You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Kalifornien, USA / Mareike Böhmer

Kalifornien, USA / Mareike Böhmer

Unsere Reise nach Kalifornien liegt schon einige Monate zurück und wenn ich daran zurück denke, dann strömen Hunderte Bilder und Situationen durch meinen Kopf. Drei Wochen sind eigentlich etwas zu kurz, um den drittgrößten Bundesstaat der USA ganz zu bereisen und ihn in seiner ganzen Vielfältigkeit zu erleben. Mein Freund und ich haben trotzdem den Versuch gestartet und haben uns mit einem Mietwagen auf eine kleine Rundreise begeben.

Der Frühling ist eine tolle, vielleicht die beste Reisezeit für Kalifornien: Das Wetter ist meist sehr angenehm, an der Küste sprießen die schönsten Blumen und es ist nicht so überlaufen wie im Sommer, also während der Hauptreise- und Ferienzeit. Da sind nicht nur die Hotels teurer und oft ausgebucht, auch die Strände, die Nationalparks und andere Hauptattraktionen sollen in diesen Monaten oft überfüllt sein. 

San Francisco bildete den Anfang und das Ziel unseres Trips. Über den Highway 1 sollte es von dort Richtung Süden gehen: Vorbei an den malerischen Küstenlandschaften von Big Sur Richtung Santa Barbara, weiter nach Los Angeles und San Diego. Also Meer, Küstenlandschaften und Strände satt. Danach sollte uns der Weg ins Landesinnere führen: In die Nationalparks Sequoia, Kings Canyon und Yosemite, danach zum Lake Tahoe und durch die Weingebiete von Norden zurück von San Francisco. Insgesamt eine Strecke von über 3000 km.

An den ersten Tagen in San Francisco schnupperten wir noch Stadtluft. Ich war bereits zwei Mal hier, doch dieses Mal entdeckte ich wieder neue Seiten dieser wunderbaren bunten Metropole. Einen Tag erkundeten wir die Stadt mit dem Fahrrad und haben dabei - gefühlt – die ganze Stadt durchquert. Rauf, runter, rauf: In San Francisco ist Fahrradfahren eine eher anstrengende Angelegenheit, aber sie lohnt sich in jedem Fall. Besonderen Spaß hat die Fahrt vom „Hippieviertel“ Haight-Ashbury durch den Golden Gate Park zum Strand gemacht. Immer abwärts waren wir rasend schnell am Meer und damit in der Nähe der berühmten Golden Gate Bridge.

Nach diesen ersten Tagen sind wir zu unserer eigentlichen Rundreise aufgebrochen. Die Fahrt auf dem Highway 1 immer am Meer entlang Richtung Süden gilt als eine der schönsten Strecken der Welt. Rund um „Big Sur“ wirkt die Natur nahezu unberührt: Häuser dürfen hier nur stark eingeschränkt gebaut werden und wenn so, dass man sie nicht direkt sehen kann. Die Straße schlängelt sich oft respekteinflösend nah am schroffen Küstenabgrund entlang. 
Als Fahrer muss man aufpassen, dass man der Straße folgt, da die Gefahr besteht, dass man dauernd von den tollen Aussichten abgelenkt wird. Für die Fahrt lohnt es sich viel Zeit einzuplanen, denn die Fahrtgeschwindigkeit ist nicht besonders hoch und kaum einer kann den vielen Aussichtspunkten und Haltestellen widerstehen … Gerade in der Nebensaison kann man hier wunderbare Momente der Einsamkeit erleben.

Weiter im Süden wird es dann belebter. Wenn man an Santa Barbara vorbeigefahren ist und sich Los Angeles nähert, dann kann von Ruhe und Einsamkeit keine Rede mehr sein. Der Großraum LA mit seinen überfüllten Verkehr hat mich immer etwas eingeschüchtert und so haben wir dieses Gebiet dieses Mal gemieden. Die Ortschaften und Strände an der Küste haben ohnehin genug zu bieten. Venice Beach, Newport Beach, Laguna Beach: Die millionenschweren Einfamilienhäuser in den perfekten Wohngebieten dieser Vororte von LA und die Fitnesstrainer am Strand - Vieles hier hat mich hier an „Beverly Hills 90210“ erinnert. Viele lieben diese perfekt wirkende Welt - manche begegnen ihr aber auch mit gemischten Gefühlen, so wie ich. 

Danach ging es weiter nach San Diego. Die zweitgrößte Stadt Kaliforniens wirkt im Vergleich zum Großraum LA relaxt, alternativ und bunt, was auch an den vielen Surfern liegen mag.  

Vom Strand in den Schnee: Nach einer Woche an der Küste machten wir uns von San Diego aus auf in Richtung Landesinnere. Die Planung dieses Streckenabschnitts war nicht ganz so einfach. Die Nationalparks sind nicht immer von allen Straßen aus anfahrbar - erst recht in der Nebensaison, in der noch viele Straßen wegen Schnee geschlossen sind. 

Eine Nacht hatten wir in Big Bear Lake verbracht, einem kleinen gemütlichen Örtchen in den San Bernardino Mountains, in dem sich im Winter Wintersportler tummeln und im Sommer Großstädter ihre Ferien verbringen. Den Tag darauf brachen wir in die Nationalparks Sequoia und Kings Canyon auf. Dieser Part war für uns eines der schönsten Erlebnisse dieses Urlaubs. Nachdem wir nur wenige Tage zuvor am Strand von San Diego mit Flip Flops entlang spaziert waren, standen wir nun unter schneebedeckten, riesigen Tannen und schauten auf die Berge in der Ferne. Das Wetter wechselte von sonnig und warm zu nebelig, verschneit und nass - und dann wieder zurück. Die Fahrt durch diese Wunderlandschaft ließ uns noch nach der Rückkehr ins Hotel verwundert und glücklich zurück. Auch der Tag im Yosemite Nationalpark war ähnlich faszinierend, auch wenn hier mehr Touristen unterwegs waren.

Eine der letzten Stationen war Lake Tahoe. Obwohl wir hier erst am Nachmittag ankamen, entschieden wir uns dazu, den See noch am gleichen Tag einmal zu umfahren - immerhin eine Strecke von ca. 115 km. Ich habe noch keinen so schönen, klaren See gesehen. Die Farbe des Wassers wechselte von einem hellen Türkis zu einem satten Blau. Die Sonne schien und so konnte man vom Ufer aus die Steine auf dem Boden des Sees sehen, im Hintergrund thronten schneebedeckte Berge. 

Über das wunderschöne Weinbaugebiet nördlich von San Francisco gelangten wir wieder an die Küste. Einen letzten Stop legten wir an einem hoch gelegenen Aussichtspunkt über der Golden Gate Bridge ein. Die Brücke, die Stadt und das Meer tauchten sich in die Farben des Sonnenuntergangs: Der perfekte Abschluss für unsere Rundreise, die nicht schöner und abwechslungsreicher hätte sein können.


 
 

FOTOGRAFIN MAREIKE BÖHMER

Hessen, Deutschland

Hallo, ich bin Mareike. Ich liebe die Fotografie, das Reisen, skandinaviesches Design und alles was mit abstrakten Grafiken und geometrischen Dinge zu tun hat. Nichts erfüllt mich mehr als Dinge zu gestalten und besondere Momente festzuhalten :)

Ihr könnt Mareikes Fotografie in ihrem Blog verfolgen und ihre Fanpage hier besuchen. 

Tromsø, Norwegen / Monika Kogler

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Kambodscha und Thailand / Nikki Closser

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