You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Japan | Paola Cermak

Japan | Paola Cermak

Während unserer dreiwöchigen Japanreise besuchten wir nicht nur die typischen Großstädte, sondern machten auch einen Abstecher in ein kleines, abgelegenes Bergdorf namens Yudanka in den japanischen Alpen. Grund unseres Besuchs waren die Schneeaffen, die in den heißen Quellen baden. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man dieses Naturschauspiel sehen. Aber auch sonst hat uns der Ausflug überrascht, es war sogar der schönste Teil unserer Reise.

Mit dem Highspeed Zug Shinkansen ging es nach unserem ersten Stop in Tokio bis Nagano und von dort mit der Regionalbahn weiter nach Yudanka. Je näher beziehungsweise höher wir kamen, desto mehr schneite es und man konnte schon aus dem Zug erkennen, dass hier alles anders ist als in der hektischen Großstadt. Vom Bahnhof gingen wir ein paar Meter zu Fuß zu unserem Ryokan, einem traditionellen japanischen Hotel.

Die Betreiberfamilie sprach zwar kein Wort Englisch, machte dies aber mit ihrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft wieder wett. Wir fühlten uns sofort wohl und waren von der geräumigen, hellen und traditionellen Unterkunft überwältigt. Nach dem engen AirBnB in Tokio war das hier ein Palast. Am Fenster wartete schon frisch zubereiteter grüner Tee, während es draußen wieder anfing zu rieseln.

Nach einem Spaziergang durch den kleinen Ort ließen wir den Abend im privaten Onsen des Ryokans ausklingen. Der Ort verfügt über viele heiße Quellen und so hat jede Unterkunft mindestens einen, meistens aber mehrere Onsen, in denen man baden kann. Zum ersten und letzten Mal während unserer gesamten Reise konnte auch ich als sehr stark tätowierte Person in das Vergnügen kommen, denn eigentlich darf man mit Tattoos nicht in den Onsen, auch nicht in Großstädten wie Tokio. Da einer der Räume aber abschließbar und privat nutzbar war, war es ausnahmsweise erlaubt.

Am nächsten Tag stand das absolute Highlight unserer Japanreise an – der Besuch der Schneeaffen. Der Besitzer fuhr uns bis zum Startpunkt der Wanderroute und von da an waren es nur noch wenige Kilometer, die wir durch schneebedeckte Landschaft wanderten, bevor uns schon die ersten Affen entgegenkamen. Obwohl die Quelle frei steht, nichts eingezäunt ist und die Affen wild leben, zahlt man einen (wirklich sehr) kleinen Beitrag, um zum Onsen zu gelangen. Wir schauten dem bunten Treiben der Affen für sehr lange Zeit zu, es war einfach faszinierend und wunderschön. Der Kontakt sowie Füttern sind streng verboten, damit die Affen nicht zu zutraulich werden. Trotzdem haben zwei freche Jungtiere ihre Chance genutzt und sind uns auf uns gesprungen, um uns ein wenig zu ärgern und nach Futter zu suchen.

Die restliche Zeit verbrachten wir mit Spaziergängen in der Natur, dem Baden in der heißen Quelle oder dem Trinken heißer Schokolade in einem verrauchten, uralten Café, dass von einer resoluten älteren Japanerin betrieben wurde. Wer nach Japan reist, sollte sich definitiv nicht nur auf die Megacities konzentrieren, sondern auch die Natur und kleinen Dörfer des Landes besuchen.

Von Osaka aus unternahmen wir einen Tagestrip in die etwa eine Zugstunde entfernte Stadt Nara. Diese ist nicht nur wegen seiner alten und gut erhaltenen Tempel, die zum Teil Unesco-Weltkulturerbe sind, beliebt sondern auch weil es in der Stadt nur so von frei laufenden Rehen wimmelt. In Nara leben etwa 1.200 Rehe, die sich hauptsächlich in und um den Narapark aufhalten und an das Zusammenleben mit dem Menschen gewohnt sind. Die Tiere können bis zu 1,40m groß und 80 Kilo schwer werden und werden ganz schön frech, wenn es um Essen geht. Einige lassen sich auch anfassen und streicheln. Überall kann man Kekse kaufen, die extra für die Rehe gebacken werden. Als Menschensnack würde ich frisch gegrillte Dango (süßliche Reismehlbällchen) mit Sojasoße empfehlen, die es an vielen Ecken zu kaufen gibt.

Wie die Rehe nach Nara kamen, weiß man nur aus überlieferten Geschichten, dessen Ursprung schon lange zurückliegt. Vor vielen hundert Jahren war Nara die Hauptstadt Japans und wie damals üblich herrschte eine einzelne Familie über die Stadt. Diese Familie hatte einen Schrein, der wiederum von einer Gottheit beschützt wurde, die auf einem Hirsch reitet. Daher waren die Rehe und Hirsche sehr wichtig und standen unter Schutz. Damals wie heute werden die Tiere als heilig verehrt und dürfen nicht gejagt werden. Nach einiger Zeit verloren sie ihre natürliche Scheu und leben seitdem friedlich zusammen mit den Menschen in der Stadt. Der Tagesausflug nach Nara zählt zu einem der kuriosesten Erlebnisse unserer dreiwöchigen Japanreise.


 
 

PAOLA CERMAK

Hamburg, Deutschland

Paola wurde vor über 30 Jahren in Wien geboren und lebt inzwischen in Norddeutschland, genauer in Hamburg. Als Hochzeits- und Familienfotografin reist sie quer durch ganz Europa und begleitet Menschen auf einem kleinen Stück ihres Lebens. Privat teilt sie ihr Heim mit Freund Alper und zwei haarlosen Sphynxkatzen.

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