You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Segeln auf den Seychellen | Tim Kurth

Segeln auf den Seychellen | Tim Kurth

Inselhopping auf den Seychellen

Nach einigem Hin und Her und Ideen von Australien, über Hawaii bis Indonesien entschieden sich meine Frau Sandra und ich schlussendlich dafür, unsere Flitterwochen auf den Seychellen zu verbringen. Eigentlich sind wir eher Fans der Abteilung "Entdecken und Abenteuer", aber irgendwie fanden wir auch, dass man gerade die Flitterwochen zum Entspannen und Verarbeiten der frischen Eindrücke der Hochzeit nutzen könnte. Die perfekte Mischung fanden wir mit einem Inselhopping inklusive einer Woche auf einem alten Segelschiff auf den Seychellen.

Praslin

Montags nach der Hochzeit flogen wir also über Dubai nach Mahé, die Hauptinsel der Seychellen. Da sich unsere erste Unterkunft auf der Insel Praslin befand, ging es direkt weiter mit einem Taxi zum Hafen. Eigentlich hatten wir ja in erster Linie Bammel vor den Übernachtungen auf dem Segelschiff, die einstündige Fähren-Überfahrt sollte sich aber im Nachhinein als die größte Aufgabe für unsere Mägen herausstellen.

Auf Praslin ging es dann im Mietwagen quer über die Insel. Meine Linksverkehr-Premiere gepaart mit einer drei Meter breiten Straße und verrückten Busfahrern im Gegenverkehr sorgte dann auch schnell für das gewünschte Abenteuer. Für unseren entspannten Honeymoon-Abschnitt hatten wir uns mit einem Bungalow im Le Duc du Praslin eine etwas luxuriösere Bleibe mit riesiger Badewanne, Freiluftdusche und kleiner Terrasse ausgesucht, welche sich als absoluter Glücksgriff erwies. Die Cote d'Or vor der Tür, der Traumstrand der "Anse Lazio" um die Ecke, einsame Buchten und dazu der Urwald im Landesinneren (mit dem "Valee de Mai", in dem man die riesigen "Coco de Mer" Nüsse bestaunen kann) boten eine traumhafte Kulisse für unsere ersten Tage. In 40 Minuten hat man allerdings die Insel mit dem Auto bereits komplett umrundet. Ein riesiger Vorteil der Seychellen ist, dass die Anzahl der Betten stark reguliert wird. So kam es, dass wir uns teilweise völlig alleine an Traumstränden wiederfanden und sogar bekannte Strände wie Anse Lazio nicht von Touristen überflutet werden. Größere Hotels gibt es eigentlich auch nur auf Mahé.

Sea Pearl

Von Praslin aus wurden wir von einem kleinen Boot aufgesammelt und bestiegen dann ein altes Segelschiff, die Sea Pearl. Wir hatten uns bewusst gegen die Luxus-Variante entschieden, weil das Flair eines alten Holzschiffes für uns eher das Gefühl von "echtem" Segeln versprach.

An unsere Mini-Kabine mit drei sehr kurzen, übereinander gestapelten Einzelbetten, sowie an das ständige Brummen des Motors, der auch nachts die Klimaanlage am Laufen hielt, mussten wir uns ein bis zwei Tage gewöhnen, genauso wie an das ständige Geschaukel. Die kommenden Tage gestalteten sich als eine schöne Abwechslung aus Inselhopping zwischen Praslin, Courieuse (mit seiner zur Schildkröten-Station umgebauten alten Lepra-Kolonie), La Digue (das wir später noch ausführlich besuchten) und der Vogelschutz Insel Cousin Island, sowie gemütlichen Stunden mit unseren vier Mitreisenden und der achtköpfigen Crew und tollem Essen auf dem Schiff. Wie man in einer 2m² großen Küche so fantastisch für bis zu zwanzig Mann kochen kann, blieb uns ein Rätsel. Bei einem Tauchgang vom Boot aus konnten wir außerdem endlich unseren ersten Hai, einen Weißspitzenriffhai, beobachten.

Besonders beeindruckt hat uns vor allem die Geschichte unseres Kapitäns Robert. Nachdem er seinen Job als einer der besten Handelsvertreter Kanadas satt hatte, machte er kurzerhand einen Segelschein und landete über den Umweg Südafrika schließlich auf den Seychellen. Kein schlechter Tausch möchte ich meinen.

La Digue

Nach dem Schiff kam dann wieder die Fähre. Dieses Mal für den kurzen Weg nach La Digue. Auf dieser Insel gibt es außer einigen Dienstfahrzeugen keine Autos, Riesenschildkröten tummeln sich frei auf den Straßen, Flughunde schwirren über den Köpfen und man bewegt sich entweder zu Fuß oder mit einem der zahlreichen Leihfahrräder. Für uns war gerade dieses Gefühl, nicht nur räumlich so weit weg vom deutschen Alltag zu sein, ein absolutes Highlight unserer Reise. Ähnlich übrigens wie das Frühstück, welches uns nach telefonischer Bestellung frisch auf unserer Veranda serviert wurde.

Bereits von Deutschland aus hatten wir uns für die Erkundung der Südspitze unseren Guide Robert gebucht. Die Tour über und auch durch die typischen, abgerundeten Granitfelsen, durch den Urwald und sogar durchs Meer ist absolut empfehlenswert. Sie fand ihren Höhepunkt in der Mittagspause mit frischen Früchten in der malerischen Anse Marron und ihr Ende mit einem Drink am angeblich meistfotografierten Strand der Welt, der Anse Source d'Argent.

Nach einer (fast gänzlich unausgeschilderten) Wanderung zum höchsten Punkt der Insel, mit tollem Panoramablick auf die umliegenden Inseln, machten wir uns auf den Weg zur letzten Etappe auf Mahé. Abgehärtet durch die Nächte auf See, konnte uns die Fährfahrt dieses Mal nichts anhaben.

Mahé

Auf Mahé hatten wir uns eine kleine Anlage mit drei Holzhütten, Pool, Feuerstelle und Himmelbett im Freien, fernab der größeren Hotels ausgesucht. Während wir mit der kleinsten Hauptstadt der Welt, Victoria, nicht ganz so viel anfangen konnten, genossen wir hier mit einem Mietwagen vor allem die abwechslungsreiche Mischung aus Stränden, Restaurants und den Bergen der Morne Seychelles, in denen wir die Tee-Fabrik und eine alten Mission besuchten. Auf dem Himmelbett am Pool ließen wir die letzten Stunden ausklingen, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

Traumstrände, offene Menschen, gemütliche Unterkünfte, Wanderstrecke, Meer und einzigartige Natur - die perfekte Flitterwochenwahl.


 
 

TIM KURTH

Bergisch Gladbach, Deutschland

Tim Kurth ist hauptberuflicher Fotograf aus Köln mit dem Fokus auf authentischen Hochzeitsreportagen. Mit seiner Frau wohnt er inzwischen in Bergisch Gladbach. Die berufsbedingt oft in den Wintermonaten stattfindenden Reisen verbringen die beiden am liebsten damit, möglichst viel Neues zu entdecken. 

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