You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Irland | Jasmin Marek

Irland | Jasmin Marek

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Irland | oder: wo ich mein Herz verloren habe.

Jeder, der mich (oder besser gesagt uns – meinen Freund und mich) etwas besser kennt, oder meine Arbeit verfolgt, weiß mittlerweile: Wir lieben Irland über alles und sind dem Land von Kopf bis Fuß verfallen. Warum? Dazu später ein paar Worte…

Und so zog es uns im Sommer 2016 bereits zum fünften Mal in unser geliebtes Fleckchen Erde. Wir entscheiden uns dieses Mal, eine für uns neue Route zu wählen und so erkundeten wir in knapp zwei Wochen den Norden und Nordwesten Irlands. Von Dublin aus fahren wir direkt mit unserem Mietwagen gen Norden. Das erste Ziel: County Antrim in Nordirland. Zwar waren wir schon einmal in Antrim, aber wir lassen es uns nicht nehmen, noch einmal einige berühmte Drehorte von „Game Of Thrones“ anzuschauen und sind schnell etwas betrübt, als wir sehen, wie sehr der Massentourismus hier im Vergleich zu 2014 zugenommen hat – was natürlich mit dem Erfolg der TV-Serie zusammenhängt. Die „Dark Hedges“ – eine Allee mit besonders alten und tunnelförmig geformten Bäumen – sind trotzdem nach wie vor ein echtes Highlight und must-see in Nordirland.

Immer der Küste entlang fahren wir von Nordirland weiter, wieder nach Irland, an den nördlichsten Punkt des Landes: Malin Head. Hier soll man im Winter sogar Chancen auf Nordlichter haben! Wir sind Mitte Juni dort und sind verblüfft, wie lange es abends hell ist. 

Das Schön(st)e an der irischen Landschaft ist die Küste, mit ihren steilen Klippen und grünen Hügeln, und so lohnt es sich eigentlich immer, den längeren Weg direkt an der Küste entlang zu nehmen – immer dem „Wild Atlantic Way“ folgend – anstatt durchs Landesinnere. Unser nächstes Ziel liegt jedoch etwas abseits der Küste: Wir sind für eine Nacht in Letterkenny und erkunden von dort aus den Glenveagh Nationalpark, der uns an schottische Highlands und Lochs erinnert, obwohl wir noch nie in Schottland waren.

Anschließend gibt es aber wieder reichlich Meerluft – wir machen Halt an den Slieve League, die höchsten Seeklippen Irlands. Mein Tipp: lieber die berühmten Cliffs of Moher auslassen und dafür die Slieve League Klippen erkunden, die wir viel spektakulärer finden. Außerdem viel weniger überlaufen und völlig gratis. Nach einem kompletten Tag Regen und Nebel können wir am nächsten Morgen doch noch bis ganz nach oben auf die Klippen laufen und genießen überglücklich und atemlos den wunderschönen Ausblick aus fast 600 Metern Höhe. 

Überhaupt bekommen wir auf dieser Irlandreise sehr viel Regen ab, doch sich ernsthaft über Regen in Irland zu beschweren, wäre wohl in etwa, wie über Hitze am Äquator zu klagen. Für mich persönlich haben Regen und Nebel etwas sehr Schönes, Mystisches und ich fotografiere auf Reisen besonders gerne bei diesem Wetter.

Wir fahren weiter, verlassen das County Donegal, in das ich mich irgendwie ein wenig verliebt habe, und es geht nach Sligo. Hier wollen wir uns „Irlands Tafelberg“ (so sagt man) ansehen, den Ben Bulben. Tatsächlich ähnelt er dem Tafelberg in Kapstadt von seiner Form her ein wenig und gilt daher als das Wahrzeichen des County Sligo. Auf einem schönen Forest Trail kommen wir dem Berg näher und erleben in Sligo außerdem den wohl schönsten Pub-Abend auf der gesamten Reise. Wer dort ist, sollte unbedingt in dem Pub „Shoot the Crows“ einkehren.

Wir erleben in dem Pub, das anfangs sehr unspektakulär und etwas heruntergekommen wirkt, die wohl schönste Trad Session der gesamten Reise. Trad – oder Traditional – Sessions, das sind, so lassen wir es uns von einem Iren erklären, Jam-Sessions ungefähr einer Handvoll Musiker, die einzeln durch die Pubs ziehen und sich dann in einem der Pubs in einer willkürlichen Runde zu einer bestimmten Uhrzeit zusammenfinden und gemeinsam musizieren. In jedem Pub gibt es einen Bereich, der für die Musiker reserviert ist und freigegeben werden muss. Einstudiert ist hier vorher nichts; es wird improvisiert und meist bekommt jeder Musiker für sein Instrument eine Art Solo-Stück und kann so sein Können unter Beweis stellen. Gesungen wird bei Traditional Sessions übrigens nicht.

Unser Vorletzter Stopp führt uns nach Achill Island im County Mayo, wo wir zwei Jahre zuvor schon einmal waren. Achill ist mein absoluter Lieblingsort in Irland, irgendwo auf dieser winzigen Insel habe ich mein Herz verloren – wahrscheinlich in der Keem Bay. Als ich diesen Ort zum ersten Mal auf Google sah, war klar, dass ich dorthin muss. Nach einem kurzen Stopp im Connemara-Nationalpark auf der Durchreise, bei dem wir beim Wandern noch einmal vollständig vom Regen geduscht werden, verbringen wir die letzte Nacht und den letzten Abend in Galway, mit einigen Pints Guinness und Cider in unserem Lieblingspub „The Quay’s“. Ein perfekter Abschluss einer weiteren, unvergesslichen Irlandreise.

Seit mittlerweile vier Jahren überlege ich nun, was genau es ist, das Irland für mich, für uns so besonders macht, doch ich kann noch immer keine klare Antwort dafür finden. Viele Irlandreisende sagen immer wieder „Wenn Du einmal da warst, willst Du immer wieder hin“ – und das ist so wahr! Mein Herz wird unglaublich schwer, wenn ich an Irland denke. Jedes einzelne Mal. Es ist wohl die Kombination aus vielen Dingen: die wunderschöne Landschaft, die ich mit Worten nicht beschreiben könnte, die herzlichen Menschen, die gemütlichen Pubs, in denen man sich augenblicklich wohl fühlt und die Musik, die hier mit so viel Hingabe gespielt und gelebt wird.

Aus dem Flieger zu steigen und zu denken: hier bin ich wieder – endlich, ich bin zu Hause.

Das ist es wohl.


 
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JASMIN MAREK

Frankfurt, Hessen

Jasmin ist Hochzeits & Lifestylefotografin. Sie liebt die Vorweihnachtszeit, guten Espresso und ist ein absoluter Herbst-Mensch. Ohne Musik würde in ihrem Leben was fehlen. Sie liebt es zu reisen und Irland hat mittlerweile einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen. Ob nah oder fern - was dabei für sie zählt, sind die Momente, Erinnerungen und Gefühle, die sie in Form von Fotos mit nach Hause bringen kann und für immer bewahren kann.

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