You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

Tromsø, Norwegen / Monika Kogler

Tromsø, Norwegen / Monika Kogler

10 Tage Nord-Norge - der nördlichste Teil Norwegens oberhalb des Polarkreises - standen für Februar 2014 auf meinem Reiseplan. Und das nicht ohne Grund, denn es galt einen der wichtigsten Punkte auf meiner Bucket-List abhacken zu können: Einmal im Leben das Polarlicht gesehen zu haben! Dieser Punkt war einer der ersten auf meiner Liste - und auch der hartnäckigste was die “Abarbeitungsdauer” anging. Das Polarlicht muss ja erst einmal gesucht und dann auch gefunden werden… Deshalb waren die Vorbereitungen wohl so intensiv, wie bei noch keiner meiner Reisen davor. Dabei hat alles eigentlich mit einem Zufall angefangen, als ich ganz beiläufig vor ein paar Jahren in einer TV-Doku hörte dass 2014 das beste Jahr für Polarlicht-Beobachtungen sein wird. Es folgten fast ein Jahr Recherche über das Was, Wie und Wo - und Mitte Februar saßen wir dann endlich im Flugzeug nach Tromsø. 

Tromsø ist die achtgrößte Stadt Norwegens und die größte im Norden des Landes. Die Stadt liegt verteilt über mehrere Inseln, wobei sich das Stadtzentrum mit dem Flughafen über eigene Insel names Tromsøya erstrecken.

Darüber hinaus ist Tromsø ein Ort der Superlativen, und die Bezeichnung “Nördlichste/r/s” wird schon fast inflationär verwendet. Die nördlichste Kathedrale der Welt - die Eismeerkathedrale - ist aber auf jeden Fall einen Besuch Wert! Die 1965 erbaute Kirche ist das Wahrzeichen der Stadt, und soll stilistisch an Eisplatten erinnern. Auch das Polaria, das Museum für Polarforschung im Zentrum der Stadt, erinnert architektonisch an 5 Eisschollen welche sich übereinander schieben. Und diese vielen Assoziationen mit Eis(-schollen) kommen natürlich nicht von ungefähr. Zumindest für den Winter, wie ich ihn erlebt habe, gilt es sich warm anzuziehen - sehr warm! Unser nächtlicher Temperaturen-Rekord lag bei -21 Grad Celsius. Und wer das Polarlicht sucht, kann sich schon auf einige längere, eisige Nächte gefasst machen.  Aber natürlich entschädigt der Anblick dann für sehr vieles!

Unserer Suche nach dem mysteriösen, grün-violett-roten Licht am nächtlichen Himmel ging, wie bereits erwähnt, eine lange Vorbereitsphase voraus. Unsere Recherchen ergaben dass man einer Aufenthaltsdauer von 10 Tagen die besten Chancen hat, das Polarlicht zumindest einmal zu sehen. Wir hatten sogar sehr großes Glück und dürften es in Summe an 6 Nächten bewundern. Aber natürlich hätte es auch anders kommen können…

Die erste Nacht verbrachten wir noch direkt im Zentrum von Tromsø in einem entzückenden Hostel namens Bed & Books. Natürlich war im Zentrum die Lichtverschmutzung durch die Strassenlaternen und Häuser so groß, dass man überhaupt nichts sehen konnte. Für die folgenden Nächte hatten wir uns ein kleines Holzhäuschen auf der nächsten Insel Kvaløya zum Wohnen gemietet, von wo aus wir unsere nächtlichen Touren und Ausflüge untertags starteten. Als Tipps für alle, die auch einmal die Aurora Borealis live erleben möchten, kann ich hier nur folgenden Tipps geben: Holt euch in der Touristeninformation die Umgebungkarte von Tromsø - dort sind viele Orte, an denen man die Aktivität leichter/besser sehen kann, bereits eingezeichnet. Wer sowieso vor hat ein Auto zu mieten, kann dann selbst auf Erkundungstour gehen und ist nicht auf die teuren, überfüllten - und teilweise schon Monate im Voraus ausgebuchten - Aurora-Touren angewiesen.

Die zweite Nacht in unserem Knusperhäuschen begann schon vielversprechender, da uns auch unser Vermieter den Tipp gab abends gegen 21:00 öfters mal aus dem Fenster zu schauen oder ins Hinterland zu fahren. Natürlich wollten wir dieses Spektakel in der Natur erleben, und so machten wir uns gegen 20:00 auf in Richtung Ersfjordbotn um das Polarlicht zu suchen. Die ersten Stunden waren leider überhaupt nicht von Erfolg gekrönt. Wir hielten öfters an wo bereits andere Touristen oder Klein-Busse der Aurora-Hunter standen und fragten bzgl. besserer Plätze, aber niemand war bisher erfolgreich gewesen. Nach 3 Stunden der erfolglosen Suche waren wir ratlos. Vielleicht war die Aktivität in dieser Nacht doch nicht so hoch? Vielleicht waren wir ans falsche Ende der Insel gefahren? Wir beschlossen noch eine letzte Route zu probieren… Die 862er fuhren wir Richtung Sommarøya als wir plötzlich am Horizont ein seltsames Licht wahrnahmen. Anfangs dachten wir es würde in der Ferne brennen, aber das helle Licht war färbte sich rasch in sattes grün. Sofort suchten wir eine Parkmöglichkeit und sprangen aus dem Auto. Was wir dann sahen lässt sich eigentlich kaum mit Worten beschreiben. Und obwohl im Vorfeld wahrscheinlich 100te Videos gesehen hatte, war es in Realität doch noch viel beeindruckender. Langsam, ganz langsam, tanzte das grüne Licht über uns hinweg. Dabei schlängelte und drehte es sich, färbte sich teilweise an den Rändern violett, hinterließ manchmal kleine Spuren zurück die erste später verschwanden. Ich fühlte mich als ich würde ich ein seltenes Tier beobachten, das sich seinen Weg über den Himmel suchte. Es war ein unglaubliches Schauspiel, das fast 3 Stunden anhielt. Immer wieder tauchten neue grüne “Bänder” am Himmel aus - manchmal nur einzeln, ab und zu sogar mehrere gleichzeitig. Jedes bewegte sich anders, hatte sein eigenes Aussehen und seine eigene Art sich zu bewegen. Wir waren so fasziniert dass wir die Zeit und die Temperatur vollkommen vergaßen. Als die Aktivität schwächer wurde, spürten wir unsere Füße und Finger schon fast nicht mehr, und freuten uns sehr auf unseren knisternden Kamin und die wohlige Wärme. 

Und ja, ich habe mich verliebt! Nicht nur in das Polarlicht, sondern auch in Norwegen. Alle Menschen, die ich auf meiner Reise getroffen haben und kennen lernen durfte, waren so herzlich, gastfreundlich und hilfsbereits wie ich es selten erlebt habe. Dazu kommen die landschaftliche Schönheit  und die vielfältige Natur, die dieses Land so erlebens- und bereisenswert machen. Ich werde definitiv wieder kommen - dann vielleicht im Sommer wenn die Sonne nie untergeht, und die Lachse flussaufwärts schwimmen...


 
 

FOTOGRAFIN MONIKA KOGLER

Wien, Österreich

Mein Name ist Monika und ich lebe zur Zeit im schönen Wien/Österreich. Es gibt viele Dinge, die ich gerne mache aber meine Leidenschaft gehört dem Reisen und der Fotografie.  Mit 13 Jahren habe ich meine erste (analoge) SLR bekommen, und gehe seit damals nie ohne Kamera aus dem Haus - hinter der nächsten Ecke könnte ja ein Motiv lauern. Und das Reisen lässt sich damit großartig kombinieren! Mein erstes großes Etappen-Ziel - alle Kontinente einmal bereist zu haben - habe ich vor ein paar Jahren gemeistert. Aber meine Bucket-List ist noch lange, und das nächste Abenteuer wartet schon. Frei nach dem Motto: Es gibt immer was zu sehen!


Ihr könnt Monikas Fotografie auf ihrem Blog verfolgen und ihre Fanpage hier besuchen. 

Zürich, Schweiz / Ivo Scholz

Zürich, Schweiz / Ivo Scholz

Kalifornien, USA / Mareike Böhmer

Kalifornien, USA / Mareike Böhmer