You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Nepal | Linda Müller

Nepal | Linda Müller

Bunte Gebetsfahnen wehen am blauesten Himmel, Taube flattern durch die Luft, es duftet nach Weihrauch. Ich bin in Kathmandu angekommen und schlendere an der bekannten Stupa in Boudha – dem Wahrzeichen Nepals entlang. Es ist früh um sechs und hunderte Gläubige umrunden etliche Mal ihr Heiligtum, lassen die Gebetsräder nicht still stehen, beten, füttern Tauben für ein gutes Karma.   

Über Weihnachten und Silvester 2010/11 verbrachte ich mit zwei Freunden drei Wochen in Nepal. Für mich war es die perfekte Jahreszeit – nicht zu warm und nicht zu kalt. Die ersten Tage stimmten wir uns in der Hauptstadt Kathmandu auf dieses faszinierende Land mit seinen spannenden Menschen und Orten ein. In Nepal ist das Abenteuer direkt vor der Tür und jeder Schritt hinaus erzählt dir neue Geschichten, bringt dich zum Nachdenken, stellt dich vor Herausforderungen.

KATHMANDU

Der Stadtteil Boudha ist eher ruhig und zu Beginn sehr zu empfehlen. Es gibt überall herrliche Cafés und Restaurants mit Dachterassen. Hier spürt man vor allem die Spiritualität der Menschen, wird nicht an jeder Straßenecke von Verkäufern überrannt und kann einfach mal sein.

POKHARA

Acht Stunden Busfahrt für etwa siebzig Kilometer – das ist für nepalesische Verhältnisse richtig gut. Der Highway von Kathmandu nach Pokhara führt durch die wunderschöne Berglandschaft des Himalayas. Morgens geht es in der pulsierenden Hauptstadt Nepals los, die Rucksäcke werden auf das Dach des Busses gehievt, etliche Verkäufer belagern uns und wollen ihre Produkte an Mann bringen. Dann geht es endlich los. Ein Lastwagenunfall blockiert den kurvigen und bergigen Highway, doch wir kommen gut voran. In Pokhara angekommen bieten etliche Taxifahrer ihre Dienste an und überbieten sich gegenseitig.

Pokhara ist ein super Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Der an einem See gelegene Ort lädt zu kleineren Spaziergängen ein oder ist Ausgangspunkt für größere Trekking-Touren in den Bergen. Für Mutige ist ein Paragliding-Flug unbedingt zu empfehlen. Es ist atemberaubend, diese Gegend von oben zu sehen. 

DREI-TAGES-TREKKINGTOUR

Pokhara – Sarangkot – Kaskikot - Nandada – von dort aus mit dem Bus zurück nach Pokhara.

Im Gegensatz zum chaotischen Kathmandu geht es in den Bergen des Himalaya ganz anders zu. Früh morgens treffen wir auf einige Kinder, die sich auf einen oft sehr langen Schulweg aufmachen. Zusammen mit ihnen gehen wir ein Stück. Es fühlt sich gut an – irgendwie ländlich romantisch, unbeschwert, friedvoll. Die frische Morgenluft macht das Wandern angenehm. Vorbei an kleinen Bauernhöfen und abgelegenen Hütten, ein paar Hühnern und ganz viel Natur mit sensationellem Bergausblick. Die Menschen freuen sich, wenn wir vorbei gehen. Lachen, reden miteinander über uns und schauen uns glücklich hinterher.

Bei einer kleinen Familien-Pension mitten im Nirgendwo trinken wir Chai und beschließen spontan dort eine Nacht zu übernachten. Die Familie lebt hier zusammen mit ein paar Hühnern und einigen Ziegen. Erstaunlich ist, dass die Familienälteste mit ihren fünfundsechzig Jahren für nepalesische Verhältnisse wahnsinnig alt ist – die Lebenserwartung nepalesischer Frauen liegt bei circa fünfzig Jahren (je nach Region und Kaste). Sie bereitet uns Essen zu während die älteste Tochter in der nahegelegenen Schule als Lehrerin arbeitet. Stolz zeigen uns die Kinder ihre neu gelernten Schriftzeichen.

Der alte Hühnerstall wurde mit drei Betten, einer Kerze und bunten Wand-Plakaten versehen. Dort bauen wir unser Nachtlager auf. Die Nacht breitet ihren unbeschreiblichen Sternenhimmel über uns aus. In den Bergen, weit weg von der nächsten großen Stadt und Lichtquelle, betrachten wir ihn sprachlos. Was für eine Idylle, was für ein Erlebnis! Jeder mühsame Schritt hier hoch hat sich gelohnt.


 
 

LINDA MÜLLER

Halle, Deutschland

Eine Reise in die Ferne inspiriert Linda immer wieder aufs Neue, bringt sie zurück zu sich selbst und erweitert ihren Blickwinkel in der Heimat. Mindestens einmal im Jahr zieht es sie hinaus in die Welt. Den Rest des Jahres träumt sie sehnsüchtig von naturverbundenen Orten, faszinierenden Kulturen und einzigartigen Begegnungen mit Menschen.

BLOGFACEBOOK

Alaska | Maximilian Widder

Alaska | Maximilian Widder

Australien | Melina Keil

Australien | Melina Keil