You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Thailand | Klaus Gruber

Thailand | Klaus Gruber

Unterwegs im Norden Thailands

Start- und Endpunkt unserer Reise war Chiang Mai. Von hier aus haben wir einige Tage bei einem Freund auf der Thai Horse Farm verbracht. Mit einem Mietwagen erkundeten wir den Norden Thailands auf dem Mae Hong Son Loop, ehe wir unsere letzten Tage wieder in Chiang Mai verbrachten. 

Von einem der auszog, um sich selbst wiederzufinden und sich dabei fast noch mehr verloren hätte...

Das klingt erst einmal etwas esoterisch für eine Reisereportage, beschreibt dennoch ziemlich gut, wie ich unsere vierwöchige Reise durch den Norden Thailands empfunden habe. Wer viel und intensiv fotografiert, wird diese Sehnsucht nach Intensität, Wahrheit und Entdeckung kennen, die aber oft nur bedingt mit dem klassischen Fotografenalltag zu tun hat. Exotische Länder bieten hingegen mehr als genug Möglichkeiten und genau hier landen wir wieder beim Vorspann. Asien ist fremdartig und aufregend, laut und bunt und eine Überflutung der Sinneseindrücke. Wer hier Entspannung sucht und dies mit bewusster Fotografie verbinden möchte, sollte entweder sehr viel Zeit mitbringen oder einen klar strukturierten Plan in der Tasche haben.

Wir haben bei unserem Besuch auf der Thai Horse Farm großartige Menschen getroffen und bei unseren Besuchen der Lahu Hill Tribes traditionelle Lebensformen, und auch deren Schattenseiten, kennengelernt. Wir sind bei unserer Fahrt auf dem Mae Hong Son Loop durch traumhafte Landschaften gefahren, haben uns bei unserer Fahrradtour in Chiang Mai durch chaotischen Großstadtverkehr gekämpft und konnten dabei viele verschiedene Eindrücke sammeln. Viele großartige Fotografien sind meist das Endprodukt einer akribischen Planung und bewussten Auseinandersetzung. Wer Reisen, Neuorientierung, Austausch mit Menschen, Erholung und intensive Fotografie miteinander verbinden möchte muss aufpassen, denn dabei kann man sich schnell verlieren.

Auf dem Dach eines Jeeps durch den Dschungel zum Lahu Hill Tribe Village

Die Lahu zählen zu den bekanntesten Bergvölkern Thailands. Sie sind Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts eingewandert und die meisten Dörfer findet man an der Grenze zu Myanmar, außerdem in den Provinzen Chiang Mai, Chiang Rai, Mae Hong Son und Tak. Sie gehören zur tibetischen Sprachfamilie und unterteilen sich allein in Thailand in sechs ethnische Untergruppen – die Schwarzen und Roten Lahu sind die bekanntesten unter ihnen.

Die Lahu-Dörfer sind in Nordthailands Bergen in Höhenlagen über tausend Meter angesiedelt, die Häuser aus Holz oder Bambus werden meist auf Pfählen gebaut und verfügen über einen oder mehrere Schlafräume sowie einen Gemeinschaftsraum mit Feuerstelle und eine Veranda.

Eine kurvenreiche Rundreise auf dem Mae Hong Son Loop

Der Mae Hong Son Loop dürfte mit über eintausendachthundert Kurven zu einer der traumhaftesten Strecken der Welt zählen. Wir sind dem Mae Hong Son Loop gegenläufig zur klassischen Route gefolgt, durch traumhafte Landschaften gefahren, haben Neo-Hippie's in Pai getroffen und einen Tag mit einem Mitglied der Karen Hill Tribes im Dschungel verbracht. Wir haben einen überwältigenden Sonnenaufgang in den Bergen erlebt, sind auf Tuchfühlung mit Wasserbüffeln gegangen, haben auf Nachtmärkten exotisches Essen genossen und wieder viele liebenswürdige Menschen getroffen.

Ein weiteres Highlight war für uns die Dschungeltour mit unserem Guide, der uns zum Essen zu sich nach Hause einlud und mit dem wir wunderbar entspannte Stunden verbrachten. Unser Weg führte auch durch den Inthanon Nationalpark, in dem sich der mit über zweieinhalbtausend Meter höchste Berg Thailands befindet. Motorradfahrer werden die kurvenreiche Anfahrt lieben, sich aber gleichzeitig auf empfindlich kühle Verhältnisse und viele Touristen einstellen müssen. Die achteinhalb Kilo­me­ter lange Höhle Tham Lot, die sich in der Nähe des Dor­fes Sop­pong befindet, ist spektakulär, die Führungen in der Höhle lassen allerdings Fragen nach der richtigen Form des Tourismus aufkommen. 

Die schönsten Geschichten schreibt wie immer das Leben. So wie im winzig kleinen Baan Suau Coffee in der Nähe von Baan Luang, in dem wir eigentlich nur eine vegetarische Tom Yum Suppe bestellen wollten. Da wir leider kein Thai und die junge Besitzerin kein Englisch verstand, wollten wir schon aufgeben und uns mit ihr auf einen Cappuccino verständigen. Die junge Frau wollte im Gegensatz zu uns nicht locker lassen und es dauerte nur wenige Minuten, bis ihre beste englischsprachige Freundin auf dem Scooter angebraust kam, um das "Suppenproblem" zu lösen. Daraus ergab sich eine äußerst interessante und lustige Unterhaltung, die über Völkergrenzen hinweg ging und an die wir uns sicherlich noch lange zurückerinnern werden.

Chiang Mai

Die Provinzhauptstadt bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Nordens. Man kann nachlesen, dass die frühere Beschaulichkeit einer westlichen Hektik gewichen sein soll und viele alte Teakholzhäuser durch Betonbauten ersetzt wurden. Der Gegensatz zur Lebensweise der außerhalb der Stadt siedelnden Angehörigen der Bergvölker ist überdeutlich.

Chiang Mai hat insgesamt ungefähr zweihundert buddhistische Tempel, viele davon liegen in der Altstadt. Diese wird von einem Viereck aus der antiken Stadtmauer und einem parallel dazu verlaufenden Wassergraben umschlossen, der auf zahlreichen Brücken überquert werden kann. Der berühmte Wat Phra That Doi Suthep liegt etwas außerhalb der Stadt 1.128 Meter über dem Meeresspiegel und gilt als der markanteste Punkt der Provinz. Von hier aus hat man einen spektakulären Ausblick über die Stadt und die umliegende Landschaft. Da man sich diesen mit zahlreichen Touristen teilen muss, lohnt eine Anfahrt im Morgengrauen.

Chiang Mai ist gegensätzlich, bunt, laut, voller Leben und ein Overkill für die Sinne. Chiang Mai bietet aber auch überraschende Rückzugsgebiete, die von Tempelanlagen, über unser Lieblingscafé im Garten des Clay Studios bis hin zu der Roof Top Bar reichen. Die Stadt ist voller Street Art, die einen lebhaften Kontrast zu den ehrwürdigen Tempelanlagen bildet und scheinbar Anlaufpunkt für viele Kreative ist. Die Nachtmärkte Night Bazaar, Saturday Market und Sunday Market sind besondere Highlights für Besucher aus der ganzen Welt. Hier kann man essen, einkaufen, sich die Haare schneiden lassen oder einfach nur Menschen bei all diesen Aktivitäten beobachten. 

Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, sollte sich in Chiang Mai treiben lassen und auf eine persönliche Entdeckungsreise gehen. Abseits von Touristenströmen findet man viel Lokalkolorit und gewinnt tiefere Einblicke in das Leben in dieser Stadt. Wer von Bangkok aus zurückfliegt, sollte über eine Fahrt mit dem Nachtzug Chiang Mai - Bangkok nachdenken. Dieser fährt noch einmal durch beeindruckende Berglandschaften und ist somit eine Zugfahrt der besonderen Art.

Wir waren im Dezember unterwegs, da ist es in Chiang Mai mit dreißig Grad noch sehr warm. In den nördlicheren Regionen des Mae Hong Son Loop kann es abends aber empfindlich kalt werden, weshalb eine Fleecejacke im Gepäck sein sollte.


 
 

KLAUS GRUBER

Fürth, Deutschland

Klaus ist vielreisender und musikbegeisterter Fotograf. Er liebt es, Menschen mit Hilfe der Fotografie  ihre Stärken und Schönheit entdecken zu lassen. Unfotogen gibt es für ihn nicht. Klaus reizt es, den Menschen vor der Kamera während eines Shootings ihre persönlichen Stärken aufzuzeigen und ihre Entwicklung zu verfolgen. Er fotografiert von Businessportraits über Hochzeiten (fast) alles, was mit Menschen zu tun hat.

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