You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Marokko | Nadia Meli

Marokko | Nadia Meli

Meine Reise nach Marrakesch war unerwartet und trotzdem wurden meine Erwartungen übertroffen.
Ich kann es auch nicht besser beschreiben. Es war Liebe. Trotz Chaos und kulturellem Schock habe ich mich Hals über Kopf in Marrakesch verliebt. Diese Heftigkeit hatte ich nicht erwartet. Es gab doch so viel Frustrierendes an dieser verrückten Stadt. Es hätte nicht passieren dürfen. Ich hätte mich nicht so verlieben dürfen. Und doch. Es ist passiert. Ich hatte erwartet, dass es mir gefallen würde - nur wie sehr - das war mir vorher nicht klar. 

Wir verbrachten die ersten paar Tage im La Mamounia, in das wir freundlicherweise eingeladen wurden. Es war eine unfassbar entspannte Zeit, denn das Hotel ist eine friedliche Oase und perfekter Rückzugsort nach einem chaotischen Tag in der Medina. 

Das Mamounia ist eine einzigartige, gelungene Mischung aus orientalischem und britischem Stil. Hier gibt es alles was man sich nur wünschen kann: Luxus, unglaublich freundliche Mitarbeiter, tolle Restaurants, einen atemberaubend schönen Spa-Bereich, wunderschöne Zimmer und Ruhe. Es ist mit Sicherheit ein toller Ort für entspannte Flitterwochen!

Das echte Highlight war aber dann der Aufenthalt in einem Riad in der Innenstadt von Marrakesch. Wir haben mit dem Riad Chocolat ein echtes Juwel gefunden! Die Besitzer, die auch dort leben, sind Belgier und die Gäste selbstverständlich aus der ganzen Welt.

Nach einem ereignisreichen Tag in der Stadt abends auf der Dachterrasse gemeinsam mit all diesen neuen Menschen an einer langen Tafel sitzen und von den Gastgebern selbstgemachte Tajine verspeisen, lachen und Geschichten austauschen – das ist für mich die beste Art zu Reisen. Echte Menschen kennenlernen. Ihrem Leben lauschen. Lernen. Ich würde jedem, der Marrakech besucht, empfehlen in einem Riad zu nächtigen und dort mit den Gastgebern und Gästen zu essen. Man lernt die faszinierendsten Dinge.

Ein absoluter Lieblingsort war die "Maison de la photographie"– ein kleines Fotomuseum mit Bildern von Marrakesch aus verschiedenen Jahrzehnten. Das Interessante ist, dass man oft die Jahre gar nicht erkennen würde (wären sie nicht unter dem Foto erwähnt), da die Menschen immer noch genauso gekleidet sind wie vor fünfzig Jahren. Die Fotos sind so unglaublich ausdrucksstark – man kann Stunden damit verbringen, sich die Geschichten dieser Menschen auszumalen. Das Eintrittsticket, das man dort kauft, ist übrigens lebenslang gültig!
Nach einer Runde durch das Museum kann man in einem kleinen Café auf der Dachterrasse sitzen, einen Tee trinken und über die Dächer Marrakeschs schauen.

Der einzig wahre Weg in Marrakesch voranzukommen ist zu Fuß. Wir sind wirklich sehr viel gelaufen. Einmal waren wir auch im neuen Teil der Stadt, aber die echte Magie findet man nur in der Medina. Es gehört auch dazu, sich in den Straßen zu verirren. Farben, Gerüche, Bilder, Menschen, Gebäude und Kunst zu entdecken - das wird für immer zu meinen liebsten Erinnerungen gehören. Die Inspiration und die Schönheit sind unendlich an diesem Ort. 

Fand ich ausnahmslos alles toll? Nein. Mich hat das Verhalten der Marokkaner oft frustriert. Ich fand es schade, nicht zu wissen, wem ich auf der Strasse vertrauen und glauben kann. Ich fand es furchtbar, ständig angeschrien zu werden, weil ich Fotos gemacht habe, oder bedrängt zu werden, weil ich nichts kaufen wollte. Ich fand es schade keinen Blick hinter die Fassade werfen zu können, nicht zu lernen, wie die Marokkaner wirklich sind, fernab von dem Ausnahmezustand in der Medina.

Und Trotzdem: Das Schöne hat für mich persönlich überwogen. Die Inspiration hat mich so überwältigt und war so gross, dass sie für mich alles Negative in den Schatten gestellt hat. Es tat sogar unglaublich weh, nach Hause fliegen zu müssen. Ich hatte das Gefühl, so viel Schönheit hinter mir zu lassen und nicht mehr jeden Tag ansehen zu können. 

Und so habe ich jetzt all diese Farben, Gesichter, Kunstwerke und Besonderheiten, all diese explosive Inspiration in meinem Herzen und auf meinen Wänden zu Hause. Ich freue mich auf meinen nächsten Besuch dieses faszinierenden Ortes.


 
 

NADIA MELI

Brighton, England

Nadia hat einen italienischen Pass, lebt in England und fühlt sich unterwegs auf der ganzen Welt zuhause. Fotografie bedeutet für sie so viel mehr als das Handwerk an sich. Für Nadia geht es um die Begegnungen, die Menschen, die Inspiration und Schönheit in alltäglichen Dingen. Das ist ihre Leidenschaft. Außerdem liebt sie all die Sorten Tee, die sonst niemand mag und hat eine eigene Pinterest-Pinnwand für Hamster. 

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