You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Neuseeland | Alina Atzler

Neuseeland | Alina Atzler

Auf unserer schier endlosen Reiseliste stand Neuseeland schon lange ganz oben. Nachdem wir vor zwei Jahren im Winter geheiratet haben, ergab sich endlich die Möglichkeit, einen ausgedehnten Monat auf der anderen Seite der Erde zu verbringen. Was mich auch schon zum größten Kritikpunkt an diesem sonst so lieblichen Land bringt: Die Flugzeit ist einfach fies.

Nach der Ankunft in Auckland und einigen ausgiebigen und sonnigen Tagen um den Jetleg loszuwerden, holten wir unseren Camper für den nächsten Monat ab. Nur circa dreißig Minuten von Auckland entfernt liegt das kleine Örtchen Piha. Mit seinem wundervollen Strand genau das Richtige, um der Großstadt zu entfliehen.

Wir landeten in einer Halle voller aufwendig und auffällig bemalter Busse. Einer davon sollte in den kommenden Wochen unser kleines rollendes Zuhause werden. Wir würden also schon mal nicht verloren gehen und die Blicke der Leute waren uns sicher. Dazu gehörten auch euphorische Respektbekundungen von eher zwielichtigen Typen, wir hatten also im Grunde das sicherste Fahrzeug Neuseelands. 

Die ersten zehn Tage verbrachten wir auf der Nordinsel. Es war wundervoll! Hier gibt es alles, von Mallorca – das ist positiv gemeint, über Mittelhessen – ja, auch das, bis Mordor – wer im Tongariro National Park wandern geht, weiß, was wir meinen. Der Campingplatz Whakapapa Holiday Park hat uns besonders gut gefallen. Ebesnso ein Campingplatz in Wai-O-Tapu: Durch einen absoluten Zufall verbrachten wir hier die ersten Tage auf Campingplatz Waikite Valley, zu dem einige heiße Quellen gehörten. In so einer privaten Quelle mit Blick auf die grünen Berge lässt es sich schon einige Stunden aushalten.

Durch den Hunger auf Natur verzichteten wir auf den Besuch von Wellington, der nächsten Großstadt, um direkt auf die dünn besiedelte Südinsel überzusetzen. Eine absolute Pflicht ist der Abel Tasman National Park – ein Südseeparadies. Mit dem Wassertaxi ging es an einen weit entfernten Strand und wir wanderten zurück zum Ausgangspunkt. Wer Zeit hat, sollte unbedingt den ganzen Abel Tasman Coast Trak laufen, wir haben nur eine drei stündige Tour gemacht. 

Geplant hatten wir eine Rundfahrt über die Südinsel gegen den Uhrzeigersinn, also fuhren wir die umwerfende Westküste Richtung Süden. Wirklich beeindruckend wie Gletscher und Regenwälder in unmittelbarer Nachbarschaft liegen.

Unser absolutes Highlight war eine Reittour im nahegelegenen Glenochry. Ja, das klingt wahnsinnig kitschig, war aber grandios. Wir ritten durch unfassbare überwältigende Landschaften. Die Quittung der Pferdeallergie war saftig, jedoch absolut lohnenswert. 

Aus Zeitgründen wurde Queenstown zu unserem Wendepunkt und wir fuhren an der Ostküste entlang zurück Richtung Norden. Für den Mount Cook blieb leider keine Zeit, denn wir hatten ein ganz klares Ziel: Kaikoura – der wohl beste Wahle Watching Spot in Neuseeland. Wir sind ein bisschen Wale-verrückt und wer diese Meeres-Giganten genauso so liebt wie wir, sollte hier unbedingt einen Stop einlegen.

Wir hatten uns irgendwie eine Rundreise in den Kopf gesetzt und wollten unsere Reise wieder in Auckland enden. Das würden wir nicht noch einmal machen. Wer die (finanzielle) Möglichkeit hat, den Camper auf der Südinsel abzugeben und von dort wieder nach Hause zu fliegen, sollte das so machen. Die Fahrt, inklusive Fährüberfahrt, zieht sich doch ordentlich und wir hätten diese Zeit lieber auf der Südinsel verbracht, auch wenn unser persönliches Highlight auf der Nordinsel wartete.

Egal ob Profisurfer, Surf-Anfänger oder "nur-einmal-gefährliche-Brandung geschaut" – jeder sollte unbedingt nach Raglan fahren, den Hang Loose Modus anschalten und das perfekte Meer, die Wellen und die entspannte Stimmung im Ort genießen. In Raglan gibt es viele Hostels, die einige wenige Bulli-Stellplätze vermieten. Das ist eine wunderschöne und ruhigere Alternative zum eher drögen Campingplatzangebot in Raglan. Das war der perfekte Abschluss unserer Reise. Einfach noch ein paar Tage an einem Ort bleiben, im Meer baden, die Seele baumeln lassen, nichts tun… All das geht hier und überhaupt in Neuseeland ganz hervorragend.

Neuseeland ist wirklich so Klischeemäßig wie alle behaupten: unfassbar schön und ein sehr einfaches Reiseland. Der Urlaub kann direkt nach der Landung beginnen. Wer maximale Entschleunigung spüren will, für den ist Neuseeland genau das richtige. Die Menschen sind so so nett und der zeitliche und finanzielle Aufwand ist es absolut wert.


 
 

ALINA ATZLER

Hamburg, Deutschland

Alina kann kein Stück kochen (isst aber sehr gerne), ist extreme Kaffeeliebhaberin und wäre gerne Profisurfer (nur leider ist sie jenseits des Internets weit davon entfernt). Sie wäre mit Sicherheit ein leidenschaftlicher und richtig guter Teilzeit-Guide für Road- oder Wandertrips durch die USA, Island oder Neuseeland und ist süchtig nach Menschen und ihren Geschichten. All diese Liebschaften vereint sie mit der Fotografie und stillt damit nebenbei immer mal wieder ihr Fernweh.

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