You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Indien / Florian Schmitt

Indien / Florian Schmitt

Los ging’s für mich in Indien nach einem mehr oder weniger guten Flug von Istanbul nach Delhi. 

Nach einer kurzen ersten Nacht im Hostel machte ich mich auf den Weg nach Old‐Delhi, um direkt in die Stadt einzutauchen. Was mich dort erwartete, stand den Geschichten die ich bereits in meinem Freundeskreis gehört hatte, in nichts nach! Aber einmal eingetaucht in das Chaos aus Menschenmassen und dem niemals endenden Hupkonzert zog mich die Szenerie sofort in ihren Bann. 

Ein paar Nächte und Exkursionen durch Delhi’s Gassen später, ging es per Nachtzug weiter nach Jaipur – auch bekannt als Pink City. Dort angekommen musste ich mich erst einmal an die Hitze gewöhnen, die mich nun für den Rest meiner Reise begleiten sollte. 

Am ersten Tag machte ich mich wie immer zu Fuß auf, um die Stadt zu erkunden. Nach ca. einer Stunde wurde aber mein eigentlich Plan, den City Palace zu besuchen, durchkreuzt: Von nun an wurde ich von einer ca. 15‐köpfigen Kinderschar begleitet, die mir ihren Weg durch die Altstadt zeigten. 

Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg zum Monkey Palace: ein wunderschöner Palast welcher zu Ehren der heiligen Affen gebaut wurde. Er befindet sich ein wenig versteckt in einem Tal östlich der Altstadt. 

Von Jaipur ging es mit einer, für indischen Verhältnissen relativ kurzen, Busfahrt von nur 5 Stunden nach Pushkar. 

Pushkar ist ein verschlafenes kleines Städtchen an einem See zwischen den Bergen. Hier kann man extrem gut entspannen und den Tag über mit den Ghats abhängen oder die kleinen Berge ringsherum bewandern. 

Zwei Tage verbrachte ich in der blauen Stadt Rajasthan und kann euch nur ans Herz legen hier auch mal vorbeizuschauen. Die Mixtur aus blauen Häusern, dem riesigem Fort auf dem Hügel über der Stadt, die Sonnenuntergänge und die Herzlichkeit der Menschen ist einzigartig. Nach einer kurzen Nahtoderfahrung mit einer Kuh, die wohl irgendwas gegen mich hatte, und zielstrebig mit ihren Hörnern meinen Brustkorb attackierte, ging es weiter nach Udaipur. 

Udaipur wirkt ein wenig wie die indische Version von Venedig. Die Stadt ist durchzogen von kleinen Flüssen und Kanälen mit Brücken. Auch geht es hier ein wenig entspannter zu als in anderen indischen Städten der gleichen Größe. 

Eines meiner Highlights in Udaipur war sicherlich die Cliff Jumping Session mit den Kids vom Dach eines Tempels an den Ghats, an welchen die Frauen und Männer Udaipurs ihre Kleidung waschen. 

Von Udaipur ging es mit dem Flieger nach Varanasi. Diese Stadt ist der eigentliche Grund für meine Indienreise. Gepackt von einem wahnsinnig guten Kurzfilm des Fotografen Joey L. über Varanasi, fasste ich vor ca. einem halben Jahr den Entschluss dass ich diesen Ort erleben muss. 

Varanasi ist eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte der Welt und ein extrem wichtiger Ort für gläubige Hindus. Wenn ich Varanasi beschreiben müsste, dann kann man es wohl am ehesten so vergleichen: Jemand hat all das, was man in Indien findet, in eine Bombe gesteckt und hier zur Explosion gebracht. Varanasi ist einfach Indien pur und unverfälscht! 

Nach 5 anstrengenden, faszinierenden und produktiven Tagen in Varanasi wurde es Zeit die Seele baumeln zu lassen. Welcher Ort auf der Welt eignet sich da besser als ein einsamer Strand in Goa. Nach ein wenig Recherche und Tipps von anderen Travelern, entschied ich mich für Nord-­Goa und einen kleinen versteckten Strand in Arambol.

Was gibt es schöneres als morgens mit dem Sonnenaufgang aufzustehen, vor seiner Hütte einen Kaffe zu trinken und dann zum Strand zu gehen, auf welchem meist bis zur Mittagszeit keine andere Menschenseele anzutreffen war. Falls das stundenlange Anstarren und beobachten von Wellen oder das Lesen einiger Bücher doch einmal zu Langeweile führte (was eigentlich selten der Fall war), konnte man sich auf kleinen Pfaden auf den Weg in den Jungle machen . Dieser beginnt hinter dem Strand. 

Nach einer Woche purer Entspannung in Goa wurde es Zeit, mal wieder eine größere Stadt aufzusuchen. Mumbai präsentiert sich nach Außen für indische Verhältnisse sehr westlich, wodurch sie doch sehr im Kontrast mit meinen bisherigen Stops steht. Dieser Eindruck wird jedoch widerlegt wenn man tiefer in diese Stadt eintaucht und sich seinen Weg durch die Adern der Slums bahnt. Der Bekannteste von allen ist der Dharavi Slum. Dieser Slum im Herzen Mumbais gilt als der größte Asiens. Vielen von euch sicherlich aus dem Film “Slum Dog Millionaire” bekannt, erstreckt er sich entlang des Flusses Mahim. Nach letzten Schätzungen leben dort ca. 600 000 Menschen. 

Kurz nach Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg dieses riesige Konstrukt aus Hütten, Häusern und engen Gassen zu erkunden. Ist man einmal eingetaucht fällt einem auf, dass das eigene Bild, welches man mit der Definition Slum verbindet, sich sofort in ein anderes, viel positiveres, Bild verwandelt. Hier leben die Menschen nicht nur in Hütten und im “Dreck”. Was man hier findet ist ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl in einer riesigen Community, in der auch der wirtschaftliche Beitrag dieses Stadtteils an jeder Ecke zu sehen ist. Nach Schätzungen werden in diesem Slum jährlich Güter im Wert von Fast 1 Milliarde Dollar hergestellt. Auch bei längeren Gesprächen mit den Bewohnern fällt auf, dass diese sehr gerne hier leben und das Gemeinschaftsgefühl hier mehr als schätzen.

Da in Mumbai eine der größten Filmindustrien der Welt zu Hause ist, blieb es natürlich auch nicht aus, dass wir auf unseren Spaziergängen durch die Stadt von diversen Casting-­Agenten angesprochen wurden, um uns für Bollywoodmovies zu rekrutieren. Leider fehlte mir die Zeit einen ganzen Tag in den Studios zu verbringen. Wenn ihr jedoch ein paar Tage mehr in Mumbai verbringen solltet, lasst euch darauf ein und nehmt diese Erfahrung mit.


 
 

FOTOGRAF FLORIAN SCHMITT

Mannheim, Deutschland

Hey, mein Name ist Florian Schmitt und ich lebe, arbeite und studiere in Mannheim. Als Fotograf arbeite ich hauptsächlich in den Bereichen People & Fashion sowie der Eventdokumentation. Reisen ist seit langer Zeit eine Leidenschaft die sich perfekt mit der Fotografie verbinden lässt und meist auch den Antrieb zum entdecken unbekannter Orte darstellt.

Ihr könnt Florians Fotografie auf seinem Blog verfolgen und seine Fanpage hier besuchen.

Tignes, Frankreich / Marie-Laure Grandoulier

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Kreta, Griechenland / Melina Keil

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