You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Jordanien, Asien / Christian Bremser

Jordanien, Asien / Christian Bremser

Heute möchte ich euch auf meine Reise zur Milchstraße mitnehmen und in meinem Reisebericht ein Land vorstellen, das vielleicht viele von euch noch gar nicht so kennen: Jordanien.

Das Haschemitische Königreich Jordanien ist ein Land von faszinierender Schönheit. Die Landschaft ist geprägt von steilen Schluchten und erhabenen Weiten. Es ist reich an Geschichte und die vergangenen Hochkulturen haben in der Felsenstadt Petra ihre Spuren hinterlassen.

Ich war zusammen mit einem Kommilitonen aus Istanbul dort. Ausgangspunkt meiner Reise war aus diesem Grund auch nicht Deutschland sondern Istanbul, denn vergangenes Jahr studierte und lebte ich noch dort. Turkish Airlines hatte die Route Aqaba – Istanbul neu ins Programm genommen und so konnten wir für gerade mal 70€ Hin- und Rückflug buchen. In Aqaba angekommen, ging es direkt sehr abenteuerlich los. Wir hatten unsere erste Nacht in einem Beduinen-Camp gebucht und sollten von einem Taxifahrer abgeholt werden. Am Flughafen standen dann gefühlt 100 Taxifahrer, die uns alle mitnehmen wollten. Aber irgendwie, und so ist es ja meistens, fanden wir den Richtigen und so machten wir uns auf den Weg Richtung Wadi Rum vorbei an dem noch verschlafenen Aqaba.

Wadi Rum

Es war noch früh morgens gewesen und der Taxifahrer setzte uns vor einer Hütte in einem Wüstendorf ab. Um uns herum Sand, alte Autos und Felsen. Nach der langen Nacht waren wir beide müde und hofften irgendwie, dass jemand aus Hütte kommt um uns in Empfang zu nehmen. Aber irgendwie passierte nichts. Wir hatten unsere Rucksäcke und standen vor dem Haus, wartenden und wartenden. Stunden später ging es dann los. Mittlerweile war die Sonne aufgegangen. Wir saßen hinten auf dem Jeep und ließen uns die kühle Luft um die Nase wehen. Zum Glück hatten wir noch unsere Jacken aus Istanbul dabei, denn es war noch verdammt kalt.

Allah hieß unser Fahrer, kaum älter als wir und mit vielen Geschichten auf Lager, so zeigte er uns die ein um die andere Sehenswürdigkeit. Dies reichte von alten Felsmalereien über verborgene Quellen bis hin zum Dünenreiten auf dem „Snowboard“. Als es mittags zur Rast ging, wurde ein Felsvorsprung aufgesucht. Dort wurden wir mit leckerem Tee (dem sogenannten Bedouine Whisky) bekocht und konnten ein paar Fladenbrote essen.

Abends im Camp angekommen, gab es eine herzliche Begrüßung durch die Beduinen. Kartoffeln, Gemüse und Fleisch wurde traditionell zubereitet und am Feuer konnte man entweder der Musik und dem Gesang lauschen oder sich mit anderen Touristen austauschen. Abends als alle zu Bett gingen und mit ihren Gedanken wahrscheinlich schon im Zelt waren, war ich gedanklich bereits in der Wüste. Mein großes Ziel war es die geringe Lichtverschmutzung der Wüste zu nutzen, um Fotos der Milchstraße zu machen.

Gegen 2 Uhr in der Nacht brachen wir auf. Wir mussten den Jeep nutzen, um den riesigen Felsen zu umfahren, in dessen Schutz das Camp lag. Es verging einiges an Zeit. Die Dunkelheit war unvorstellbar und die Sichtweite reichte so weit wie das Scheinwerferlicht schien. Nach einigen Minuten verlor ich die Orientierung. Es ging über Sandpisten irgendwo in das Nirgendwo.

Nach ca. 30 Minuten Fahrzeit hielt das Auto. In der Finsternis suchte ich meine Kameraausrüstung zusammen und verließ das Auto. Dann der überwältigende Anblick. Ohne großartig nach Himmelsrichtung suchen zu müssen, war sofort ersichtlich, wo die Milchstraße zu sehen ist. Ich stand direkt darunter. Millionen von Sternen und Stille. Das war ein Moment, den ich wahrscheinlich nie vergessen werde.

Mit unserem Taxifahrer, der uns bereits am Flughafen abholte, ging es weiter Richtung Wadi Musa und der Felsenstadt Petra. Die Fahrt dort hin war ähnlich entspannt wie nach Wadi Rum. Der Unterschied war, dass wir nun bei Tag durch eine fantastische Landschaft fuhren. Entlang an tiefen Tälern und endlos erscheinende Weiten, kamen wir auch an der einen oder anderen Ziege vorbei. Das Hotel in Wadi Musa hatten wir auf TripAdvisor ausgesucht und waren dabei einen Kompromiss zwischen Preis und Bewertung eingegangen, aber wir wurden positiv überrascht! Das kleine Hotel wurde familiär geführt und lag in Mitten von Wadi Musa. Die weite Entfernung zur Felsenstadt Petra war ebenfalls kein Problem: Der Vater des Hotelbesitzers fuhr uns wann immer wir wollten und so ging es direkt am Tag der Ankunft Richtung Felsenstadt.

Petra

Die Felsenstadt Petra ist UNESCO-Weltkulturerbe und war in der Antike die Hauptstadt des Nabatäaer Reichs. Heute ist sie die Hauptattraktion in Jordanien und zieht jedes Jahr hunderttausende von Touristen in ihren Bann. Wer mehr darüber erfahren möchte, wird auf Wikipedia fündig. Ein ganz besonderes Erlebnis ist Petra bei Nacht, wenn im flackernden Kerzenlicht das Khazne al-Firaun illuminiert wird. Wir haben dieses tolle Erlebnis leider verpasst, da dies nur an bestimmten Abenden in der Woche stattfindet und wir dies in unserer Reiseplanung nicht berücksichtigten. Deswegen plant euren Petra-Besuch an einem Montag, Mittwoch oder Donnerstag, denn nur dann könnt ihr Petra bei Nacht abends ab 20.30 Uhr beiwohnen. Nichtdestotrotz gab es auf dem 10km² großen Areal einiges zu entdecken und wir mussten einiges laufen, um in zwei Tagen möglichst viel zu sehen. Auch der Weg hoch zum Kloster (Felsentempel ad-Deir) ist lohnenswert. Dort oben angekommen, hat man einen fantastischen Weitblick über die Landschaft Jordaniens und kann natürlich auch das Kloster bewundern. Wenn man direkt davor steht, bekommt man ein Gefühl, welche Dimensionen dieses in Sandstein geschlagene Gebäude hat. Es ist einfach nur gigantisch!!

An unserem letzten Tag verlagerten wir das Frühstück nach Petra. Wir wurden vor Sonnenaufgang in die Felsenstadt gefahren, um pünktlich zur Öffnung dort zu sein. Wir waren die ersten Touristen und so machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir kamen an vielen, noch schlafenden Souvenirverkäufern vorbei und ehe wir die Stadt richtig betraten, hatten wir Begleitung. Eine junge Hündin wich uns nicht mehr von der Seite. Wir liefen ein gutes Stück in die Stadt hinein. Bis zur Säulenstraße in etwa. Und dort aßen wir während des Sonnenaufgangs unser mitgebrachtes Frühstück – gefühlt alleine in einer gigantischen Felsenstadt.

Aqaba

Aqaba ist die einzige Hafenstadt Jordaniens und liegt am Golf von Aqaba, einem Seitenarm des Roten Meers. Auf Grund seiner Lage haben sich zahlreiche Tauchschulen in Aqaba entlang des Golfes angesiedelt. Das war auch der Grund weshalb wir uns diesen Ort ausgesucht hatten. Während den letzten Tagen sollte es nochmal raus auf das Meer gehen. Wir beiden wollten noch einen Schnuppertauchgang machen. Aber dazu später mehr.

Wir fuhren wieder mit unserem alt bekannten Taxi-Fahrer. Der gesprächige alte Herr erklärte uns auf der mehrstündigen Fahrt, dass er mal in Europa für Mercedes Rennen gefahren sei und Mercedes ihm wohl als Preisgeld ein Auto stellte mit dem er bis nach Jordanien fuhr. Diese und viele anderen Geschichten erzählte er uns während wir interessiert zuhörten.

Am ersten Tag liehen wir uns Schnorchelausrüstungen aus und probierten vom Strand aus los zu schnorcheln. Wir waren dabei in etwas auf Höhe des Japanischen Gartens.

Allerdings waren so viele Scherben am Strand, dass man wirklich vorsichtig sein musste, um sich nicht böse zu verletzen. Im Meer angekommen, waren dort so viele Seeigel und das Wasser so flach, dass es wirklich gefährlich war an die Riffkante zu kommen. Alles in allem war es kein schöner Start in Aqaba und es machte sich erster Frust breit, da wir uns dort für mehrere Tage eingebucht hatten, um Schnorcheln zu gehen.

Am nächsten Tag buchten wir einen Schnuppertauchgang und so ging es wieder an den Strand. Dieses Mal an einen anderen Ort. Weiter nördlich am South Beach. Das Wasser war herrlich klar. Im knietiefen Wasser lernten wir die ersten Bewegungen und Zeichen. Kurz darauf ging es schon tiefer ins Wasser. Die Eindrücke Unterwasser waren fantastisch. Direkt an der ersten Boje trafen wir auf Löwenfische und allmählich tat sich die herrliche Unterwasserwelt des Roten Meer vor unseren Augen auf.

Am Abend ging es dann mit den Tauchbuddies in die Stadt. Die Eindrücke waren so vielfältig, dass ich sie kaum in Worte fassen kann. Zu erst ging es zu einem kleinen Straßengeschäft, wo es Humus, etwas Gemüse und andere Kleinigkeiten gab. Später ging es dann noch ein größeres Restaurant. Dort hatte man kaum noch das Gefühl im Nahen Osten zu sein. Kostenloses WiFi und Leute mit ihren Smartphones. Erst als plötzlich ein Kamel an uns vorbeiritt, wussten wir wieder, wo wir sind.

Für den nächsten Tag hatten wir wieder einen “Schnuppertauchgang” gebucht. Dieses Mal ging es mit dem Boot raus. Nach dem Frühstück ging es los. Mit einem offenen Jeep fuhren wir bei blauem Himmel und viel, viel Sonne Richtung Hafen. Der Hafen war, wie nicht anders zu erwarten, sehr strukturiert und wir fanden sofort unser Boot. Ein paar Meter weiter war dann unser Anleger und das Boot etwas größer als die auf dem Foto. Endlich ging es raus auf das Meer!

Nur einige Meter entfernt vom Frachthafen Aqabas ging es dann das erste Mal ins Wasser. Wieder im Wasser und wieder sagenhafte Eindrücke. Moränen, Wimpelfische und und und … Die Zeit verging wie im Flug. Auf knapp 12 Meter tauchten wir ab. Für den zweiten Tauchgang war es gefühlt schon ziemlich tief. Aber so langsam bekam man ein Gefühl für die Atmung und man trieb nicht mehr so auf und ab, wie noch beim ersten Tauchgang.

Dann gab es Mittagessen. Obada, unser Tauchguide, hatte einiges mit an Board gebracht. Und dann hieß es kurz ausruhen und ein bisschen abkühlen und weiter zum nächsten Tauchspot. Gefühlt wurde das Wasser immer türkiser. Insgesamt absolvierten wir an diesem Tag zwei Tauchgänge. Für jemanden, der zum ersten Mal tauchte, waren alle sehr, sehr eindrucksvoll und machten Lust auf mehr!

Gegen Abend lief das Boot dann wieder in den Hafen ein und der letzte Abend in Jordanien klang gemütlich bei einsamen gemeinsamen Abendessen mit den Guides aus.


 
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FOTOGRAF CHRISTIAN BREMSER

Wiesbaden, Hessen

Hallo, mein Name ist Christian. Ich arbeite und wohne in Wiesbaden. Meine Leidenschaft ist die Reisefotografie. Jeden freien Tag nutze ich um die Welt zu entdecken. Viele Überstunden und ein netter Chef haben einen Traum von mir wahr werden lassen: das Leben in einer der größten Städte der Welt. Fünf Monate verbrachte ich in Istanbul, lernte eine fantastische Stadt kennen und nutze diese als Ausgangspunkt für Reisen in den Nahen und Mittleren Osten.

Ihr könnt Christians Reisen auf seinem Blog verfolgen und seine Fanpage hier besuchen.

Ljubljana, Slowenien / Ariane Kovac

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Cartagena, Colombia / Lisa Marie O'Quinn

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