You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Schottland | Flo Huber

Schottland | Flo Huber

Scotland the Brave

Auf jeden Fall ein paar dicke Pullis, wetterfeste Schuhe und natürlich eine Regenjacke. Das waren die Empfehlungen fürs Kofferpacken, die wir für unsere bevorstehende Rundreise durch Schottland bekommen hatten. Kurzärmlige Shirts, eine dünne Jacke und hin und wieder Sonnenmilch war, was wir tatsächlich benutzten. Schottland hat uns aber nicht nur überrascht. Es hat uns mit seinen rauen, wilden Landschaften den Atem geraubt, mit seinen mittelalterlichen Burgruinen gefesselt und mit seinem modernen High Life in den Metropolen eingesogen.

Unsere Rundreise startete in Edinburgh, was nicht nur der Tatsache geschuldet war, dass wir am dortigen Airport landeten. Für uns, eingefleischte Harry Potter Fans, war dessen Geburtsstätte natürlich ein „Must See“. Unsere erste Anlaufstation dort war ein Pub, um uns – wie man es eben so macht - mit Fish and Chips für die bevorstehende dreitägige Tour zu stärken.

In besonderer Erinnerung blieb uns unser letzter Abend dort, den wir am Portobello Beach verbrachten. Die Sonne ging mit einem unbeschreiblichen, ganz und gar nicht kitschigen Licht unter und nahm die Geschäftigkeit der Großstadt mit. Mit Edinburgh ließen wir die Touri-Einstellung hinter uns. Wir bewegten uns dorthin, wo unsere Räder und Füße uns hintrugen. Und egal wohin es uns verschlug – es war wundervoll.

Wir fuhren die Ostküste entlang, wo uns Dunnattor Castle, mächtig und geheimnisvoll, aufwartete. Man konnte nicht umhin, sich bei diesem Anblick in die Wiese zu setzen und die Burg, die auf ihrer felsigen Landzunge thront, einfach anzustarren. Der Gewaltigkeit von Dunnattor Castle wirkte die Bescheidenheit des Küstendörfchens Crovie in Aberdeenshire entgegen. Die Sonne beleuchtete die verschieden beschaffenen Fassaden und Dächer und ließ den Ort bunt, ja beinahe lebendig wirken, wäre da nicht die Tatsache gewesen, dass, außer ein paar Möwen und uns, keine Seele dort zu sein schien.

Wir machten uns wieder auf den Weg und stellten bald fest: Auf nichts trifft das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ besser zu als auf den Weg durch die Highlands. Die ewigen Weiten, das Spiel des Lichts und die Wandelbarkeit der Natur waren jeden Meter wert, den wir zurücklegten. Überall, wirklich überall, hätten wir verweilen wollen. Aber einem Ort konnten wir dieses Angebot nicht ausschlagen, denn er flüsterte es uns mit seinem böigen Wind ins Ohr und schrie es uns mit seiner spritzenden Gischt ins Gesicht. Durness. Uns fehlen die Worte und wir lassen an dieser Stelle die Bilder für uns sprechen.

Als wir uns dann von unserer "großen Liebe" trennen mussten, konnten die Highlands auf dem Weg zurück über die Westküste, unsere Tränen schnell wieder trocknen. Nach viel Einsamkeit ließen wir den Touri in uns wieder etwas die Oberhand gewinnen und es zog uns nach Ullapool, die größte Ortschaft in den spärlich besiedelten Nord-Highlands. Auch Eilean Donan Castle, die aus Filmen wie "Highlander" oder "James Bond" bekannt ist, statteten wir einen Besuch ab. 

Eine Begegnung der besonderen Art hatte ich bei einer Wanderung zum Ben Nevis. Gelernt habe ich daraus: Man sollte zuerst Ausschau nach eventuellen Kälbchen halten (die von ihrer Mutter beschützt werden), bevor man den Versuch unternimmt eine Highland-Kuh zu streicheln.

Nach dem Touri kämpfte sich nun auch der Harry Potter Fan in uns wieder an die Front und wir lösten zwei Tickets für den berühmten Jacobite Train, der das Glenfinnan Viaduct überquert. Wir fühlten uns wie Harry und Hermine im Hogwarts Express. Nun trennten uns nur noch wenige Stationen vom Ende unserer Reise. Und endlich durften unsere eingepackten Regenjacken das tun wofür sie gemacht sind. Schottlands Wetter zeigte uns einen einzigen Tag lang im Trossachs Nationalpark das Gesicht, wofür es bekannt ist.

Und was soll ich sagen: Wir liebten auch dieses!


 
 

FLO HUBER

München, Deutschland

Flo begleitet Hochzeiten und Businessevents, wenn er keinen Urlaub hat. Wenn er frei hat, reist er gerne – vor allem in den Norden – und nimmt neben Frau und neuerdings Tochter natürlich immer seine Kamera mit. Er spielt gerne auf seiner Gitarre, ist absoluter Kaffeeliebhaber und liebt bayrisches Kabarett.

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