You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Portugal | Lily Lipovac und Lukas Bergk

Portugal | Lily Lipovac und Lukas Bergk

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The Endless Summer

Nicht nur der Titel eines der bekanntesten Surffilme, sondern auch so unglaublich passend für Portugal. Es ist Ende September und nach einer langen Anreise durch die Nacht landen wir morgens bereits bei schönstem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen. Noch in unsere Reisekleidung eingepackt, treibt uns das gute Wetter direkt den Schweiß auf die Stirn. 

Nachdem der deutsche Sommer für uns doch sehr kurz und anstrengend war, sind wir nun endlich wieder in Portugal. Während unseres letzten Urlaubs hier im Süden hatten wir eine Unterkunft an der Algarve. Uns hatte aber bereits damals die raue Westküste komplett in ihren Bann gezogen, daher haben wir dieses Mal beschlossen, die Hälfte der Zeit direkt am Atlantik in der Nähe von Lissabon zu verbringen. Um auch noch einen Teil der Zeit im wärmeren Meer schwimmen zu können, wollen wir die zweite Hälfte wieder in Lagos im Süden verbringen.

Musiktipp #1 und schönster Ohrwurm: Kings of Convenience - I'd rather dance with you

Unsere Zeit am Atlantik wohnen wir in einem kleinen, verschlafenen Örtchen westlich von Lissabon. Fontanelas ist trotz seiner Nähe zur Hauptstadt sehr ursprünglich geblieben: Ein Supermercado, eine Handvoll Restaurants, das war’s. Ruhe. Unsere Unterkunft bei Tim, seinen drei eigenen und den beiden Nachbarhunden, liegt nur wenige Meter von der Steilküste entfernt und genau 236 Stufen über dem Ozean. Obwohl es bereits fast Oktober ist, verbringen wir viel Zeit am Meer und genießen die Momente, in denen uns die Sonne ins Gesicht scheint und der Wind die Gischt und das Meersalz entgegenweht. Raue Wellen, Sonnenschein und schier unendliche Strände ganz für uns allein. 

Direkt an der Steilküste sammelt sich aber auch immer wieder dichter Nebel, der von den Windböen ins Landesinnere getrieben wird und sich dort gleich wieder auflöst. Teilweise sitzen wir auf unseren Badehandtüchern am Strand in Mitten einer Wolke, während nur wenige Meter hinter uns im Inland strahlender Sonnenschein und Hitze herrschen.

Musiktipp #2: HMB feat. Carminho - O Amor É Assim. Anscheinend der Sommerhit 2017 in Portugal. Wir hören ihn jedenfalls ziemlich häufig im Radio und trotz unserer sehr beschränkten Sprachkenntnisse schmettern wir den Song bald aus voller Kehle mit.

Durch Zufall sind wir schon in Deutschland auf Bilder eines sehr besonderen Strandes gestoßen, den wir gern erkunden möchten. Praia da Ursa. Klein, umgeben von riesigen Felsen und schwer zu erreichen. Auch wenn er nur wenige Buchten nördlich von Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des Europäischen Festlandes und einem beliebten Touristenziel liegt, wirkt der Strand, abgesehen von ein paar wenigen Menschen, schon fast verlassen. Offensichtlich trauen sich hier nur sehr abenteuerlustige Besucher hin. Und wir.

Dass man mit dem Auto nicht direkt an den Strand fahren kann, war uns vorher bewusst, doch dass man für den Abstieg zwischen den Felsen am besten Bergsteigerschuhe anschnallen sollte, überrascht uns sehr. Tipp: Flip-Flops sind lässig – beim Abstieg zu diesem Strand aber eher fahrlässig. Unbedingt an festes Schuhwerk denken. Mit Vans und Chucks erst über die Klippen und dann den steilen Pfad herab, bahnen wir uns langsam den Weg hinunter an den Strand und ans Wasser. Wir machen immer wieder kurz Halt, um die atemberaubende Landschaft bewundern zu können. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang strecken wir unsere Füße ins eiskalte Wasser des Atlantiks.

Musiktipp #3: Fat Freddy’s Drop - Boondigga

Ein paar Kilometer von Fontanelas landeinwärts findet sich das berühmte Sintra. Hier liegt unter anderem der „Palácio Nacional da Pena“, ein buntes Schloss mit einem wunderschönen Park. Der Park ist eine Mischung aus Wald und Garten mit verwunschenen Wegen, kleinen Brunnen und Farngärten. Nachdem wir die Tage, abgesehen vom abenteuerlichen Abstieg zu Praia da Ursa, vor allem an ruhigen Stränden entspannt haben, nehmen wir uns nun vor, das Schloss und den Park zu besichtigen. Mit unserem kleinen Mietwagen fahren wir bis Sintra und sind leicht geschockt, wie viele Menschen sich auch jetzt noch in der Nebensaison durch die engen Gassen und vor allem über die stark befahrenen Straßen schieben. 

Wir lernen: Touristen haben immer Vorfahrt. Egal, ob die Ampel rot oder grün ist. Auch wenn gar keine Ampel in Sicht ist. Direkt am Parkplatz wird uns ein Shuttlebus bis hoch zum Eingang des Schlosses angeboten. Doch wir möchten gerne den Park besichtigen und außerdem all den laufunwilligen Touristen ausweichen. Daher lehnen wir dankend ab und wandern durch einen großzügig angelegten und fast menschenleeren Park. Als wir schließlich beim Schloss ankommen, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. Jeder Mensch hier oben fotografiert sich selbst oder zumindest einen Mitreisenden. Oder beides. Wir machen uns einen Spaß daraus und fotografieren die Menschen beim sich selbst fotografieren. Bis wir feststellen, dass auch wir nur noch die Kameras in den Händen halten und sie schließlich einpacken. 

Der Park und das Schloss sind auf jeden Fall eine Reise wert. Wenn man sich gegen den stürmischen Wind behaupten kann, hat man von hier oben eine tolle Aussicht über die gesamte Region.

Unsere Reise in den Süden zum zweiten Teil unseres Aufenthaltes in Portugal starten wir auf der Autobahn. Wir fahren ein gutes Stück, doch wechseln wir dann bald auf eine Nationalstraße, die sich entlang der Küste zieht und wir so noch ein wenig von der tollen Landschaft sehen können.  Ein wirklich mutiges Unterfangen, wie ich feststellen muss. Einspurig und relativ stark befahren schlängelt sich die Straße runter bis Bensafrim und Richtung Lagos. Ich halte mich an die vorgegebene Maximalgeschwindigkeit. Zum einen möchte ich auf nachträglichen Ärger mit dem Autovermieter wegen eines Strafzettels verzichten. Zum anderen sind die vorgegebenen 90km/h auf der kleinen, holprigen Straße eigentlich so schon ziemlich sportlich und nicht entspannt zu fahren. Aber wie es meist so ist: Die geübten Einheimischen haben für mein Sonntagsfahrertempo nur das verächtliche Aufblitzen ihrer Lichthupe übrig und überholen mich trotz des Gegenverkehrs. 

Nach einigen Stunden kommen wir in Lagos an. Seit unserem letzten Besuch hat sich viel getan. Große Neubaugebiete mit Villen und Appartementanlagen stehen dicht an dicht. Direkt daneben Baustellen, die nicht fertiggestellt wurden und jetzt langsam verrotten. Auch wenn wir die Zeit hier in der belebten Stadt genießen und gerne abends über die Promenade schlendern, zieht es uns doch immer wieder an den südlichen Teil der Westküste. Morgens schmieden wir Pläne, welchen Strand und welche Stadt wir gerne noch erkunden möchten. Doch auf unserem Weg entdecken wir oft kleine oder große andere interessante Orte. Also werfen wir spontan unsere Pläne über den Haufen und lassen uns einfach treiben. 

Tipp: Grade jetzt, wo man auch im EU-Ausland mit mobilem Internet alles im Voraus googeln und planen kann, sollte man sich auch einfach mal ganz bewusst auf den Moment einlassen und Zufälle geschehen lassen. Weniger Planen und dafür den Bauch entscheiden lassen! Wir landen an Stränden, die teilweise von richtigen Surfern, aber hauptsächlich von angehenden Surfern dicht bevölkert sind. Das rege Treiben im Wasser gehört dazu. Schließlich ist die Westküste von Portugal eins der interessantesten Surfgebiete und zieht Massen an Menschen an, die auch gerne mal in das Stoked Life der Surfer schnuppern möchten. Und wenn es auch nur für ein, zwei Tage ist. Neben den vielen Hotspots finden wir aber auch immer wieder ruhige Stellen.

Am Strand von Odeceixe stehe ich fast allein so lang in der Brandung, bis ich das Zeitgefühl komplett verloren habe. Eine majestätische Welle nach der anderen rollt an, manch eine zieht mir den Boden unter den Füßen weg, drückt mich unter Wasser und spült mich viele Meter mit sich. Doch ich kann mir nicht helfen. Gemeinsam mit einigen wenigen anderen Meeresverrückten laufe ich immer wieder weit in die Brandung, hinaus aufs offene Meer. Drüber springen, oder wenn sie zu groß ist, durchtauchen. Welle für Welle. Magisch! 

Musiktipp #4: Portugal. The Man - Feel it still. Ob es am Namen liegt oder ob der Song einfach nur cool ist. Oder beides? Jedenfalls passt er perfekt zur wunderschönen Zeit in Portugal und ist viel zu kurz!

Was von unserer Zeit in Portugal geblieben ist? Unzählige wunderschöne Eindrücke, das eine oder andere Sandkorn in unseren Badeklamotten und der Wunsch, die portugiesische Sprache zu lernen.


 
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Lily Lipovac & Lukas Bergk

Marburg, Deutschland

Lily und Lukas sind ein Hochzeitsfotografenpaar. Am liebsten kochen sie indisches Curry, trinken Vinho Verde aus Portugal und hören alte oder neue Schallplatten. Auch wenn sie die Zeit zu Hause sehr genießen, sind die Beiden immer wieder auf der Suche nach neuen Abenteuern in der Ferne. Zusammen möchten sie noch die ganze Welt entdecken und müssen sich auf ihren Reisen immer mal wieder gegenseitig erinnern, dass man Eindrücke für die Ewigkeit nicht nur mit der Kamera sammelt.

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