You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Kanada | Christian Frumolt

Kanada | Christian Frumolt

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Von den Rocky Mountains bis ans Meer. Eine Reise durch das winterliche Kanada im Januar. 

Es gibt diese Reiseziele, welche man schon ewig auf der Wunschliste hat. Bei mir waren das bereits seit der Kindheit Australien und eben Kanada.

Mit beiden Ländern habe ich schon immer grenzenlose Freiheit und Natur verbunden. Den Traum Australien habe ich mir bereits vor etlichen Jahren erfüllt. Ich arbeitete und reiste für 12 Monate durch Down Under. Eine sehr prägende Zeit in meinem Leben. 13 Jahre später wurde nun der Traum Kanada wahr. Allerdings dachte ich dabei immer eher an die Sommermonate. Nun hieß es jedoch: Kanada im Winter. Was ein Erlebnis!

Banff National Park

Der Banff National Park befindet sich in der Provinz Alberta und wurde 1885 gegründet. Er ist somit der älteste National Park Kanadas, der drittälteste der Welt und der zweitgrößte Park Nordamerikas. Doch eigentlich ist es egal, wie alt und wie groß dieser Park ist. Er ist einfach bezaubernd und gerade im Winter alles andere als überfüllt. Mitten in den Rocky Mountains bietet dieses Fleckchen Erde Postkarten Idylle und Natur pur.

Sehr kalt war es in den ersten Tagen. Aber das wusste ich ja bereits vorher. So waren Temperaturen um die -26°C keine Seltenheit. In der zweiten und dritten Woche stiegen die Temperaturen jedoch dann kontinuierlich. An der Morant’s Curve war ich gleich zwei mal. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte ich dort jeweils den ganzen Tag verbringen können. Was eine wunderbare Aussicht.

Lake Louise

In den Wintermonaten verwandelt sich Lake Louise in eine wunderschöne Winterlandschaft. Wo im Sommer die Boote den See überqueren, bietet sich im Winter die Möglichkeit, den See mit Schneeschuhen, Langlaufskiern oder mit den Schlittschuhen zu überqueren. Auch ein Schloss aus Eis kann man jeden Winter am See bestaunen.

Wenn es dunkel wird.

Schon seit Jahren fasziniert mich das fotografieren in der Dunkelheit. Auch wenn es verglichen mit der Fotografie bei Tageslicht sehr viel umständlicher ist. Es lohnt sich immer. Da ist es nahezu unmöglich, bei -26°C die Kamera oder das Stativ mit den bloßen Händen anzufassen. Die Locations muss bei Tageslicht begutachtet werden, da man in der Dunkelheit ja bekannterweise wenig bis nichts sieht. Etwas unheimlich ist es schon, mitten in der Nacht alleine durch die Kanadischen Wälder zu ziehen. Ständig hört man irgendetwas rascheln. Man ließt Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht Wölfe“ oder „Vorsicht Bären“, wobei letztere im Winter eigentlich schlafen sollten. Doch spätestens als ich eine Motorsäge hörte, wurde es wirklich komisch … Aber was macht man nicht alles für die Bilder!

Kootenay National Park

Der Kootenay National Park befindet sich in der Provinz British Columbia. Er grenzt an den Banff National Park. Dieser Park ist viel weniger bekannt als sein „großer alter Bruder“, doch ist er nicht weniger faszinierend.

Abraham Lake

Abraham Lake befindet sich quasi im Nirgendwo der Rocky Mountains. Naja, irgendwie befindet sich in Kanada ja alles im Nirgedwo. Genauer gesagt, liegt der Abraham Lake östlich vom Banff National Park in Alberta. Im Winter genießt dieser See große Berühmtheit aufgrund seiner gefrorenen „Methan-Bubbles“ (Metangasblasen).

Yoho National Park

Der Yoho National Park befindet sich in der Provinz British Columbia. Er ist der kleinste der vier Rocky Mountains National Parks. Er ist atemberaubend.

Jasper National Park

Der Jasper National Park teilt sich zusammen mit dem Banff National Park seine „größte Attraktion“, das Columbia Icefield, eine der größten Ansammlung von Eis südlich des Polarkreises. Eine der sechs großen „Gletzscherzungen“ dieses gigantischen Eisfeldes ist der Athabasca Gletscher, welcher direkt am „Icefields Parkway“ liegt.

Icefields Parkway

Wenn man sich mit den Banff- und Jasper Nationalparks in Kanada beschäftigt, stolpert man immer wieder über diese eine Straße. Viele sprechen von einer der schönsten Straße der Welt, naja, ich habe es ja nicht so mit Superlativen, und außerdem könnte ich nie von der schönsten Straße der Welt sprechen, da ich ja schließlich noch nicht alle Straßen unseres Planeten abgefahren bin. 

Aber: Nachdem ich diese 220 km rauf und runter und zurück und nochmals runter usw. gefahren bin, muss ich gestehen, jeder Meter auf dem Icefields Parkway ist ein Traum. Eine Fahrt, die niemals enden sollte. Die volle Pracht der Natur vor der Windschutzscheibe, im Rückspiegel, überall. Ich bin immer noch ganz begeistert von dieser Straße. Das einzigste was bei der Fahrt auf dieser Straße wirklich stresst, ist die Qual der Wahl an möglichen Fotostopps. Hinter jeder Kurve, hinter jeder Kuppe, hinter jedem Hirsch, hinter jedem Schneehaufen – überall bietet sich ein atemberaubendes Panorama. Es ist zum Verzweifeln.

Warum Kanada im Winter?

Keine Ahnung. Es hat mich interessiert. Und mich hat dieses Land (oder dieser ganz ganz kleine Teil) sofort in seinen Bann gezogen. Was mich an Kanada so beeindruckt, sind die unglaublichen Weiten. Kanada ist flächenmäßig das zweigrößte Land der Erde und hat gerade mal 35 Millionen Einwohner. Da fährst Du stundenlang durch die „Pampa“, ohne auf irgendjemand zu treffen. Es ist einfach dieses Freiheitsgefühl, welches einem immer begleitet. In einer Stunde sind mir im Schnitt 2-3 Autos entgegengekommen. Vielleicht lag das auch an dem Hinweisschild am Anfang des Highway 93 Nord (so die offizielle Bezeichnung des Icefields Parkway). Das Schild beinhaltet vier Bezeichnungen für den Straßenzustand – Good, Fare, Poor, Closed. In meinem Fall leuchtete das Lämpchen bei „Poor“.

Zugegebenermaßen war ich kurz vor der Reise doch nicht mehrganz so sicher, mitten im Winter, im Januar diese „Scenic Road“ bei Eis und Schnee zu befahren, welche sehr schwach bis gar nicht geräumt wird. 220 km in der Wildnis, 220 km kein Handyempfang (das ist übrigens ein Segen), 220 km wenig bis gar kein Gegenverkehr (ein paar Hirschen musste ich mal ausweichen). Wie schon erwähnt habe ich die Straße während meiner Reise öfters befahren. Im Winter gibt es nur ein, zwei Unterkünfte am Higway 93. Beide mitten in der Wildnis und sehr einfach. Sehr zu empfehlen ist das Hi-Rampart Creek Hostel (ca. 90 km nördlich von Lake Louise). Ganz einfache Hütten mit Strom vom Generator und mehrbettigen Schlafräume. Mehr braucht es hier draußen in der Pampa nicht. Nach einigen Kilometer auf dieser Rutschbahn machte ich einen Zwischenstopp beim Columbia Icefield. Aus diesem Zwischenstopp wurden 6 Stunden. 

Es ist unglaublich wie schnell sich die klimatischen Verhältnisse änderten. Vor der Kuppe noch tiefster Winter. Hinter der Kuppe nur noch sehr wenig Schnee. Am schönsten zu fahren war es natürlich im Licht des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs. Nach Sonnenuntergang war die Lichtstimmung oft noch beeindruckender. Und immer diese Weite, diese Leere, diese Ruhe.

Fazit: 

Nicht zu beschreiben, wie beeindruckend dieses Land im Winter ist. Und nicht auszudenken, was für ein Farbenspiel die türkisfarbenen Bergseen im Sommer darbieten. Kanada, wir sehen uns wieder.


 
 

CHRISTIAN FRUMOLT

Baden-Württemberg, Deutschland

Cristian ist nicht nur Portrait-, Hochzeit-, Lifestyle -, und Reisefotograf, sondern auch ein kleiner Abenteurer. Während eines einjährigen Auslandaufenthalts, entdeckte er seine Leidenschaft zum Reisen. Besonders die Berge und nördlichen Regionen haben es ihm in den letzten Jahren sehr angetan. Glücklicherweise hat er es von seiner Heimat aus nicht weit in die Berge und falls das Fernweh doch zu groß wird, werden neue ferne Länder erkundet.

 

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