You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Marokko | Marianne Drews

Marokko | Marianne Drews

Knapp drei Wochen Marrokko lagen vor uns. Wir wollten eigentlich nicht viel sehen, nicht viel machen, einfach sein. Dem grauen November entfliehen und positive Lebensenergie aufsaugen. Einfach die Tage verstreichen lassen, frühstücken, treiben lassen, ein bisschen arbeiten und wieder schlafen gehen. Und dann kamen wir an in Marokko – in das Land, das all unsere Pläne kräftig durchschüttelte. Das uns umhaute. Das uns alles hinterfragen ließ. Das uns eintauchen ließ in eine so andere Welt.

Angekommen in Marrakesch ging es für uns direkt weiter an die Küste nach Essaouira. Der Name dieser wunderschönen Hafenstadt klingt so, als würde sie jeden verzaubern. Und so ist es auch. Betritt man das Herz der Medina, taucht man ein in eine komplett andere Welt, in eine andere Dimension. Am ersten Tag noch ein kleiner Kulturschock, lässt man sich spätestens ab dem zweiten Tag einfach nur noch mitreißen, von Stimmen, Düften, Geräuschen, der Sonne. Beschreiben lässt sich die Atmosphäre hier kaum, man muss es erleben. Nicht verpassen sollte man den authentischen Fischerhafen in Essaouira. Hier kann man nicht nur eine fantastische Auswahl frischer Meeresfrüchte und verschiedenste Fische bestaunen, sondern auch den Fischern bei der Arbeit zuschauen. Absolutes Highlight: Fisch kaufen und im sehr rustikalen Hafenimbiss auf dem Grill zubereiten lassen – göttlich!

Essaouira ist die Stadt der tausend Katzen – für eine Katzenliebhaberin wie mich wundervoll und grausam zugleich. Überall sieht man die wunderbaren Geschöpfe, von klein bis groß, von rot bis weiß, von gepflegt bis verwahrlost. Am liebsten hätte ich mindestens zehn von ihnen in meinen Rucksack gesteckt und mit nach Hause gebracht.

Wer genug vom Treiben der Medina hat, kann wunderbar am endlos langen Sandstrand entspannen, spazieren gehen, Kamel reiten oder in unserem Lieblings-Strandcafé entspannen. Das Ocean Vagabond mit Blick aufs Meer lässt mit allerlei Leckereien, gemütlichen Sofabetten und entspannter Musik keinen Wunsch offen. Hier haben wir wirklich ganze Tage verbracht.

Kulinarisch hat Essaouira neben frischem Fisch einiges zu bieten, vor allem wenn man sich auf die einheimischen, und für den Europäer oft ziemlich rustikal wirkenden, Restaurants und Bistros auf der Straße einlässt. Sobald es dunkel wird, wird es deutlich lebhafter in den Straßen der Medina und alle paar Meter stehen kleine Menschenmengen um einen eigenartig wirkende Handwägen herum, in der Mitte ein großer Topf, der wohlige Gerüche verbreitet. Schneckensuppe! Auch wenn es für den ein oder anderen etwas Überwindung kostet, probieren lohnt sich – es schmeckt einfach köstlich. 

Wer gerne gemütlich im Restaurant speisen und nicht zu viel Geld ausgeben möchte, dem kann ich das Triskala ans Herz legen. Hier wird die Speisekarte noch jeden Tag mit der Hand geschrieben, das Essen ist köstlich und man kann hier bei Kerzenschein gemütliche Stunden verbringen.

Nach knapp zwei Wochen am Meer fuhren wir zurück nach Marrakesch. Hier geht alles noch schneller und lauter zu – im Vergleich zu Essaouira eben eine Großstadt. Aber auch Marrakesch verzaubert uns auf seine eigene Weise – die verwinkelten Souks, in denen man wahre Handwerkskunst beobachten kann, die wunderschönen Cafés, in denen wir versonnen an unserem Minztee nippen und die prachtvollen Bauten, die uns erstaunen lassen. Nicht verpassen sollte man einen Besuch der Medersa Ben Youssef, einer ehemaligen Koranschule im Herzen der Stadt. Hier kann man, abseits aller Souvenirshops, in die marokkanische Geschichte und Kultur eintauchen und bleibt noch für Tage danach tief beeindruckt. 

Wer während der Erkundungstouren der Altstadt ein kleine Pause einlegen möchte, dem sei das Restaurant und Café La Famille Marrakech zu empfehlen. Hier kann man inmitten eines wunderschönen Gartens frische und gesunde Speisen genießen und sich danach aus der integrierten Boutique einzigartige Souvenirs für Zuhause mitnehmen. Ebenfalls ein tolles Konzept verfolgt das Henna Art Café – hier gibt es auf der Dachterrasse günstiges und leckeres Essen, im Inneren kann man sich von professionell ausgebildeten Frauen ein tolles Henna auf Hände oder Füße zeichnen lassen.

Marokko, oh Marokko – du hast mich überwältigt mit deiner Schönheit. Doch neben all dem guten Essen, Erlebnissen, Inspirationen, Düften, Lebendigkeit, die du zu bieten hast, hat mich vor allem eins berührt: deine Terrassen über den Dächern der Stadt. Und das mag noch so beliebig und lächerlich klingen, aber sie haben mich etwas wichtiges gelehrt. Jeder, der sich schon einmal in Marrakesch im Trubel der Straßen und Gassen verirrt hat, kann die Erleichterung nachempfinden, wenn man ein Café mit Dachterrasse entdeckt und sich dort zurück­ziehen kann. Von dort oben kann man das bunte Treiben ganz in Ruhe beobachten, die Geräusche scheinen gedämpfter, man atmet durch und die Gedanken kommen zur Ruhe. Der Blick von oben tut gut. Und das nicht nur hier in Marrakesch, sondern auch in meinem Leben. Unbedeutende Alltagsprobleme, die wir sonst dramatisieren, wirken plötzlich deutlich kleiner. Wir sehen die Dinge wieder im Großen und Ganzen. Und damit auf einmal wieder unendlich viele Ideen und Alternativen. Diese Art der Selbstreflexion beruhigt Kopf und Herz ungemein und öffnet uns die Augen zu bisher unerkannten Lösungswegen. 

Besonders viel Zeit haben wir auf der Dachterrasse des Café Atay verbracht – eine Oase, ein Rückzugsort, ein kleines Zuhause.


 
 

MARIANNE DREWS

Münster, Deutschland

Marianne Drews ist Designerin, Fotografin und mit ganzem Herzen Träumerin. Nach ihrem Kommunikationsdesign-Studium in Münster arbeitete sie ein Jahr in einer Design-Agentur. 2017 will sie ganz dem Reisen und Welterkunden widmen. Egal, wo sie ist, macht sie sich auf die Suche nach den unscheinbaren Dingen, nach Eindrücken, die in ihr selbst etwas bewegen. Die Fotografie ist für sie ein Weg, die Welt und sich selbst kennenlernen und begreifen zu können.

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