You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Namibia | Julia Hofmann

Namibia | Julia Hofmann

Namibia – ich könnte euch jetzt erzählen, dass es unser ursprünglicher Plan war zu viert, mit zwei Jeeps, in vier Wochen über dreieinhalbtausend Kilometer zu fahren, um sämtliche unbekannten Ecken in einem wunderschönen Land zu entdecken. Leider klappt nicht immer alles so, wie man es sich vorstellt. Herausgekommen sind elf kurze Tage, eine abgespeckte Tour von Windhoek ins Damaraland, die Skeleton Coast entlang und wieder zurück in die Hauptstadt. Nils, ich und unser kleiner Jeep... los gehts:

Mit einigen Stunden Verspätung kommen wir nachts, bei strömendem Regen, in Windhoek an. Ein ganz neues Gefühl nach acht Wochen Sonne und Hitze in Südafrika. Ich muss zugeben – mal wieder einen Pulli anzuhaben ist auch nicht so schlecht. Am nächsten Tag holen wir recht früh unseren Jeep ab und kaufen jede Menge Lebensmittel ein. Es muss ja schließlich für zehn Tage reichen.

Unsere erste Station ist die Spitzkoppe. Die Felsen sehen aus wie das Matterhorn und werden von den Einheimischen auch gerne so genannt. Wir verbringen unsere ersten drei Tage dort. Wir hatten eigentlich mit sehr hohen Temperaturen in Namibia gerechnet und nicht mit knapp fünfundzwanzig Grad und Gewittern. Am zweiten Tag passiert es dann schließlich, die Schleusen gehen auf und wir finden heraus, dass unser Dachzelt doch recht dicht ist. Ich kann euch gar nicht sagen, wie erleichtert ich war. Vor zwei Jahren hatten wir zwei sehr nasse Nächte in Pilansberg. Campen bei Gewitter und starkem Regen macht mit einem undichten Zelt einfach keinen Spaß.

Unsere nächste Station ist Twyvelfontain, weiter nördlich, mitten im Damaraland. Wir halten die Augen nach Wüstenelefanten offen, da uns die Einheimischen erzählen, dass sie derzeit Richtung Süden ziehen – immer dem Regen hinterher. Also genau in unsere Richtung. Wenige Kilometer vor unserem Camp haben wir allerdings ein Problem. Wir kommen an einen Fluss, wo eigentlich kein Fluss sein sollte. Der viele Regen der letzten Tage hinterlässt seine Spuren.

Im Fluss stecken zwei Autos fest und jede Menge Menschen versuchen zu helfen. Eine Stunde später ist es geschafft, die beiden Autos stehen wieder auf dem Trockenen. Allerdings heißt es für alle anderen –kein Durchkommen. Das Wasser ist zu hoch und der Boden zu matschig. Also geht es mit einigen Einheimischen weiter flussaufwärts zu einer flacheren Stelle in der Nähe ihres Dorfes. Hier versuchen wir in unserer Jeep-Karawane den Fluss zu überqueren. Nachdem wir drei Autos durch den Fluss gezogen haben, kommen wir am letzten Abend des Jahres in Twyfelfontain in unserem Camp an. Wir bauen unser Dachzelt auf und kochen in aller Schnelle, bevor es wieder anfängt zu regnen. Unser Silvester fällt somit flach beziehungsweise ins Wasser.

Nachdem wir die Felsmalereien in Twyfelfontain hinter uns gelassen haben, steht als nächstes die Palmwag Lodge auf unserem Programm. Die Lodge liegt in einem Konzessionsgebiet, in dem es keine Zäune gibt. Sprich, alle Tiere könnten auch morgens direkt neben unserem Auto liegen. Ich hoffe natürlich wieder darauf meine geliebten Löwen zu sehen. Hier erleben wir auch das erste Mal die Hitze, welche wir in Namibia eigentlich erwartet hatten. Es sind über vierzig Grad und es ist sehr schwül. Am nächsten Morgen steht eine Safari auf unserem Plan. Der Ranger macht uns allerdings keine großen Hoffnungen, Wüstenelefanten zu sehen. Die meisten sind schon seit einiger Zeit weiter in den Süden gezogen und sie sehen nur sehr, sehr selten welche in der Gegend. Die nächsten fünf Stunden schaukeln wir uns durch die Savanne, durch ausgetrocknete Flussläufe und über Steinfelder. Und was sehen wir plötzlich? Genau – Wüstenelefanten!

Vom Landesinneren machen wir uns auf den Weg an die Küste – die Skeleton Coast. Nach einigen hundert Kilometern queren wir das Parkgate und ich bin sehr beeindruckt von der Landschaft. So stelle ich es mir auf dem Mond vor – nichts außer Sand, Salz und Steinen. Es ist so heiß, dass in der Ferne der Horizont flimmert.

Das ist die längste Etappe auf unserem Namibia Trip, gute sieben Stunden Fahrt liegen an diesem Tag vor uns. Wir machen allerdings auch immer wieder Pausen und lassen diese unwirkliche uns surrerale Landschaft auf uns wirken. Sehr empfehlenswert ist ein Zwischenstopp am Cape Cross. Das ist ein kleines Stück Küste an dem sich in Spitzenzeiten über hunderttausend Seelöwen tummeln. Glaubt mir – so etwas habe ich noch nie gesehen, gehört und vor allem gerochen. Als wir aus dem Auto aussteigen muss ich erstmals ganz schwer schlucken und halte mir die Nase zu. Dieser Gestank ist unglaublich. Sehen kann ich sie zwar immer noch nicht, aber die Kolonie ist auch von weitem schon zu hören.

Und da liegen sie vor uns, so viele kleine und große Seelöwen. Die Babys sind erst wenige Wochen alt und alle wuseln durcheinander, übereinander und schreien nach der passenden Mama. Die Mamas schreien zurück. Es ist ein absolutes, aber schönes, Chaos.

In Walvis Bay haben wir bereits im Voraus eine Kajaktour mit Seelöwen und eine Jeeptour durch die Dünen nach Sandwich Habour gebucht. Nachdem ich vom Vortag immer noch den Gestank der Seelöwen in der Nase habe, freue ich mich sehr, dass diese Kolonie wesentlich kleiner ist. Hier riecht es bei Weitem nicht mehr so streng. Wir paddeln in aller Ruhe zwei Stunden durch die Kolonie, ich freue mich sehr, als auf der anderen Seite meines Kajaks ein paar Delfine auftauchen. Nils hat den größten Spaß mit den Paddeln die ganz Neugierigen Seelöwen zu ärgern. Wer also in Walvis Bay oder Swakopmund ist, dem kann ich die Kajak Tour mit Jeanne sehr ans Herz legen.

Das Kayak haben wir anschließend gegen einen Jeep getauscht. Mit dem Team von Sand Waves fuhren wir mit insgesamt drei Jeeps und einer bunten Truppe aus Australien, Neuseeland, Südafrika und Deutschland Richtung Sandwich Habour. Es war unwirklich, aufregend und ich würde es sofort wieder tun. Wir sind insgesamt sechs Stunden durch die die Dünen gekurvt, direkt an der Brandung entlang, immer wieder hoch und runter, haben den Ausblick genossen, Champagner getrunken, Canapés gegessen und jede Menge gelacht. Ich hätte nie gedacht, dass es so viel Spaß macht mit knapp hundert Sachen durch die Wüste zu düsen. Den Tag werde ich definitiv nicht mehr vergessen.


 
 

JULIA HOFMANN

Karlsruhe, Deutschland

Julia kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Karlsruhe. Seit einigen Jahren ist sie als Portrait- und Hochzeitsfotografin tätig. Eine weitere große Leidenschaft, neben der Fotografie, ist das Reisen – egal ob Kurztrip oder Fernreise. Sie liebt es neue Kulturen und Länder zu erkunden und ist glücklich, wenn ihr die Sonne ins Gesicht scheint, sie den Sand zwischen ihren Zehen spürt und der Wind durch ihre Haare weht.

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