You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Neuseeland | Melina Keil

Neuseeland | Melina Keil

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ROADTRIP DURCH NEUSEELAND

Um wieder einmal dem deutschen Winter zu entfliehen, zog es mich ans andere Ende der Welt – mit drei Flugstunden mehr als sonst stand in diesem Jahr Neuseeland auf dem Plan. In acht Wochen wollte ich von beiden Inseln so viel wie möglich sehen. Für die Südinsel, die größere der beiden Inseln, nahm ich mir fünf der acht Wochen Zeit, um sie von oben bis unten in Ruhe zu erkunden. Über Vulkanlandschaften im Norden ging es vorbei an sanften Grashügeln, an tropische Stränden und Regenwäldern, hinten denen große Gletscher und Berge hervorragten, bis hin zu den rauen Küsten im Süden und Südosten. Ein Land wie es vielseitiger nicht sein könnte.

Ich habe mir einen Van gebucht und bin einfach drauf losgefahren. Mit "Goldi" hatte ich alles, was ich brauchte bei mir, ein Bett zum Schlafen, eine Campingküche zum Versorgen und ein Fahrzeug, um überall hinzukommen. Die ersten zwei Wochen begleitete mich ein Freund und da wir ein Must-See nach dem nächsten abklapperten und schon 3.500 km mehr auf der Nadel standen, war eine Reizüberflutung nicht ausgeschlossen. An jeder Ecke gab es etwas neues was einen faszinierte und so war es gut, dass wir in Queenstown ein paar Tage verweilten, um das Erlebte zu verarbeiten. Danach trennten sich unsere Wege und für mich ging das Abendteuer Neuseeland erst richtig los.

Es ging Richtung Süden, wo ich anfing mich immer mehr treiben zu lassen. Ich fuhr weniger Kilometer am Tag und versuchte dieses entschleunigte Leben hier unten im Süden in vollen Zügen zu genießen. Die einzigen Gedanken, die ich mir machte, waren "Was will ich heute sehen?", "Was möchte ich heute essen?" und "Wo will ich heute schlafen". Das Schöne am Alleine-Reisen ist, dass man viel schneller mit anderen Reisenden in Kontakt kommt. Manchmal verabredete man sich spontan zum Surfen, erkundete Wasserfälle gemeinsam oder man ging auf Pinguin Entdeckungstour. Dann trennten sich die Wege wieder und jeder ging seinen eigenen Weg weiter. Je näher man wieder in Richtung Zivilisation kam, um so mehr Touristen gab es auch, ich weiß, eigentlich ist man selbst ja auch nur ein Tourist, aber eben nicht so einer, der mit dem Reisbus jeden Hotspot anfährt kurz rausspringt, ein Foto macht und weiter gehts. Nein, ich bin eher die Sorte Tourist, die versucht, sich auf das Land einzulassen, in Kontakt mit Einheimischen zu kommen und die Reise in vollen Zügen genießt und eben nicht nur die Hotspots anfährt. Fairerweise muss man dazu sagen, dass ich in acht Wochen auch die Zeit dafür hatte, alles etwas mehr zu genießen.

Für den letzten Teil meiner Reise kam spontan mein Freund noch nachgereist. Ich zeigte ihm ein paar meiner Lieblingsorte auf der Südinsel, bevor wir gemeinsam die Nordinsel erkundeten. Auch die Nordinsel wurde von oben bis unten erkundet und während es hier im Zentrum etwas touristischer ist, konnte man im Westen oder Osten die Ruhe wieder finden und genießen. Nach acht Wochen fiel es mir schwer, dieses wunderbare Land zu verlassen und ich weiß genau: Ich werde wiederkommen.

BESTE REISEZEIT FÜR NEUSEELAND

Ich bin von Mitte Januar bis Mitte März durch Neuseeland gereist. Da haben gerade die neuseeländischen Schulsommerferien aufgehört und man musste nicht mehr zwingend Campingplätze vorbuchen, sondern konnte abends einfach spontan vorbeifahren. Somit blieb man sehr flexibel und ich konnte jeden Tag neu entscheiden, wo es hingehen sollte. Im Durchschnitt hatte ich die Zeit über immer 20-25 Grad, selten mal drunter und ab und zu auch mal drüber. Da ich aber viel wandern war und die Sonne ja trotzdem um einiges wärmer erscheint, war ich auch ganz froh, dass es nicht unbedingt wärmer war, so konnte man zumindest immer aktiv bleiben. Ich würde sagen, Neuseeland ist zu jeder Zeit eine Reise wert, da die Landschaft zu jeder Jahreszeit einen besonderen Reiz hat. Zum Roadtrippen war der Spätsommer bzw. frühe Herbst in meinen Augen optimal. Da ab Mitte Februar die Nebensaison beginnt, sind auch Mietwagen etc. etwas günstiger zu haben.

REISEBUDGET FÜR EINE NEUSEELANDREISE

Neuseeland ist teuer. Das Leben und Reisen hier ist teuer, Aktivitäten sind super teuer, aber es ist jeden Cent wert! Um Geld zu sparen lohnt es sich, sich am Van oder Camper selbst zu versorgen. So habe ich viel Geld sparen können, welches ich dann für Aktivitäten nutzen konnte, denn das Angebot ist hier in Neuseeland einfach nur riesig – gefühlt kann man eigentlich alles hier machen.

Eine weitere Möglichkeit, um Geld zu sparen ist ab und zu einen Free Campspot anzufahren. Davon gibt es von Jahr zu Jahr leider immer weniger und gerade für Vans, die nicht "Self Contained" (das heißt keine eigene Toilette und keinen Wasseranschluss haben) sind, ist die Auswahl sehr überschaubar. Mit Apps wie Campmate kann man diese aber alle ausfindig machen und so ab und an eine Nacht Geld sparen. Wenn man ansonsten nicht so anspruchsvoll ist, gibt es viele wunderschöne Stellplätze für wenig Geld, meistens eben nur mit einem Plumpsklo ausgestattet oder einer kalten Dusche.

SEHNSWÜRDIGKEITEN UND AKTIVITÄTEN IN NEUSEELAND

Wenn man durch Neuseeland fährt, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Wo eben noch die sanften Grashügeln waren, die einem zum Träumen einladen, lösen Moosbewachsene Märchenregenwälder mit Gletschern im Hintergrund das Landschaftsbild ab. Eine Reizüberflutung bleibt hier nicht aus, deshalb lohnt es sich, ab und zu mal ein paar Tage länger an einem Ort zu verweilen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Sehenswert ist eigentlich jede Ecke in Neuseeland, besonders die Südinsel hat landschaftlich einiges zu bieten. Ganz im Süden gibt es im Fiordland Nationalpark nicht nur wunderschöne Bergketten und Regenwälder, sondern auch atemberaubende Fjorde. Eine Bootstour auf dem Milford Sound sollte man unbedingt machen oder am besten erkundet man ihn direkt selbst und fährt ihn mit dem Kajak ab. Auf der anderen Seite der Bergkette im Fiordland befindet sich Queenstown, die Hochburg für Aktivitäten. Hier kann man so ziemlich alles machen über Mountainbiking bis hin zu Bungee Jumping oder einen gemütlichen Ausritt auf Spuren der "Herr der Ring" Filme.

Fährt man etwas weiter Richtung Norden, kommt man zum Mount Aoraki, dem höchsten Berg Neuseelands. Weiter Richtung Osten kommt man nach Christchurch und Kaikoura. Hier in der Ecke kann man neben Delfinschwimmen auch Walewatching Touren buchen, allerdings muss man bei spontanen Buchungen etwas Glück haben, hier lohnt es sich vielleicht, etwas im Voraus zu planen. Wenn man die Westküste entlangfährt kann man zum Beispiel auf dem Franz Josef Gletscher, eine Gletscherwanderung machen oder sich das Ganze mit einem Helikopterrundflug von oben anschauen. Ganz im Norden der Südinsel findet man dann den Abel Tasman Nationalpark, wo es lauter kleine Traumstrand Buchten gibt, die man zu Fuß an einem oder mehreren Tagen erkunden kann. Es empfiehlt sich mit der Fähre die Inseln zu wechseln, der Marlborough Sound ist ebenfalls sehr sehenswert.

Für viele scheint die Nordinsel dann etwas unspektakulärer, aber auch hier kann man einiges an Aktivitäten machen. Mein Favorit ist definitiv der Tongariro Alpine Cross gewesen, eine 20 km lange Wanderung über zwei Vulkane. Im Westen wie auch im Osten der Insel kann man wunderschöne Vulkanstrände entdecken und wenn man Richtung Rotorua fährt kann man sich in heißen Quellen entspannen gehen. Wenn man nach den ganzen Aktivitäten Lust auf ein bisschen Strandurlaub bekommen hat, hat man hier im Northland oder auf den kleinen Inseln um Auckland die Möglichkeit dazu, das Ganze jetzt etwas ruhiger anzugehen.

GUT ZU WISSEN

Für die Südinsel ist ein gutes Mückspray unerlässlich, die ersten Sandflies (so heißen die kleinen Mücken hier) werden einem schon an der Westküste begegnen, Richtung Süden wird es immer schlimmer und der "Rote Stiche am Knöchel Look" ist hier total angesagt, jeder trägt ihn. Trotzdem sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, es würde einem nämlich so einiges entgehen, deshalb lieber viel Mückenspray einpacken.

Free Campspots sollte man zeitig anfahren. Oft gibt es nicht so viele Stellplätze und da sie kostenlos sind, sind sie sehr begehrt.

In Neuseeland kann sich das Wetter sehr schnell ändern, man sollte also bei Wanderungen auf alles vorbereitet sein. Das Gute am schnellen Wechsel, so plötzlich der Regen kam, so plötzlich ist er auch wieder verschwunden! :)

INSIDER TIPPS FÜR NEUSEELAND

Viele Touristen haben nicht so viel Zeit in Neuseeland und versuchen in Marathongeschwindigkeit die Highlights abzufahren. Deshalb ist es an Orten wie ganz im Süden kaum noch touristisch und man trifft nur vereinzelt auf ein paar weitere Backpacker. Gerade die Catlins sollte man nicht auslassen, warum sie in Reiseführern kaum erwähnt werden, weiß ich nicht, der Vorteil ist aber hier noch stellenweise fast unberührtes Neuseeland vorzufinden. Wer es gerne etwas abgelegener mag, sollte auch unbedingt am Wharariki Beach vorbeifahren. Hier verlässt ein schon 20 km vorher jegliches Handynetz und bis auf eine Hand voll Häuser gibt es hier nichts, nichts außer traumhaften Stränden, sanften Grashügeln, tausenden Schafen und einer angenehmen Ruhe.

Eins meiner persönlichen Highlights war der Sonnenaufgang am Nugget Point. Für eine bessere Sicht bin ich etwas den Hang hochgeklettert und konnte hier einen magischen Sonnenaufgang erleben und dabei den Wellen und Möwen lauschen. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl, für das sich jedes frühe Aufstehen lohnt. Ein weiteres Highlight, für mich als Pferdemädchen, waren die Wildpferde im Nordosten der Nordinsel. Auf einer sehr langen Gravelroad tauchten sie auf einmal am Straßenrand auf, mitten im Nirgendwo.

Dieses Land hat mich so überwältigt, ich kann es nur jedem ans Herz legen diesen langen Flug auf sich zu nehmen um dieses wunderschöne Land einmal selbst zu erleben. Hier ist Fernweh garantiert.


 
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MELINA KEIL

Frankfurt, Deutschland

Melina ist passionierte Weltenbummlerin, Tierliebhaberin und Fotografin. Sie ist gerne draußen in der Natur, am liebsten zusammen mit ihrem Pferd oder mit der Kamera auf Entdeckungstour. Mit der Fotografie möchte sie Geschichten erzählen und Erinnerungen für die Ewigkeit schaffen.

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