You only have one moment. This short moment is your life. Just a small glimpse called now.

But all we do is wait. For the moment when all thing will come together? Maybe they never will.

Maybe we should 

Stop Waiting. And Just Go.

USA / Hannah Lebershausen & Dr. Lutz Lebershausen

USA / Hannah Lebershausen & Dr. Lutz Lebershausen

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Als ich dort stand, auf einer Aussichtsplattform über dem Grand Canyon fühlte ich mich frei. Ich war 14 Jahre alt und noch  viel zu jung, um wirklich zu verstehen, wie gewaltig schön unsere Erde ist. Glauben konnte ich es eigentlich nicht. Vor knapp zwei Wochen war ich noch zu Hause, in einem  kleinen beschaulichen Örtchen in der Mitte von Hessen und jetzt stehe ich hier. Am Grand Canyon! Das verschlägt einem schon einmal die Sprache. Mir war bis dahin ehrlich gesagt nicht einmal bewusst, dass die Weiten eines Landes so unbeschreiblich groß sein können. So viel größer als alles, was ich bisher gesehen hatte.

Als mein Vater seelenruhig mit seiner alten Leica auf einem Stein saß, einen neuen Film einspulte und das erste Bild dieses unglaublichen Anblicks machte, da wurde ich das erste Mal neugierig auf das Fotografieren. Ich wusste, dass ich diesen Ort ziemlich sicher nur einmal in meinem Leben sehen würde und – um Himmels Willen – er war zu schön um wahr zu sein. Es war ein Moment, eine Sichtweise, ein Gefühl. Ein Bild, das mein Vater machte als ich dort saß und es erinnert mich heute an dieses Gefühl. So wie all die andere Bilder dieser 4-wöchigen Reise durch den Westen der USA. Sie bedeuten etwas. Frei sein. Neues sehen. Erinnerungen festhalten. Das Kribbeln im Bauch, wenn du gleich etwas ganz besonderes siehst.

Mein Papa und ich haben ein sehr besonderes Verhältnis zueinander. Er ist ein wunderbar komplexer und inspirierender Mensch.  Ich weiß nicht, ob man so etwas wirklich vererben kann aber ich glaube die Liebe zu Bildern hat er an mich weitergegeben. Vielleicht bin ich auch einfach so geprägt – wer weiß das schon. Ich denke, jedes Bild sollte im Herzen mit einem Gefühl festgehalten werden. So werden Bilder im Kopf zu Bildern im Herz. Zu Erinnerungen, die dich zurückholen. An den Ort, den Geruch, die Geräusche, an die Menschen. Man muss etwas erleben, um Geschichten erzählen zu können. Man muss rausgehen in die Welt, um sich selbst zu finden. Man muss weggehen, um anzukommen. So ist es.

Dass wir mit und ohne unsere Eltern viele Länder dieser Welt bereisen konnten, hat meinen Bruder und mich zu offenen Menschen gemacht. Keine Angst vor Neuem zu haben. Keine Scheu vor Fremden zu spüren. Mit Menschen reden, die du nicht kennst. Orte zu sehen, die all das was du kennst auf den Kopf stellen und dir ein neues Gefühl für Schönheit vermitteln. Immer neugierig zu bleiben. All das hat meine Ansicht auf Bilder geprägt. Und auf Menschen. Auf das Leben im Allgemeinen. Meine Inspiration finde ich in dem Menschen, den ich gerade neu kennenlerne. Nicht in einem Magazin und auf keiner Internetseite. Ich finde sie in seiner Geschichte, seinen Sichtweisen und in dem, was dieser Mensch wirklich liebt. Wofür er lebt. Jeden Tag. Dafür musst du offen sein und all das wirklich hören wollen. Dann kannst du in den kleinsten Dingen Inspiration finden. Alles was du tun musst, ist nach der Geschichte fragen. Rausgehen und all die neuen Eindrücke in dein Bild legen. Farben, Formen, Gefühle. All das gibt dir die Möglichkeit, zu wachsen.

Am Tage unserer Geburt sind wir ein weißes Blatt Papier. Alles was wir erleben, wird auf dieses Blatt geschrieben. Diese Geschichte kennt kein Radiergummi. Sie ist, wie sie ist. So wie du bist, wie du bist. Am Ende meines Lebens möchte ich, dass daraus ein Buch geworden ist. Ein Buch aus Bildern und Worten. In schwarz-weiß und in Farbe. Wir denken in Bildern, wir erinnern uns in Bildern und wenn wir an jemanden oder etwas zurückdenken, sehen wir das Bild vor unserem geistigen Auge. Wenn das Bild im Kopf verblasst, dann bleibt ein Foto, um es wieder neu zu zeichnen. All diese Momente, die in einem Augenblick bereits vorbei sind. Schätze den Augenblick und werde dir seiner Bedeutung bewusst. Dann fotografierst du anders. Bewusster, mit mehr Gefühl und mehr Sinn. Es ist wie in der analogen Fotografie. Du hast 36 Bilder auf einem Kleinbildfilm. 36 mal kannst du das Bild deines Lebens machen und 36 mal den Ort deiner Träume fotografieren. Doch am Ende zählt nur das eine Bild das sich mit dem einen Gefühl deckt. Mit dem Gefühl, als du am Grand Canyon standest und frei warst.


 
 

Hochzeitsfotografin Hannah Lebershausen / Lebendige Fotografie

Hessen, Deutschland

Ich bin Hannah Lebershausen, 24 Jahre alt, seit 2009 Hochzeits- und Lifestylefotografin. Ich reise immer noch am liebsten mit meiner Familie, die wunderbarerweise mittlerweile zu einer deutsch-russisch-türkischen Großfamilie geworden ist und wenn es geht, reisen wir alle gemeinsam. Am liebsten reisen wir an die Orte, die wir noch nicht gesehen haben.

Ihr könnt Hannahs Fotografie in ihrem Blog verfolgen & ihre Fanpage hier besuchen.

Botswana, South Africa / Julia Hofmann

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Südindien, Indien / Nomadic Habit

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