You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Island | Anja Pöhlmann

Island | Anja Pöhlmann

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Als ich ungefähr 13 Jahre alt war, begann ich mich für Island zu interessieren. Durchs Reiten bin ich auf Islandponys gestoßen und wollte seitdem immer dorthin wo die kleinen Pferde herkommen. Seitdem sind ein paar Jahre vergangen, die Faszination Island blieb aber immer bei mir. Eines Tages suchte eine Freundin aus Cambridge in England jemanden, der mit ihr im Winter nach Island fliegt und die Insel erkundet. Trotz der Tatsache dass ich Winter eigentlich gar nicht mag, war ich sofort dabei. Es fanden sich weitere Islandfans und nach längerem Planen stand unsere Reisegruppe mit 4 Personen fest. Adrian, Jo, Melissa und ich. 

Im März 2015 wurden dann die Koffer gepackt und wir flogen nach Reykjavik. Am Flughafen erwartete uns nicht nur unser 4-Rad angetriebenes Vehikel, sondern auch direkt der erste Schneesturm. Auf der - für Engländer - falschen Straßenseite ging das Abenteuer 'Road Trip Island' los. Unsere erste Nacht verbrachten wir im Loft Hostel (http://www.lofthostel.is/) in Reykjavik und zum Abendessen gab es die wohl beliebtesten Hot Dogs der Stadt (Bæjarins Beztu Pylsur), nur wenige Minuten vom Hostel entfernt. Damit waren wir zunächst genug gestärkt, um die nächsten kalten Tage in Angriff zu nehmen.

Am 2. Tag begann dann unserer tatsächlicher Road Trip entlang der Südküste. Unsere ersten Anlaufpunkte waren zwei Wasserfälle - und anschließend Skogafoss. Am Auto sprangen wir in unsere wasserdichten Hosen, packten uns so warm ein wie möglich und waren sofort völlig in den Bann des Wassers gezogen. Dank gründlicher Vorbereitung, wasserdichter Kleidung und dicken Mützen blieben wir trotz Gischt einigermaßen trocken. Zumindest bis wir das erste Mal durch einen eiskalten Bach liefen um den kleinen und versteckten Wasserfall Gljufurarfoss zu sehen. 
Glücklicherweise haben wir mehrmals geschafft vor größeren Reisegruppen an unseren Zielen anzukommen, so dass wir uns die Wasserfälle nur mit relativ wenigen Leuten teilen mussten. 

Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Osten, immer entlang der Südküste. Uns fiel sofort die Leere auf den Straßen auf - es waren nicht viele Autos unterwegs und es langen Kilometer zwischen Häusern und Gehöften, die nur spärlich links und rechts der Straße verteilt waren. 
Die nächsten beiden Nächte verbrachten wir in einer Hütte am schwarzen Strand von Vik. Der schwarze Lavastrand hat uns alle extrem fasziniert! Wir machten einen kurzen Ausflug auf die andere Seite der Felsen, wo sich der tatsächliche Ort Vík í Myrdal (dt. „Bucht am sumpfigen Tal“) befindet. Vik ist der südlichste Ort auf dem Festland von Island und hat weniger als 300 Einwohner. Den Sonnenuntergang verbrachten wir jedoch frierend aber völlig fasziniert am Strand, bevor es für eine kurze Nacht in unsere Hütte ging. 

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, um den Sonnenaufgang am 2 Stunden entfernten Strand der Gletscherlagune Jökulsárlón zu sehen. Wir waren ein bisschen zu spät dran, aber die vielen Gletschereisblöcke auf schwarzen Lavastrand zu sehen und zu beobachten, wie das die Meer bedrohlich am Strand aufschlägt, ließ die Verspätung und die kurze Nacht schnell vergessen. Als es uns endgültig zu kalt wurde (der Wind war eisig und es war so so kalt!!), fuhren wir zum See Jökulsárlón und staunten noch ein wenig weiter auf das blaue Eis, das auf dem Wasser trieb. 
Als wir uns endlich losreissen konnten, ging es weiter Richtung Osten mit dem Ziel ein Wikingercafe in Höfn í Hornafirdi zu besuchen. Unterwegs ließen wir uns allerdings mehrmals ablenken und hielten am Straßenrand an, wann immer wir etwas entdeckten, was wir gerne fotografieren wollten. Das waren normalerweise Pferdchen oder leer stehende Häuser. Irgendwann kamen wir tatsächlich in Höfn an, nur um festzustellen dass sich das Café noch im Winterschlaf befand. Trösten ließen wir uns allerdings mit dem unglaublichen Anblick des Bergmassivs Vestrahorn, das man von der Landzunge Stokksness wunderbar sehen konnte. Wie ein Gemälde sahen die (mit Schnee) gezuckerten grauen Felsen aus. Zurück Richtung Westen, erneut der Küste entlang, besuchten wir weitere Ponys, bunten Häuschen und tranken das sauberste und klarste Leitungswasser das man wohl irgendwo bekommen kann - gefiltert direkt aus den Bergen.

An Tag 4 suchten wir nach dem DC-3 Flugzeugwrack, das 1973 am Strand von Sólheimasandur abstürzte. Von der Straße kann man nicht einmal erahnen welcher Anblick sich einige Kilometer weiter Richtung Ufer befindet. Dank einiger Wegbeschreibungen im Internet, Satellitenangaben und einem Auto das sich auf unebenem Boden gut fortbewegt, haben wir das Flugzeug relativ leicht gefunden. Da allerdings um uns herum überall tiefer Schnee lag und man außer weiß nichts sehen konnte, war die Fahrt querfeldein doch nervenaufreibender als man denkt. Es ist schwer sich zu orientieren wenn das Auge nichts zum Festhalten findet! 

Unsere Reiseroute hatte allerdings noch einige Orte, die wir gerne besuchen wollte, aufgelistet deshalb machten wir uns - sobald der nächste Eis- und Schneesturm über uns hereinbrach und wir unsere Kameras dank gefrorener Finger nicht mehr bedienen konnten - auf den Weg zum Wasserfall Gullfoss, „der goldene Wasserfall“. In zwei breiten Schluchten donnert das Wasser 70 Meter in die Tiefe. Wie für jeden sehenswerten Fleck in Island gibt es auch zur Entstehung dieses Wasserfalls eine Legende. Seinen Namen erhielt der Gullfoss weil einst ein vermögender Bauer seinen Goldschatz dort im Wasser versenkte. So jedenfalls die Geschichte... Nahezu direkt nebenan kamen wir dann in den Genuss von Schwefelduft, der uns bis zum nächsten Tag nicht mehr loslassen wollte. Wir waren am Geysir Strokkur angekommen. Alle paar Minuten spuckt der Geysir eine kochende Wassersäule aus, die eine Höhe von ca. 30 Metern erreichen kann.

Vom Sonnenuntergang begleitet genossen wir die leeren Straßen auf unserem Weg zur Halbinsel Snæfellsnes und hörten David Bowie im Radio - so oft dass wir schon Angst hatten er wäre gestorben, was wir dank unseres rudimentären (also nicht existierenden) islδländischen Wortschatzes nicht verstanden hätten. Sobald wir wieder Internetzugang hatten, wurde deshalb erstmal gegoogelt ob mit Bowie alles ok ist. Glücklicherweise stellte sich heraus dass Island einfach nur gern Bowie hört - zu Recht.


Am nächsten Tag erkundeten wir weiterhin Snæfellsnes und besuchten Budir. Die ehemalige Wohnsiedlung besteht heute nur noch aus einem Hotel und einer Kirche. Rings um die Kirche lag so viel Schnee dass ich einige Male fast bis zur Hüfte einsank, als ich die richtige Perspektive für meine Fotos suchte. Aufwärmen konnten wir uns glücklicherweise im Hotel, welches Kaffee, sehr leckeres Essen und einen freundlichen Hund, dessen Namen mir leider entfallen ist, zu bieten hat. Er hat die Aufgabe die Gäste zu unterhalten, während draußen mal wieder ein Schneesturm tobt. 
Leider besserte sich das Wetter an diesem Tag nicht mehr, so dass wir auch in dieser Nacht die Nordlichter nicht sehen konnten. Am nächsten Morgen sah es zumindest freundlich genug aus, um auf dem Rückweg nach Reykjavik zum Berg Kirkjufell am Fjord Grundarfjördur zu fahren. Das Wetter meinte es aber dennoch nicht wirklich gut mit uns, so dass wir uns, zurück in der Hauptstadt, erst im Konzerthaus Harpa vor dem Sturm versteckten und uns dann bei den Reykjavik Roasters (http://reykjavikroasters.is/) mit einem einen Kaffee aufwärmten.

Die letze Nacht verbrachten wir wieder im Loft Hotel, das uns bereits zu Beginn der Reise begeistert hatte. Da unser Flug erst am Abend zurück ging, nutzen wir den Vormittag die Hallgrímskirkja zu besichtigen und die Aussicht zu genießen, die man vom Turm aus über Reykjavik bekommt. Und wie es sich gehört, entspannten wir auf dem Weg zum Flughafen einige Stunden in der Blauen Lagune. Das Salzwasser ist badewannenwarm und der weiße Schlamm kann sogar als Gesichtsmaske genutzt werden. Eine kleine Bar in der Mitte bietet sogar Getränke an, um den Besuchern die Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Der Eintrittspreis ist zwar nicht gerade günstig, aber wenn man möchte kann man tatsächlich den ganzen Tag in der Blauen Lagune verbringen. Gut gesalzen, erholt und mit trockener Haut machten wir uns wehmütig auf den Weg zum Flughafen um wieder nach London zu fliegen.


Für einen Wintermuffel wie mich war ein Woche im Schnee von Island eine unglaubliche Erfahrung. Jeder Tag bescherte uns Regen, Sonnenschein, Hagel, Schneestόrme und eisige Winde. Jeder Tag beeindruckte uns aber auch mit der Leere und Schönheit die einem auf einer wenig besiedelten Insel im Schnee begegnet. Der Norden von Island kann im Winter nicht passiert werden und selbst im Süden waren viele Straßen gesperrt und unpassierbar. Für mich bleibt nun der Wunsch noch einmal im Sommer nach Island zu fliegen und die grüne Version dieses schönen Landes zu bewundern.

Ich hab während unserer Reise auch ein bisschen gefilmt, das Video könnt ihr euch HIER anschauen.


 
 

Brighton, England

Anja ist gebürtige Leipzigerin und lebt inzwischen in Brighton, England. Sie hat rote Haare, blaue Augen, kann nicht nicht still stehen, liebt es unterwegs zu sein, fotografiert hauptberuflich und das am liebsten auf der ganzen Welt. Im Großstadttrubel fühlt sie sich wohl, sie lernt gerne neue Menschen kennen hält und hat eine Vorliebe für Tee und Katzen.

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