlichen Zimmer sind für Touristen. Es gibt sogar einen Pool und mittags lassen wir Mädels uns mit Henna verzieren, bevor wir am Abend gemeinsam den Sonnenuntergang über dem nahegelegenen See anschauen. Ein gemütlicher Start in den Tag. Nach unserem Frühstück werden wir auf Autos verteilt, um unsere Fahrt in Richtung Udaipur anzutreten. 

Was sich da so auf der Autobahn tummelt ist ganz schön interessant .. vom Moped - meist ohne Helm, dafür im Hellrider-Look - bis hin zu Traktoren, Kühen und Fußgängern. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Die Überholmanöver unseres Fahrers machen das ganze nicht weniger spannend. In Udaipur angekommen, beziehen wir zuerst mal unser Hotel. Wir sind von den letzten beiden Unterkünften verwöhnt - dies hier kann nicht mithalten. In manchen Zimmern läuft das Wasser bedenklich nah an den Stromanschlüssen vorbei. Aber auch damit muss man in Indien rechnen. Dafür kommt aber auch „sofort“ der Installateur und richtet das ganze wieder - um 23 Uhr in der Nacht. Den Nachmittag verbringen wir bei einer gemütlichen Bootsfahrt auf dem Lake Pichola - zwischendurch bleiben wir auch mal 20 Minuten liegen, das Öl im Motor ist ausgegangen. Wir werden aber gerettet und tuckern weiter. Mit unseren Hochsee-Westen hätten wir sowieso nicht ertrinken können - wir wären einfach auf der Wasseroberfläche getrieben, hoffentlich mit dem Kopf nach oben. Aber ist ja nichts passiert. 

Die Sonne geht langsam unter - die Stimmung ist atemberaubend schön. Selbst die Vögel machen es sich auf dem See gemütlich und scheinen das warme Licht aufzusaugen und die Altstadt zu betrachten. Der nächste Tag beginnt mit einer Besichtigung des Stadtpalastes in Udaipur. Ein riesiger Palast, wo ein Teil immer noch bewohnt wird und ein weiterer als Hotel genutzt wird. Anschließend haben wir wieder frei und nutzen die Zeit für ein bisschen Souvenir-Shopping. 5 Uhr Abfahrt vom Hotel, um den 6 Uhr Zug nach Pushkar zu bekommen. Wir fahren knapp fünf Stunden und steigen in Ajmer aus. Es ist laut, voll und extrem viel Verkehr. Bald sind wir aber schon in Pushkar, wo es deutlich ruhiger ist. Am Nachmittag steht eine Kamelsafari an. Ich habe schon Blickkontakt mit „meinem“ Kamel aufgenommen und werde dann tatsächlich diesem zugewiesen. Schicksal?! Wohl eher nicht, denn ich sitze noch nicht mal im Sattel und mein Kamel steht schon auf. Wie ich es schaffe im Sattel zu bleiben, weiß ich nicht. Unseren letzten Vormittag in Pushkar verbringen wir mit Bummeln und Ausruhen, denn am Nachmittag steht die längste Zugfahrt an. Wir verbringen knapp acht Stunden im Zug nach Delhi. Müde und erschöpft kommen wir in unserem Hotel an, wo wir bereits gestartet sind. Ich habe das Gefühl, ich bin in einem Luxushotel.

Zwei Tage später geht’s dann auch endlich wieder Heim. Namaste und Good Bye Indien - es war wirklich eine unglaublich tolle Reise, die ich nicht missen möcht. Ich bin aber auch froh, endlich wieder nach Hause zu dürfen!


 
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ALINE LANGE

Baden-Württemberg, Deutschland

Alines Liebe zum Reisen begann in den Bergen beim Ski- und Snowboard fahren. Später kamen weiter entfernte Ziele wie Australien oder die USA hinzu. Sie hat noch jede Menge Orte im Kopf, welche sie gerne bereisen möchte, entweder mit Freunden oder in verschiedenen Reisegruppen. Ihr Lieblingsreiseziel ist und bleibt Australien. Hier hat sie ein Jahr lang gelebt und als Snowboardlehrerin gearbeitet. Australien ist Alines zweite Heimat und nicht mehr aus ihrem Herzen wegzudenken.

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